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Zwei Aufkleber mit der Aufschrift Comirnaty kleben in einem Impfausweis
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Die Corona-Impfstoffe verhindern auch bei den Mutationen schwere Krankheitsverläufe.

Pandemie

Corona-Mutationen: So schnell könnten Hersteller die Wirksamkeit ihrer Impfstoffe anpassen

Aktuell zeigen die Corona-Impfstoffe auch bei den meisten Virusvarianten Wirkung. Kann das Virus auch so stark mutieren, dass die Vakzine ihre Wirkung verlieren?

In Großbritannien und mittlerweile rund 100 weiteren Ländern lässt die Coronavirus-Variante B.1.1.7 die Fallzahlen nach oben schnellen – in Südafrika entwickelte sich hingegen die Mutante B.1.351 und in Brasilien die Variante P1. Dabei nimmt die Impfkampagne in vielen Ländern aktuell erst an Fahrt auf. Viele fürchten deshalb, dass die neu entwickelten Impfstoffe schon bald wieder ihre Wirkung verlieren könnten. Experten geben allerdings Entwarnung.

Wirken die Impfstoffe auch gegen die Coronavirus-Mutationen?

Was die in Deutschland verbreitete britische Virusvariante B.1.1.7 angeht, schützen die Impfstoffe offenbar weiterhin gut. „Hinweise auf eine substantiell verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe gibt es bislang nicht“, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI). Anders sieht es bei der südafrikanischen Mutante B.1.351 und der brasilianischen Variante P1 aus. Beide zeichnen sich durch eine Mutation im Spikeprotein aus, die scheinbar die Bindung von Antikörpern beeinträchtigt. Dementsprechend wirken Impfstoffe nicht mehr so gut. Einem Beitrag des Deutschlandfunks zufolge verringert sich zum Beispiel die Wirksamkeit der Vakzine von Johnson&Johnson und Novavax bei der Mutante in Südafrika auf 50 bis 60 Prozent. Astrazeneca zeigt sogar eine noch geringere Wirksamkeit und kann selbst milde Krankheitsverläufe kaum verhindern.

Dennoch gibt es noch keinen Grund zur Sorge: Denn auch bei der südafrikanischen Variante konnten Krankenhausaufenthalte mit Johnson&Johnson sowie Novavax verhindert werden – gegen schwere Verläufe von Covid-19 sind sie also durchaus wirksam. Zur Wirksamkeit der mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer gibt es noch keine klinischen Studien. Experten sprechen sich aber dennoch für eine Impfung aus.

Wie lässt sich die Wirksamkeit der vorhandenen Impfstoffe gegen die Corona-Mutationen erhöhen?

Eine verringerte Wirksamkeit bei den Coronavirus-Mutationen bedeutet keinesfalls, dass die derzeit verfügbaren Impfstoffe bald überflüssig sind. Es gibt zwei Ansätze, mit denen sich die Wirksamkeit dieser Impfstoffe erhöhen lassen könnten:

  • Booster-Impfung: Hier wird nach den üblichen zwei Impfdosen eine dritte Dosis verabreicht, um den Antikörperspiegel zu steigern. Bei anderen Impfungen konnten hier schon Erfolge festgestellt werden.
  • „Mix and Match“: Hier werden verschiedene Vakzine miteinander kombiniert. Es werden bereits klinische Studien durchgeführt, die zum Beispiel die Wirksamkeit einer Kombination aus Astrazeneca und Biontech überprüfen. Eigentlich sollen damit Lücken bei der Impfstoffversorgung überbrückt werden – allerdings ist es möglich, dass damit auch die Wirksamkeit erhöht wird, da jeder Einzelimpfstoff zu einer etwas anderen Immunantwort führt. Die Ergebnisse der Studien müssen noch abgewartet werden.

Auch interessant: Covid-Urintest kann vorhersagen, ob Corona gefährlichen Verlauf nimmt – reguläre Zulassung bereits erfolgt.

Keine Wirkung mehr bei Mutationen? So schnell könnten neue Impfstoffe entwickelt werden

Aktuell zeigen die Impfstoffe auch eine Wirksamkeit bei den meisten vorhandenen Varianten. Es kann aber durchaus sein, dass irgendwann tatsächlich neue Vakzine nötig werden. An diesem Thema wird aber schon heute in den Laboren gearbeitet, wie deutschlandfunk.de informiert. Im Prinzip muss nur die Information für das mutierte Spikeprotein in das bereits vorhandene Impfstoffkonstrukt integriert werden – damit wird die Entwicklung des Impfstoffes enorm verkürzt und kann innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen sein. Gleichzeitig prüfen die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA), das deutsche Paul-Ehrlich-Institut und die anderen europäischen Zulassungsbehörden Wege, um eine beschleunigte Zulassung zu ermöglichen. Wichtig ist hierbei, dass es sich um dasselbe Herstellungsverfahren handelt und die Qualität des Vakzins gewährleistet ist. Zudem muss die Wirksamkeit des angepassten Impfstoffes in klinischen Phase-3-Studien bei einigen hundert Teilnehmern belegt werden. Ähnliches wird bereits jedes Jahr bei der Grippe-Impfung vollbracht. Auf diese Weise könnte ein neuer Impfstoff innerhalb von knapp einem halben Jahr auf den Markt gebracht werden. (fk)

Lesen Sie auch: Long-Covid trifft 80 Prozent der Corona-Patienten – Fünf Symptome kommen am häufigsten vor.

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist.
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

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