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Ein Mundschutzpflicht-Schild in der Münchner Innenstadt: Das Tragen von Alltagsmasken senkt auch das Risiko einer Influenzavirus-Infektion, so Forscher.
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Ein Mundschutzpflicht-Schild in der Münchner Innenstadt: Das Tragen von Alltagsmasken senkt auch das Risiko einer Influenzavirus-Infektion, so Forscher.

So wenig Grippe-Fälle wie nie zuvor

Weniger Grippe-Kranke seit Beginn der Corona-Pandemie: Zahl der Todesfälle sinkt auf tiefsten Wert seit 1992

Mit dem Start der Corona-Pandemie verschwanden die Grippe-Kranken aus den Wartezimmern. Das hat einen einfachen Grund, wie Mediziner:innen informieren.

Von Oktober bis April kommt es in der Regel gehäuft zu Infektionen mit Influenzaviren, die eine schwere Grippe auslösen können. Doch im letzten Jahr war alles anders – auch in Hinblick auf die Grippe-Zahlen. So ist die Grippewelle 2020/21 praktisch ausgefallen, wie Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) belegen. Gerade einmal 519 Fälle haben die Behörden gezählt (Stand 22. April 2021), wie die Tagesschau informiert. So wenige, wie seit Beginn der Grippeüberwachung im Jahr 1992 nicht. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am RKI meldete für die aktuelle Saison 2020/21 bisher insgesamt 13 laborbestätigte Todesfälle im Zusammenhang mit der Grippe. Zum Vergleich: 2017/2018 kamen etwa 25.100 Menschen in Deutschland durch eine Virusgrippe ums Leben. 

„Es hat in dieser Saison überhaupt keine Grippewelle gegeben“, zitiert die Tagesschau eine RKI-Sprecherin. Auch die meisten anderen Länder der Nordhalbkugel seien von der Welle verschont geblieben. Doch nicht nur die Grippe-Fälle sind seit Beginn der Corona-Pandemie stark gesunken, auch andere Krankheiten sind seitdem auf dem Rückzug. So halten die Corona-Abstandsregeln auch andere Erkältungskrankheiten und Norovirus-Infektionen in Schach, wie das ZDF informiert. Apotheken würden zudem kaum noch Mittel gegen Läuse verkaufen.

Grippe kann mit Fieber einhergehen. Seit Anbeginn der Corona-Pandemie kommt es allerdings weitaus seltener zu Influenza-Infektionen.

Lüften, Händehygiene, Maske: Corona-Maßnahmen reduzieren Grippe-Fälle

Nicht nur Abstandsregeln helfen dabei, Virusübertragungen wie die der Influenzaviren als Grippe-Verursacher einzudämmen. Auch andere seit Corona gültige Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Grippe kaum Fuß fassen konnte seit einem Jahr. So haben Ausgangsbeschränkungen während harter Lockdowns den Kontakt zu anderen minimiert und damit das Ansteckungsrisiko. Auch die beiden anderen AHA-Regeln, Hygiene-Regeln und Alltagsmaske führen dazu, dass Viren weniger schnell in Umlauf geraten können.

Auch die Empfehlungen zum Lüften von Räumen, Homeoffice-Regelungen und zeitweisen Schulschließungen haben positiven Einfluss, wie das RKI dem Spiegel zufolge bestätigte: Da die Maßnahmen „mehr oder weniger in allen Ländern weltweit gegen die Coronapandemie genutzt wurden“ laut RKI, hätten Grippeviren weltweit und auch schon im Sommer 2020 auf der Südhalbkugel kaum noch messbar zirkuliert. (jg)

Umfrage zum Thema Grippeschutzimpfung

Weiterlesen: „Russische Grippe“ in den 70ern: Diese Ähnlichkeit gibt es zur Coronavirus-Pandemie.

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist.
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

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