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Langzeit-Immunität: Wie lange schützen Antikörper nach einer Corona-Infektion?

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Von: Yannick Wenig

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Fachleute beschäftigen sich im Rahmen einer Corona-Studie mit Antikörpern nach Erkrankungen mit Covid-19. Die Ergebnisse überraschen.

Frankfurt – Durch das Fortschreiten der Impfkampagne gegen das Coronavirus beschäftigen sich immer mehr Menschen in Deutschland mit der Frage, wie lange die Antikörper im Organismus einen Schutz gegen eine Covid-19-Erkrankung bieten. Schließlich genießen Menschen, die eine Genesung oder eine vollständige Corona-Impfung nachweisen können, diverse Freiheiten. In Bezug auf Genesene haben italienische Fachleute nun bei der Auswertung einer Studie neue Erkenntnisse gewonnen.

Bei der Studie beobachteten die Forscher:innen über einen längeren Zeitraum die Blutwerte von Einwohnern aus der nordostitalienischen Gemeinde Vo, die bereits sich bereits mit dem Coronavirus infiziert hatten. Die Studie wurde in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature communications veröffentlicht.

Die Gemeinde in Italien gehörte zu den ersten Gebieten in Europa, in denen im Frühjahr 2020 ein Corona-Ausbruch registriert wurde. Die Ergebnisse des Forscherteams beziehen sich somit auf Menschen, die im Februar und März 2020 an Covid-19 erkrankt waren. Bei ihnen wurde getestet, wie viele Antikörper sowohl im Mai 2020 als auch im November 2020 noch in ihrem Blut nachzuweisen waren. Die Ergebnisse überraschten.

Corona-Studie: Wie lange sind die Antikörper im Blut nachweisbar?

Demnach blieb die Immunantwort bei einem Großteil der Proband:innen im untersuchten Zeitraum stabil. Sogar 98,8 Prozent der im Februar beziehungsweise März 2020 an Corona erkrankten Testpersonen wiesen bei einer erneuten Testung im November 2020 noch eine nachweisbare Anzahl an Antikörpern im Blut auf. Dabei gab es laut den Fachleuten keinen signifikanten Unterschied zwischen Testpersonen, die während ihrer Erkrankung an Corona-Symptomen litten, und solchen, die symptomfrei infiziert waren.

Überraschenderweise stellten die Expert:innen allerdings auch fest, dass der Antikörperspiegel im Körper von einigen Testpersonen teilweise schwankte. Bei einigen getesteten Personen verzeichneten die Forscher:innen sogar eine zwischenzeitliche Erhöhung der Anzahl der Corona-Antikörper.

Labor
Italienische Forschende haben das Blut von bereits von Corona Genesenen auf Antikörper untersucht. (Symbolbild) © Christoph Hardt/Imago

Aus der Publikation der Studie geht hervor, dass die betroffenen Proband:innen angaben, zwischenzeitlich Kontakt zu mit Corona infizierten Menschen gehabt zu haben. Der Anstieg des Antikörperspiegels könne somit möglicherweise auf eine erneute – unbemerkte und damit symptomfreie – Ansteckung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zurückzuführen sein. Eine durch Infektion erhaltene Corona-Immunität schütze laut den Studienautor:innen vor einer symptomatischen Erkrankung, „kann aber eine gewisse Virusreplikation ermöglichen, um die Antikörperproduktion zu steigern.“

Studie: Wie lange schützen Corona-Antikörper vor einer erneuten Erkrankung?

Die italienischen Corona-Forscher:innen erklären: „Dies hat wichtige Auswirkungen auf das Verständnis des durch natürliche Infektionen und Corona-Impfstoffe ausgelösten Schutzes und könnte bedeuten, dass Immunisierung (entweder durch natürliche Infektion oder Impfung) zwar vor Krankheiten schützt, aber eine gewisse Virusvermehrung und damit eine Weiterübertragung ermöglicht.“

Nicht bestätigt habe sich laut den Expert:innen die Annahme, dass milde Krankheitsverläufe ohne auftretende Symptome eine verminderte Bildung von Antikörpern nach sich ziehen. Für die Geschwindigkeit des Abbaus der Antikörper in der Zeit nach einer Infektion mit dem Coronavirus habe laut den Autor:innen der Studie auch das Alter eine entscheidende Rolle gespielt.

„Über einen Zeitraum von sieben Monaten (Mai bis November 2020) konnten signifikante Unterschiede in den Antikörper-Zerfallsraten nach Altersgruppe, aber keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf Symptomeintritt, Krankenhausstatus, Geschlecht oder BMI beobachtet werden“, heißt es in der Veröffentlichung.

Forschung: Antikörper auch Monate später noch nachweisbar

Laut dem Portal rnd.de seien die Ergebnisse der Studie zwar ein „gutes Zeichen“ im Hinblick auf den Langzeitschutz vor Corona. Allerdings: Eine genaue Aussage darüber, inwiefern die Antikörperanzahl auch nach Monaten noch vor Reinfektionen und schweren Krankheitsverläufen schützt, sei noch nicht zu treffen.

Auch eine weitere Studie unter der Leitung der Österreicherin Dr. Sissy Therese Sonnleitner, Abteilung für Hygiene und medizinische Mikrobiologie an der medizinischen Universität Innsbruck, beschäftigte sich mit der Thematik. Bei der Mehrheit der untersuchten bereits von Corona genesenen Testpersonen waren die Antikörper auch dabei über mehrere Monate noch gut nachweisbar. „Zusammenfassend ist festzustellen, dass Sars-CoV-2-Patienten nachweislich in der Lage sind, neutralisierende Antikörper über einen Zeitraum von zehn Monaten nach der Primärinfektion zu entwickeln und aufrechtzuerhalten“, heißt es im Fazit der Studie, das im medizinischen Fachmagazin Transboundary and Emerging Diseases publiziert wurde. (Yannick Wenig)

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