Panikattacken

Statt Cannabis rauchen CBD nehmen: Cannabinoid könnte gegen Angststörungen helfen

  • Moritz Serif
    vonMoritz Serif
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Alleine in Deutschland leidet durchschnittlich jeder Sechste an einer Angststörung. Panikattacken sind nicht selten. CBD-Öl kann dagegen helfen. Statt Cannabis und THC.

  • Angststörungen und Panikattacken sind keine Seltenheit.
  • Auch in Deutschland sind Millionen Menschen betroffen.
  • Das aus Cannabis gewonnene CBD-Öl soll laut einer Studie dagegen helfen.

Fußball-Legende Dennis Bergkamp weigerte sich wegen seiner Flugangst mit dem Flieger zu reisen. Der römische Staatsmann und Feldherr Julius Caesar soll sich vor Katzen gefürchtet haben. Mit sage und schreibe 40 Jahren soll es Regisseur Woody Allen erstmals vollbracht haben, bei ausgeschaltetem Licht einzuschlafen.

Angststörungen und Panikattacken sind beileibe keine Seltenheit. Auch in Deutschland sind Millionen Menschen betroffen. Tendenz steigend. Laut WHO leiden weltweit sogar 264 Millionen Menschen an der Krankheit.

Der kleine aber feine Unterschied zwischen Cannabidiol (CBD) und THC

Jetzt kommt Cannabidiol (CBD) ins Spiel. CBD ist ein nicht psychoaktives Cannabinoid aus dem weiblichen Hanf. Im Gegensatz zu THC, das in Cannabis ebenfalls enthalten ist, berauscht das Cannabinoid nicht. Nebenwirkungen wie Paranoia oder Angstzustände können beim Konsum von Cannabis mit hohem THC-Gehalt auftreten. CBD hingegen löst keine Angstzustände aus, da es sich um ein natürliches Beruhigungsmittel handelt.

Laut Studien kann CBD gegen Angststörungen und Panikattacken helfen. Menschen, die an Parkinson leiden, verspürten nach der Einnahme des Cannabinoids weniger Angst. Auch das stressbedingte Zittern nahm ab. Jüngst hat sich an der Universität Leipzig ebenfalls ein Forschungsteam in einer Studie mit der Frage auseinandergesetzt, ob CBD gegen Angststörungen helfen könnte.

CBD gegen Angststörungen? Leipziger Studie untersucht Zusammenhang

Insgesamt 37 Probanden mit Angststörungen nahmen an der Studie teil. Die Teilnehmer waren zwischen 23 und 61 Jahre alt und wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Probanden der ersten Gruppe bekamen für 30 Tage jeweils 10 Tropfen CBD-Öl mit 15 Prozent CBD-Gehalt verabreicht, was 50 Milligramm CBD pro Tag entspricht. Teilnehmer der zweiten Gruppe bekamen lediglich Rapsöl, ein Placebo.

Die durchschnittlichen Angstwerte der Probanden lagen vor Studienbeginn bei 4,1. Laut Studie entspricht dass einem großen Unwohlsein (1 = kein Unwohlsein, 5 = sehr großes Unwohlsein). Im Verlaufe der Untersuchung konnte bei 17 Teilnehmern die Gabe von CBD Ängste reduzieren. Bei diesen Probanden lagen die Angstwerte nach der Einnahme bei 2,8. Das heißt die Angstsymptomatik konnte um 31,71 Prozent verringert werden.

Leipziger Studie: Regelmäßige Einnahme von CBD kann Angststörungen reduzieren

Bei einem Probanden veränderten sich die Angstwerte nicht - bei einem anderen verschlechterten sie sich. Rapsöl, das Placebo-Präparat konnte übrigens keine Verbesserung erzeugen. Die Studie kommt letztlich zum Schluss, dass die regelmäßige Einnahme von CBD mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dazu führt, Angststörungen zu verringern. Allerdings könnten grundsätzlich auch Nebenwirkungen auftreten.

  • Appetitlosigkeit
  • Trockener Mund
  • Müdigkeit und Benommenheit
  • Sinkender Blutdruck
  • Schlafprobleme

Doch das Cannabinoid hat auch positive Eigenschaften, die über die Minderung von Ängsten hinausgehen.

  • Schmerzlindernd
  • Entkrampfend
  • Antibakteriell
  • Entzündungshemmend
  • Senkt Risiko für Diabetes
  • Antioxidativ

(Moritz Serif)

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck

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