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Corona: So hoch ist das Risiko, trotz Impfung an Long Covid zu erkranken

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Von: Natascha Terjung

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Eine Studie untersuchte, wie hoch das Risiko für zweifach und dreifach geimpfte Personen ist, an Long-Covid zu erkranken.
Eine Studie untersuchte, wie hoch das Risiko für zweifach und dreifach geimpfte Personen ist, an Long-Covid zu erkranken. © Moritz Frankenberg/dpa

Nach einer überstandenen Corona-Infektion leiden einige Menschen immer noch: Sie haben Long Covid. Eine neue Studie analysiert, wie hoch das Erkrankungs-Risiko ist.

Oxford – Viele Menschen haben nach einer überstandenen Corona-Infektion keine gesundheitlichen Probleme mehr. Für einige kann die Virusinfektion aber auch einen langen Rattenschwanz nach sich ziehen: Long Covid genannt. Dabei gibt es einige Risikofaktoren, die für eine mögliche Long-Covid-Erkrankung eine Rolle spielen.

Betroffene leiden teilweise monatelang unter verschiedenen Symptomen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) angibt. Laut Angaben des RKI kann sich Long Covid aber sehr unterschiedlich bemerkbar machen, es gibt aber einige Symptome, die häufiger beobachtet worden sind:

Symptome bei Long Covid
Müdigkeit
Erschöpfung
Eingeschränkte Belastbarkeit
Kurzatmigkeit
Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
Schlafstörungen
Muskelschwäche und -schmerzen
Psychische Probleme, wie etwa depressive Verstimmung und Angstsymptome
Riech- und Schmeckstörungen
Quelle: RKI

Long-Covid-Risiko bei geimpften Menschen: Unterschiede zwischen Omikron und Delta

Eine neue Studie der britischen Oxford Universität untersuchte jetzt, wie hoch das Risiko nach einer Corona-Infektion ist, Long Covid zu bekommen und welche Rolle die Anzahl der Impfungen dabei spielt. Dabei wurde zwischen zweifach und dreifach geimpften Personen unterschieden sowie je nach Virus-Variante. Die Teilnehmer:innen waren entweder mit dem Corona-Impfstoff von Biontech, Moderna oder Astrazeneca geimpft.

Corona-VarianteLong-Covid Risiko für zweifach geimpfte Personen in Prozent
Delta15,9 %
Omikron BA.18,7 %

Die Probanden und Probandinnen waren mindestens 18 Jahre alt und hatten sich zum ersten Mal mit dem Corona-Virus infiziert. Für die Studie wurden sie danach befragt, ob sie nach mehr als vier Wochen nach der Erstinfektion noch körperliche Symptome hatten, die nur mit der Corona-Infektion erklärt werden könnten. Es wurde auch danach gefragt, inwieweit die Teilnehmer:innen durch die Symptome im Alltag eingeschränkt wurden. Die teilnehmenden Personen hatten sich mit der Delta-Variante, der BA.1 Omikron-Variante oder dem Omikron-Subtyp BA.2 angesteckt – mittlerweile gibt es fünf verschiedene Omikron-Subtypen, die ähnliche Symptome hervorrufen können. Laut Ergebnissen der Studie entwickelten zweifach geimpfte Menschen Long Covid mit folgender Wahrscheinlichkeit:

Studie zu Long Covid: Bei der Delta-Variante ist das Erkrankungs-Risiko höher

Für den Omikron-Subtyp BA.2 habe es nicht genug Daten gegeben, um belastbare Aussagen treffen zu können. Die Studie zeigt laut Autorenaussagen, dass die Wahrscheinlichkeit Long Covid zu bekommen, bei der Omikron BA.1-Variante etwa 50 Prozent geringer ist, als bei einer Delta-Infektion. Derzeit ist diese Variante nicht dominierend, aber Gesundheitsminister Karl Lauterbach fürchtet eine Rückkehr der Delta-Variante im Herbst.

Für dreifach geimpfte Personen ergab die Studie zum Long-Covid-Risiko folgende Ergebnisse:

Corona-VarianteLong-Covid-Risiko für dreifach geimpfte Personen in Prozent
Delta7,4 %
Omikron BA.18 %
Omikron BA.29,1 %

Long Covid: So hoch ist das Risiko für Geimpfte – Studie mit neuen Ergebnissen

Bei dreifach geimpften Personen ergab sich jedoch kein deutlicher Unterschied für ein Long-Covid-Risiko zwischen den verschiedenen Varianten. Die Autoren wiesen darauf hin, dass ungeimpfte und einfach geimpfte Menschen bei der Studie nicht berücksichtigt wurden. Außerdem wurden nur Erstinfektionen mit dem Corona-Virus berücksichtigt, was keine Rückschlüsse auf das Risiko für Long-Covid bei mehrfacher Ansteckung zulässt.

Die Corona-Infektionen, die in der Studie auf die Delta-Variante zurückgeführt wurde, waren diejenigen zwischen Mai und November 2021. Omikron BA.1 war in England ab Dezember 2021 vorherrschend, der BA.2-Subtyp ab Ende Januar 2022. Eine andere Studie hat sich mit den Auswirkungen der Blutgruppe auf das Infektions-Risiko mit dem Coronavirus beschäftigt. (Natascha Terjung)

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