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Corona-Diagnose per Röntgenbild: Neue Methode schneller als PCR-Tests

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Von: Sandra Kathe

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Bei der neuen Technologie aus Schottland hilft eine Datenbank mit archivierten Röntgenbildern, etwa von Corona-Patient:innen, dabei, eine Infektion zu erkennen.
Bei der neuen Technologie aus Schottland hilft eine Datenbank mit archivierten Röntgenbildern, etwa von Corona-Patient:innen, dabei, eine Infektion zu erkennen. (Symbolfoto) © Rodrigo Buendia/AFP

Eine Infektion mit dem Coronavirus ist auch auf Röntgenaufnahmen sichtbar. Forschende in Glasgow arbeiten daran, die Diagnostik zuverlässig nutzbar zu machen.

Glasgow – Forschende der University of the West of Scotland haben eine Technologie entwickelt, die zuverlässig auf Röntgenbildern erkennen soll, ob Patient:innen mit Corona infiziert sind.

Die Methode, die sich Technologien aus den Bereichen Artificial Intelligence und Deep Learning bedient, erweise sich nach ersten Tests laut Angaben der Forschungsabteilung nicht nur als sehr zuverlässig, sondern zudem als schneller als PCR-Tests. Die Ergebnisse lägen bereits nach wenigen Minuten vor.

Diagnose von Corona-Infektion anhand von Röntgenbildern: Algorithmus vergleicht Aufnahmen

Zur Diagnose wird mit einem modernen Röntgengerät zunächst ein Röntgenbild vom Brustbereich der zu testenden Person aufgenommen, die dann mit bisher rund 3000 Bildern aus einer Datenbank abgeglichen wird. Die Datenbank enthalte Röntgenergebnisse von Corona-positiven Patient:innen, von Gesunden sowie von Menschen, bei denen eine virale Lungenentzündung diagnostiziert wurde. Der Abgleich der Bilder geschieht mit einem Algorithmus, der auf moderner Artificial Intelligence-Technologie basiert, und zeige laut Angaben der Universität eine Erfolgsrate von 98 Prozent.

Besonders vielversprechend sehen die Forschenden der University of the West of Scotland die Technologie auch deswegen, weil in zahlreichen Ländern nicht genügend PCR-Tests zur Verfügung stünden: „Viele Länder können nicht in notwendiger Kapazität testen, weil nicht genügend Diagnosewerkzeuge zur Verfügung stehen“, sagt Professor Naeem Ramzan, der als Leiter der Abteilung für Affective und Human Computing im Bereich Technische Informatik der Universität, an der Entwicklung mitarbeitete.

Corona-Infektion mit Röntgenaufnahmen erkennen: Neue Technologie muss weiter erforscht werden

In einem erweiterten Schritt der Studie solle nun die Datenbank der Referenzbilder vergrößert und auch Ergebnisse weiterer Röntgengerätmodelle einbezogen werden, um zu ermitteln, ob die Methode tatsächlich für einen Einsatz in der Praxis geeignet ist. Das schottische Forschungsteam verweist im schriftlichen Ergebnisbericht seiner Studie auf bisherige Forschungsveröffentlichungen, etwa von der WHO oder dem US-Fachverband American College of Radiology, die eine Corona-Diagnose mithilfe von Röntgenaufnahmen auf Basis bisheriger Technologien zunächst skeptisch beurteilten.

Auch komplett ersetzen könnte die Diagnose-Methode den bisherigen Weg über PCR-Tests nicht, betont Ramzan, der darauf hinweist, dass die Covid-19-Symptome im Anfangsstadium einer Erkrankung noch nicht auf den Röntgenaufnahmen zu sehen seien. (ska)

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