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Eine Frau liegt im Bett und putzt sich die Nase.
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Während Corona werden Grippewellen gerne vernachlässigt.

Infektionsschutz

Grippe-Infektionen: Welche Nebenwirkungen haben die Corona-Maßnahmen?

  • Joshua Schößler
    vonJoshua Schößler
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Ein US-Amerikanisches Forschungsteam präsentiert Ergebnisse, denen zufolge nach einem möglichen Wegfall der Corona-Maßnahmen Grippeviren explodieren könnten.

  • Laut einem US-Amerikanischen Forscherteam könnten die Corona-Maßnahmen unerwünschte Nebeneffekte haben.
  • Vor allem Grippe-Viren könnten eine große Gefahr darstellen, wenn die Corona-Maßnahmen wieder wegfielen.
  • Forscher in Deutschland äußern Zweifel an den Ergebnissen dieser Studie.

Princeton, USA – Ein US-Amerikanisches Forscherteam rund um die Epidemologin Rachel Baker von der Princeton-Universität wollen laut einer Studie herausgefunden haben, dass die Kontaktbeschränkungen zu Corona Menschen gegenüber anderen Krankheitserregern anfälliger machen kann. So schrieben sie es in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“).

Sie hielten dabei zunächst fest, dass die Schutzmaßnahmen zu Corona im ersten Schritt dazu führen, dass auch andere Krankheitserreger wie der Grippevirus Influenza-A (IAV) oder das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) sich weniger als sonst ausbreiten. Über das Verhältnis von Corona- und Grippeviren wurde in der FR bereits berichtet.

Corona-Maßnahmen helfen zunächst bei der Bekämpfung anderer Viren

So hatten erst im Oktober Forscher im Fachblatt „The Lancet“ berichtet, dass es aktuell einen historischen Tiefstand an Grippe-Erkrankungen in Australien und Neuseeland gibt. Sie führten das ebenfalls auf die Corona-Maßnahmen wie Schulschließungen, Abstandhalten und Maskentragen zurück.

Im zweiten Schritt geht das Forscherteam um Rachel Baker jedoch davon aus, dass nach dem Wegfall der Corona-Maßnahmen Menschen viel empfänglicher für andere Krankheitserreger seien. Dazu bedienten sie sich verschiedener Modelle, mit denen die Ausbreitung von Grippeviren durch den Wegfall von Corona-Maßnahmen simuliert werden sollte.

Nach dem Wegfall der Corona-Maßnahmen könnten sich Grippeviren schlagartig ausbreiten

Allerdings räumen die Autoren dieser Studien ein, dass sich aufgrund der Vielfalt der Grippeviren deren Ausbreitung nur sehr ungenau vorhergesagt werden kann. Dieser Kritikpunkt wird auch von deutschen Forschern betont. Die Virologin Gülsah Gabriel vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg sagte: „Influenza-A-Viren sind wandelbar und anpassungsfähig. Diese Virusevolution ist ein dynamischer Prozess, der nicht modelliert werden kann.“

Dem stimmt auch der Infektologe und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg zu. Er meint, dass sich die Dynamik der Ausbreitung von Viren auf mathematischem Weg überhaupt nicht prognostizieren lassen. Zudem sagt er: „Es könnte zu einer überschießenden Influenza-Welle kommen, aber auch das Gegenteil eintreten.“ Daher seien die Aussagen der Studie spekulativ.

Forscher in Deutschland äußern Zweifel an der Studie

„Würden wir jetzt über drei Jahre alle Viren von uns fernhalten, dann wäre das sicher problematisch für unser Immunsystem“, führt Salzberger weiter aus. Das sei allerdings ein unrealistisches Szenario, da die meisten Menschen ihre Masken ohnehin nur zwischendurch tragen würden. (Joshua Schößler mit Material der dpa)

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