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Behandlung von Corona-Patienten in einem Krankenhaus
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Wer an Corona erkrankt, spürt oft Monate später noch die Spätfolgen der Krankheit. (Symbolbild)

Wissenschaft

Corona-Spätfolgen: Wissenschaft sammelt mehr als 200 Symptome für „Long Covid“

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Weltweit berichten Betroffene nach einer Corona-Erkrankung von unterschiedlichen Spätfolgen. Mehrere Studien in Großbritannien beschäftigten sich jetzt mit „Long Covid“.

London – Die Forschenden hinter der bislang größten wissenschaftlichen Studie zu den als „Long Covid“ bezeichneten Spätfolgen einer Corona-Infektion haben über 200 mögliche Symptome zusammengetragen. Von den Corona-Spätfolgen können nach aktuellen Erkenntnissen Menschen jedes Alters betroffen sein, unabhängig von der Schwere des Verlaufs ihrer Corona-Erkrankung. Das berichtet die britische Zeitung The Guardian. Die Studie beruht auf der Untersuchung von über 3700 potenziellen Patient:innen aus 56 Ländern über einen längeren Zeitraum, bei denen eine „Long Covid“-Diagnose oder ein Verdacht auf die Krankheit vorlag. Publiziert wurde sie im Netzwerk der renommierten Medizin-Fachzeitung Lancet.

Zu den 203 Symptomen, die die wissenschaftliche Studie in Großbritannien ausgemacht hat, gehörten neben den häufigsten wie Fatigue, Erschöpfung und dem sogenannten Brain Fog (Gehirnnebel) auch Tinnitus, Zittern und Halluzinationen, Gedächtnisverlust, Hautreizungen, Sehstörungen und Impotenz. Insgesamt waren bei den Patient:innen je nach individuellem Befund zehn Organsysteme des menschlichen Körpers betroffen – 66 der Symptome blieben länger als ein halbes Jahr. Die 2450 Studienteilnehmer:innen, die auch nach über sechs Monaten noch Beschwerden hatten, berichteten durchschnittlich von rund 14 noch aktiven möglichen „Long Covid“-Symptomen.

Spätfolgen nach Corona-Erkrankung: Viele „Long Covid“-Betroffene haben lange Symptome

Um den Krankheitsbildern hinter den Corona-Spätfolgen in der medizinischen Versorgung besser gerecht werden zu können, forderte Studienleiterin Athena Akrami, Neurowissenschaftlerin am Londoner University College, eine weitreichende Untersuchung und Betreuung der Betroffenen: „Viele der Kliniken in Großbritannien, die Corona-Erkrankte betreuen, sind auf Atemrehabilitation spezialisiert. Tatsächlich klagen auch viele der Betroffenen über Kurzatmigkeit, es gibt aber auch zahlreiche andere Probleme und Symptome, denen die Kliniken mit ganzheitlichen Ansätzen begegnen sollten.“

Auch Akrami selbst war zu Beginn des Pandemie-Ausbruchs an Corona erkrankt und leide noch nach über 16 Monaten an Spätfolgen, berichtet der Guardian. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir von Zehntausenden ‚Long Covid‘-Patienten gar nichts wissen, weil sie ihre Symptome gar nicht mit einer Corona-Infektion in Verbindung bringen“, betonte die Forscherin. Von den an der Studie teilnehmenden Betroffenen sagten 22 Prozent, dass sie nach wie vor nicht in der Lage seien, ihren Arbeitsalltag zu bestreiten. 45 Prozent arbeiteten seit der Erkrankung reduzierte Stunden.

Corona-Spätfolgen: Universität Birmingham untersucht „Long Covid“-Risiken

Ebenfalls im Rahmen einer Studie wurde untersucht, welche Faktoren das Risiko einer „Long Covid“-Erkrankung beeinflussen. So fanden Forschende der Universität Birmingham heraus, dass Covid-19-Patient:innen, die in der ersten Krankheitswoche mehr als fünf Corona-Symptome zeigten, ein erhöhtes Spätfolgen-Risiko hätten. Alter und Geschlecht hätten dabei keine Rolle gespielt, heißt es im Bericht des Guardian.

Ab Montag (19.07.2021) hat die Londoner Regierung alle Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie in England für beendet erklärt. Zahlreiche Forschende genau wie Personal aus dem Gesundheitssektor haben in einem offenen Brief an die Regierung gefordert, die Entscheidung rückgängig zu machen – bislang ohne Erfolg. Aktuell infizieren sich in ganz Großbritannien täglich wieder mehr als 50.000 Menschen mit dem Coronavirus. Die Inzidenz liegt am Sonntag (18.07.2021) bei 441,4. (ska)

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