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Troponin ist ein Biomarker für den Herzinfarkt. Dieser Proteinkomplex kommt in den Herzmuskelzellen vor und tritt ins Blut über, wenn diese geschädigt werden.

Troponin

Ein Biomarker gibt Auskunft über das Herz

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Über den Troponin-Wert im Blut lässt sich heute ein Infarkt schon nach einer Stunde nachweisen.

Überall in der Medizin eröffnen Biomarker immer bessere Möglichkeiten, um Risiken für bestimmte Erkrankungen oder um bereits bestehende Leiden zu erkennen – und auch, um sie zu gezielt zu behandeln. In der Kardiologie sollen nun vermehrt Troponine genutzt werden, um das Risiko eines Patienten für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung einzuschätzen, ihm eine auf ihn zugeschnittene Therapie zukommen lassen und diese auf ihren Erfolg hin zu kontrollieren. Das sagte Hugo Katus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie bei deren Jahrestagung in Mannheim.

Als Biomarker werden körpereigene Moleküle bezeichnet, die bei einem Krankheitsvorgang neu entstehen oder verstärkt gebildet werden. Troponin ist ein Biomarker für den Herzinfarkt. Dieser Proteinkomplex kommt in den Herzmuskelzellen vor und tritt ins Blut über, wenn diese geschädigt werden. Mit neuen, hochempfindlichen Tests lasse sich Troponin heute auch „in 
sehr niedrigen“ Konzentrationen nachweisen, sagt Hugo Katus. Sie ermöglichten „eine neue Dimension in der Erkennung von Krankheits- und Umbauprozessen des Herzens“, und veränderten „nachhaltig die Diagnostik des Herzinfarkts und der Herzmuskelschädigungen“, erklärt der Heidelberger Mediziner.

Auf diese Weise lasse sich heute bereits nach einer Stunde eine sichere Herzinfarkt-Diagnose stelle, mit konventionellen Tests betrage die Wartezeit drei oder sechs Stunden. In einer Studie sei gezeigt worden, dass so auch ohne EKG-Befund „wirksam und sicher bei einem Drittel der Patienten mit Infarkt-Verdacht ein Herzinfarkt ausgeschlossen werden konnte“. Die hochsensitiven neuen Troponin-T-Tests seien sogar in der Lage, auch sogenannte Mikroinfarkte festzustellen, die sich nicht mit den klassischen Herzinfarkt-Symptomen äußern, deshalb oftmals nicht erkannt werden – die aber riskant sind und behandelt werden müssen.

Troponin wird aber nicht nur bei einem Herzinfarkt freigesetzt, sondern könne bei jeder Form der Herzmuskelschädigung entstehen, erläutert Hugo Katus. So könnten erhöhte Werte auch auf Schädigungen des Herzmuskels bei Patienten mit anderen Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Lungenhochdruck oder Gefäßentzündungen hinweisen. 

Zudem lieferten erhöhte Troponin-Werte im Blut auch Anhaltspunkte, um das Herz-Kreislauf-Risiko bei vermeintlich gesunden Menschen einzuschätzen, sagt der Kardiologe. Neue Studienergebnisse gäben zudem Hinweise, dass Troponin-T-Tests helfen können, bei Patienten mit einem hohen LDL-Cholesterin-Spiegel das individuelle Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu ermitteln.

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