Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Impfung Kinder

Corona-Impfung für Kinder: Sollten Eltern auf einen Omikron-Impfstoff warten?

  • VonLukas Zigo
    schließen

Coronavirus-Impfungen für Fünf- bis Elfjährige haben begonnen. Sollte man für die Kinderimpfung auf den Omikron-Impfstoff warten? Das sagen die Fachleute.

Berlin – In Deutschland haben die Corona-Impfungen für Kinder von fünf- bis elf Jahren begonnen. Das Auftreten der Omikron-Variante sowie die von den Impfstoffherstellern angekündigte Arbeit an einem auf die Mutation angepasstem Vakzin dürfte bei so manchem Elternteil die Frage aufwerfen, wie sinnvoll eine jetzige Impfung des gesunden Kindes ist.

Schon seit geraumer Zeit gibt es eine generelle Impfempfehlung für Kinder ab 12 Jahren. Bisher rät die Ständige Impfkommission bei kleineren Kindern nur zur Impfung, sofern diese bestimmte Vorerkrankungen haben oder Corona-Risikopatienten in ihrem Umfeld haben. Es kann aber trotzdem jedes Kind auf Wunsch der Eltern geimpft werden.

Ein fünfjähriger Junge wird von Kinderarzt Günter Bauknecht gegen Corona geimpft.

Corona in Deutschland: Delta immer noch großes Problem

Jana Schroeder, Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (Stiftung Mathias-Spital, Rheine) rät gegenüber dem RND davon ab, auf die potenzielle Verfügbarkeit eines angepassten Impfstoffs in einigen Monaten zu spekulieren. Deutschland kämpfe immer noch mit der Delta-Variante. „Die Impfung wirkt gegen sie deutlich besser als gegen Omikron. Es ist momentan auch noch unklar, ob Omikron Delta völlig verdrängen wird.“

Daten darüber, wie gut die Impfung gegen eine Infektion mit Omikron schützt, gebe es noch keine. „Von den dafür wichtigen T-Zellen ist aber bekannt, dass sie im Vergleich zu Antikörpern stabiler auch auf Varianten reagieren.“ Dies bedeutet, es wird auch gegen Omikron ein Schutz vor schweren Verläufen angenommen.

USA: Erste Daten zur Kinderimpfung zeigen noch keine Fälle von Herzmuskelentzündungen

„Erste Beobachtungen über schwere Verläufe bei Kindern aus Südafrika sollten wir ernst nehmen, auch wenn sich solche Befürchtungen bei früheren Varianten nicht bewahrheitet haben“, sagte Schroeder gegenüber dem RND. „Eine Häufung schwerer Fälle könnte ein Zufall sein – oder auch nicht. Bis es dazu klare Erkenntnisse aus Studien gibt, wird es Monate dauern. So rasant wie sich das Virus ausbreitet, haben wir nicht die Zeit darauf zu warten, sondern sollten unserer Entscheidungen auch anhand von Daten aus dem laufenden Infektionsgeschehen treffen.“

Ebenso verweist Schroeder auf Daten aus den USA. Dort wurde nach fünf Millionen verwendeten Dosen des abgeschwächten Impfstoffs für Fünf- bis Elfjährige laut Gesundheitsbehörde CDC noch keine Fälle von Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen gemeldet.

Corona-Impfung für Kinder: Ärztin rät eher zu Impfung

„Gesunden Kindern zwischen fünf und elf Jahren empfehlen wir die Impfung wegen des Restrisikos noch unbekannter seltenerer Nebenwirkungen ohnehin zunächst nicht generell“, sagte dagegen Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, der Deutschen Presse-Agentur. „Daher plädieren wir in dem Fall auch dafür, erst einmal abzuwarten.“ Auf jeden Fall mit dem Impfen anfangen könne man bei einem Kind ab dem Alter von 12 Jahren. „Da würde ich nicht auf einen Omikron-Impfstoff warten“, sagte Maske.

Anders sieht das Folke Brinkmann, Lungenfachärztin an der Universitätskinderklinik Bochum. Viele Eltern fürchteten, die Impfstoffe seien nicht mehr effektiv. „Die Impfstoffe schützen sehr gut gegen die noch dominante Delta-Variante und bieten auch einen gewissen Schutz vor Omikron. Das ist in jedem Fall besser, als keinen Schutz zu haben“, sagte Brinkmann dem RND. Sie rate allen eher zur Impfung als zur Infektion. Weiter geht sie auf die Vorteile einer Impfung ein: Geimpfte müssten nicht in Quarantäne. „Wie infektiös die neue Omikron-Variante im Endeffekt ist und wie schwer sie Kinder betrifft, ist momentan allerdings noch unklar.“

Coronavirus: Spätfolgen auch bei Kindern nicht ausgeschlossen

Brinkmann sagte, der Nutzen der Corona-Impfung bei Kindern sei nicht so groß wie bei alten Menschen, über 80-Jährigen beispielsweise. Trotz der insgesamt geringeren Krankheitslast auf der Station würden auch nicht vorerkrankte Kinder wegen Covid-19 oder dem Entzündungssyndrom PIMS behandelt. „Einzelne erwischt es schwer“. Kinder hätten auch mit Spätfolgen wie geringer Belastbarkeit und Herzrasen zu kämpfen. Derartige Erkrankungen infolge einer Infektion seien auch bei anderen Viren bekannt und sollten, auch wenn sie die Häufigkeit noch nicht beziffern lasse, ernst genommen werden.

Es wird davon ausgegangen, dass Forschungsergebnisse zur Kinderimpfung aus Israel und den USA bald vorliegen werden. Eventuell könnte die auch Auswirkungen auf eine aktualisierte Stiko-Empfehlung haben.

Stiko: Nicht auf neuen Omikron-Impfstoff warten

„Letztendlich sollte Omikron für Eltern kein Kriterium in der Impfentscheidung sein, da noch zu viele Ungewissheiten damit verbunden sind“, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens. Die ersten Meldungen aus Südafrika seien noch nicht belastbar. Es brauche Zeit und gut angelegte Studien zur Bewertung.

Kinderarzt und Stiko-Mitglied Martin Terhardt sagte am Montag (13.12.2021) im ARD-Mittagsmagazin: „Wenn Eltern den Wunsch haben, ihr Kind zu schützen, dann ist es sicherlich sinnvoll, die Impfung erst jetzt durchzuführen und nicht auf eine neue Variante des Impfstoffes zu warten. Denn der ist ja erst für März angekündigt und ob der dann sofort für Kinder zugelassen wird, wissen wir auch nicht. Insofern glaube ich, dass das Abwarten aus diesem Grund keine Idee ist.“ (lz/dpa)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare