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Nichts geht mehr? Eine Corona-Infektion kann chronische Erschöpfung zur Folge haben.
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Nichts geht mehr? Eine Corona-Infektion kann chronische Erschöpfung zur Folge haben.

Ähnlichkeit zum chronischen Erschöpfungssyndrom

Herpes-Infektion und Corona - Fachleute erforschen Zusammenhang

  • Juliane Gutmann
    VonJuliane Gutmann
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Long-Covid-Patienten/Patientinnen klagen noch Monate nach der Corona-Infektion über Beschwerden. Eine mögliche Ursache sind „aufgeweckte“ Herpesviren.

Chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten zählen zu den Long-Covid-Symptomen. Dieses Phänomen ist nicht selten: 80 Prozent der Patienten/Patientinnen mit Covid-19 leiden unter Langzeitsymptomen, so das Fazit eines internationalen Forscherteams. Warum Menschen nach überstandener Corona-Infektion Long-Covid entwickeln, ist noch nicht abschließend geklärt. Am Schweregrad der Erkrankung liegt es nicht: Bisher gesammelte Daten zeigen, dass auch Menschen mit mildem Krankheitsverlauf Long-Covid entwickeln können.

Vielmehr sind es die körperlichen Reaktionen auf eine Infektion mit Coronaviren, die Long-Covid begünstigen. So informiert die Pharmazeutische Zeitung (PZ) über die Erkenntnis Erlanger Forscher/innen, dass Covid-19 die Verformbarkeit der Blutzellen verändert: rote Blutkörperchen würden steifer, weiße weicher. Dies könnte den Wissenschaftlern/Wissenschaftlerinnen zufolge eine mögliche Ursache für Long-Covid sein, informiert die PZ weiter. Auch andere mögliche Ursachen werden diskutiert, wie etwa die Aktivierung von Herpesviren durch eine Corona-Infektion.

Herpesviren können durch eine Corona-Infektion aktiviert werden

Virologe Bhupesh Prusty und sein Team von der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen Long-Covid und dem chronischen Erschöpfungssyndrom, auch Myalgische Enzephalomyelitis (ME) genannt, gibt. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) die Forscher/innen zitiert, würden auch ME-Betroffene unter chronischer Müdigkeit, grippeähnlichen Symptomen, Muskelschmerzen bis hin zu Nervenstörungen leiden – wie Long-Covid-Patienten/Patientinnen auch. Prusty und seine Kollegen/Kolleginnen vermuten, dass das Humane Herpes Virus-6 (HHV-6) für beide Erkrankungen verantwortlich sein könnte, heißt es weiter.

HHV-6 könne sich im Erbgut infizierter Menschen einnisten und dort lange unentdeckt vom Immunsystem verharren, so Virologe Prusty. Bestimmte Bedingungen können das Virus allerdings aktivieren, etwa eine Infektion mit Chlamydien oder auch eine Infektion mit Coronaviren. Werden HHV-6 „aufgeweckt“, hat das zur Folge, dass sie die Zellen angreifen und dort die Produktion von Adenosintriphosphat (ATP) negativ beeinflussen. ATP ist eine essentielle Substanz für den Energiehaushalt des Körpers und unter anderem für die Bewegung von Muskeln nötig.

Infektionen mit Herpesviren sind sehr häufig, über 90 Prozent aller Menschen sind mit den Viren infiziert, wie der MDR Thomas Stamminger von der Universität Ulm zitiert. „Wenn man jetzt diese Viren bei Menschen nachweist, die sich über längere Zeit besonders müde fühlen, dann muss das nicht unbedingt eine ursächliche Bedeutung haben“, so Stamminger dem MDR zufolge. Weitere Studien müssen nun zeigen, inwiefern Herpesviren Long-Covid oder die Myalgische Enzephalomyelitis triggern können. (jg)

Mehr Quellen: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.01.27.21250617v2.full

Weiterlesen: „Long-Covid“: Diese Corona-Patienten erholen sich nur langsam von Covid-19

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
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Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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