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Angebote für Zahnzusatzversicherungen verlangen zwar monatliche Beiträge, können die Arztkosten aber deutlich senken.

Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat Zahnzusatzversicherungen unter die Lupe genommen

Viele haben Angst vor dem Zahnarztbesuch. Bei einigen ist es die Angst vor der Behandlung an sich, bei anderen ist es wiederum die Angst vor hohen Kosten.

Deswegen auf den Gang zum Zahnarzt zu verzichten, ist aber langfristig gesehen nicht die beste Lösung. Vor zu hohen Kosten für Kronen, Implantate und Co. kann man sich schützen - eine Zahnzusatzversicherungen kann hier helfen. Stiftung Warentest hat auch im Jahr 2019 alle Anbieter genau unter die Lupe genommen. Rund zwei Drittel der 234 Policen schnitten mindestens mit gut ab und 76 erhielten sogar das Urteil „sehr gut“.

Vorbeugung durch die richtige Zahnhygiene ist logischerweise elementar für eine gute Zahngesundheit. Innerhalb der letzten Jahrzehnte ist die Anzahl der Betroffenen von Karies oder Parodontalerkrankungen aufgrund besserer Hygiene und der verbesserten Prophylaxe beim Zahnarzt deutlich zurückgegangen. Dennoch sind nach vielen Jahren der Nutzung oft weitere Maßnahmen erforderlich.

Ab einem Alter von etwa 40 Jahren steigt das Risiko, Zahnersatz wie z.B. Kronen zu benötigen, erheblich an. Bei der Bewältigung der Kosten helfen Zahnzusatzversicherungen - mit guten Policen, lassen sich die Kosten für teuren Zahnersatz bis zu 100% absichern.

Dass eine gute Zahnzusatzversicherung nicht teuer sein muss, hat auch Stiftung Warentest in seiner Prüfung der Angebote herausgefunden. Angebote mit sehr guten Zahnersatzleistungen gibt es bereits im niedrigen zweistelligen Bereich. Abhängig sind die Kosten natürlich vom Alter und dem Zahnzustand der versicherten Person.

Den Test kann man kostenpflichtig für 4 Euro auf dem offiziellen Portal der Stiftung Warentest abrufen. Wer sich kostenlos informieren möchte, findet im Internet auch gute Zusammenfassungen des Zahnzusatzversicherung Test von Stiftung Warentest.

Warum ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nicht die kompletten Kosten für einen Zahnersatz. Für den zahnmedizinische Befunde übernehmen die Kassen nur 50 Prozent der Regelversorgung. Die Regelversorgung beschreibt indes den Zahnersatz, der medizinisch ausreichend ist. Extras kosten den Patienten dann zusätzlich Geld. Vor allem, wenn mehrere Zähne behandelt werden, kann die private Rechnung schnell angsteinflößend werden. Nicht übernommen, werden beispielsweise folgende Behandlungen:

  • Goldlegierung
  • Verblendung von Seitenzähnen
  • Implantate

Damit der Zahnersatz nicht teuer wird – je nach Behandlung können die Kosten im vierstelligen Bereich liegen –, hilft eine private Zahnzusatzversicherung auch bei tief greifenden Leistungen. Das Angebot können alle gesetzlich Versicherten in Anspruch nehmen und sich somit vor höheren Kosten schützen. Ein Verzicht auf das schönere Implantat und teurere Materialien ist dann nicht mehr nötig. Die Stiftung Warentest hat sich die Zahnzusatzversicherungen aller Versicherer auf dem deutschen Markt angeschaut und kommt zu einem guten Urteil. Von 234 getesteten Policen schnitten 76 mit dem Urteil „sehr gut“ ab.

Wichtig ist hier aber auch die Betrachtung der Leistungen und jährlicher Obergrenzen für die Kostenzuschüsse. Darüber hinaus bieten die Zahnzusatzversicherungen häufig auch die Übernahme für Zahn-erhaltende Maßnahmen wie Wurzelbehandlungen oder die professionelle Zahnreinigung an. Bei der Auswahl des Anbieters sollten Sie auch diese Leistungen berücksichtigen.

Wann sollte eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen werden? 

Eine Zahnzusatzversicherung sollten Sie nicht erst dann in Betracht ziehen, wenn die Probleme schon vorhanden sind. Am günstigsten sind die Tarife, wenn die Zähne in einem guten Zustand sind. Zudem legen die Anbieter oft eine Wartezeit fest, innerhalb derer kein Zahnersatz von der Versicherung übernommen wird. Hier sind bis zu acht Monate die Regel. Stiftung Warentest hat aber auch einige Angebote mit weniger oder gar keiner Wartezeit getestet.

Die volle Kostenübernahme ist jedoch bei fast allen Versicherern auf eine Höchstsumme beschränkt. Bei den Versicherten wird diese Beschränkung erst nach drei bis fünf Jahren aufgehoben. Weiterhin zahlen die Versicherungen laut der Tester nicht für Behandlungen, die bereits während der Vertragsunterschrift laufen. Achtung: die laufende Behandlung beginnt bereits, wenn der Zahnarzt Sie auf ein Problem hinweist.

Was kostet eine Zahnzusatzversicherung? 

Stiftung Warentest hat auch erkannt, dass je nach Anbieter und Umfang der Leistungen sich auch die monatliche Beitragshöhe erheblich unterscheidet. Eine rudimentäre Absicherung, die nur die Kosten für eine Metallkrone übernimmt, ist bereits für drei Euro im Monat zu haben. Wer sich jedoch rundum absichern will, muss – je nach Alter – mit mehr als 40 Euro im Monat rechnen. Dabei erhielten vier Tarife die Bestnote 0,5:

  • Die Bayerische (Zahn Prestige)
  • DFV (DFV-Zahnschutz Exklusiv 100)
  • HanseMerkur (EZL)
  • Ottonova (Zahn 100)

Stiftung Warentest ist von einem 43-jährigen Versicherungsnehmer ausgegangen. Die vier besten Tarife kosten für diesen Typus 40 bis 42 Euro im Monat. Mit zunehmendem Alter steigen die Kosten, so dass ein 73-Jähriger bereits monatliche Kosten zwischen 65 und 70 Euro anfallen. Wer auf einige Leistungen verzichten kann, findet aber auch Tarife, die bis ins hohe Alter nur 25 Euro verlangen.

Da die Unterschiede so groß sind, empfiehlt Stiftung Warentest vorher abzustecken, welche Leistungen die Zahnzusatzversicherung bieten soll. Nur so ist ein Vergleich der Angebote im Einzelfall möglich. Also legen Sie zunächst fest, welche Leistungen Sie voraussichtlich in Anspruch nehmen würden und prüfen daraufhin, welches Angebot die günstigste Versicherung für diese Leistungen darstellt. Das nimmt auch dem nächsten Zahnarztbesuch zumindest einen Teil des Schreckens. Darüber hinaus ist die richtige Zahnpflege unabdingbar, um Probleme mit den Zähnen zu vermeiden.

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