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Coronavirus - Medikamente
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Medikamente zur Behandlung von Covid-19 sind noch nicht lange erforscht. (Symbolbild)

Medikamente

Corona-Impfstoff - Experte warnt vor zu schneller Zulassung

  • Luisa Ebbrecht
    vonLuisa Ebbrecht
    schließen

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, warnt vor einer zu schnellen Zulassung der Impfstoffe gegen den Covid-19 Erreger SARS-CoV-2. 

  • Die Corona-Pandemie grassiert seit mehreren Monaten in Deutschland.
  • Nun warten die ersten Impfstoffe auf Zulassung.
  • Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft warnt vor einer Zulassung der Impfstoffe.

Berlin - Seit Anfang des Jahres grassiert die Corona-Pandemie in Deutschland - das alltägliche Leben steht bei vielen Bürger:innen nahezu still. Umso großer ist die Euphorie, dass die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs große Fortschritte macht. Vielversprechende Impfstoffe wie beispielsweise der von Biontech stehen kurz vor der Zulassung. Die Politik macht den Weg frei für deutschlandweite Impfzentren.

Während die meisten Mediziner und Politiker auf die erste Impfung hinfiebern, werden auch immer mehr kritische Stimmen zum Thema Impfen laut. Beispielsweise auch dem Vorsitzenden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig. Bei einer österreichischen ORF-Sendung im Zentrum stellte er die Erfolge einer deutschlandweiten Impfung gegen den SARS-CoV-2- Erreger infrage. Auch von einer Impfpflicht hält Ludwig offenbar nichts.

Corona-Pandemie: Wissen zu Impfstoff und Nebenwirkungen gering

Des Weiteren sagte er: „Wir wissen nicht genau, wie viele ältere Patienten oder Probanden mit Begleiterscheinungen, also Risikogruppen, in diesen Studien untersucht worden sind. Wir wissen nichts dazu, wie lange diese Immunität anhält. Wir wissen relativ sicher, dass eine sogenannte sterile Immunität im Moment wahrscheinlich gar nicht erreichbar ist“. Eine sterile Immunität meint dabei die Abtötung aller entsprechenden Erreger aufgrund der erfolgten Immunisierung. Eine Weitergabe der Infektion wäre dann ausgeschlossen.

Bei der Durchführung von Impfungen gebe es laut Wolf-Dieter Ludwig zwei Ziele: „Das erste Ziel ist eindeutig, dass man sich selbst vor schweren Covid-19-Verläufen schützt. Das können wir im Augenblick nicht sagen, weil wir keine Angaben dazu haben. Das zweite Ziel ist, dass wir eine sogenannte Herdenimmunität induzieren. Das heißt, dass zwei Drittel der Bevölkerung immun sind und dadurch die Pandemie zum Stillstand kommt“, so Ludwig.

Corona: Arzt gibt Prognose zu Pandemie ab

Wegen der kurzen Entwicklungszeit fehle nötiges Wissen über die Nebenwirkungen des Impfstoffs. Auch über Langzeit-Nebenwirkungen sei noch nichts bekannt. Eine Corona-Impfpflicht sei schon alleine deshalb „in keiner Weise akzeptabel“. Zudem mahnte der Vorsitzenden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft zu Geduld. Er denke nicht, dass die Pandemie bis in einem Jahr vollständig überstanden sei. Trotzdem wisse man zu dem Zeitpunkt mehr über die Impfstoffe und mögliche Nebenwirkungen.

Schon zuletzt äußerte sich Wolf-Dieter Ludwig kritisch gegenüber des Corona-Arzneimittels Remdesivir gegen Covid-19. Er warnte auch hier vor einer zu schnellen Zulassung: „Wir wissen noch viel zu wenig über die Nebenwirkungen“. „Das einzige, was Remdesivir bisher gezeigt hat, ist, dass es die Krankheitsdauer um vier Tage verkürzt. Aber das Mindeste müsste doch sein, dass die Patienten, die es rechtzeitig bekommen, weniger schwer krank werden“, so Ludwig weiter. Der Antrag auf Zulassung soll laut der European Medicines Agency (EMA) in Kürze eingereicht werden. Wie schnell die der Antrag bei der EMA bewilligt wird und wann das Medikament genauso wie der Impfstoff zur Verabreichung bereitsteht, bleibt abzuwarten. (Luisa Ebbrecht)

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