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Besser schlafen mit pflanzlichen Mitteln: Was bringt Baldrian?

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Von: Kilian Bäuml

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Bei Schlaflosigkeit schwören viele auf Baldrian. Doch was bringt das pflanzliche Mittel wirklich? Das sagt die Wissenschaft zur pflanzlichen Schlafhilfe.

Kassel – Die Deutschen schlafen schlecht. Rund ein Viertel der deutschen Bevölkerung leidet unter Schlafstörungen, berichtet planet-wissen.de. Schichtarbeitende sogar noch häufiger. Doch wie lassen sich Schlafstörungen beheben? Können pflanzliche Mittel wie Baldrian beim Schlafen helfen?

Schlaf ist unbedingt notwendig, bei einem Mangel sind Personen häufig unkonzentriert und weniger leistungsfähig. Ausreichend Schlaf ist wichtig für die psychische Gesundheit, auf Dauer können zudem Krankheiten wie Depression durch zu wenig Schlaf begünstigt werden. Weniger als fünf Stunden Schlaf täglich können sogar das Sterblichkeitsrisiko erhöhen, da können schlaffördernde Mittel für einige verlockend wirken. Vor allem auf eine Pflanze schwören viele – den Baldrian.

Person schläft im Bett
Zahlreiche pflanzliche Mittel versprechen beim Schlafen zu helfen. (Symbolbild) © Antonio Ovejero Diaz/Imago

Mit Baldrian besser schlafen: Hilft das pflanzliche Mittel wirklich?

Die Baldrianpflanze wird bereits seit Jahrhunderten als natürliches Mittel zur Beruhigung und als Schlafmittel verwendet. Für Produkte aus Baldrian werden die Wurzeln der Pflanze benutzt. Sie enthalten ätherische Öle und andere Inhaltsstoffe, beispielsweise sogenannte Valepotriate, berichtet Apotheken Umschau.

Die Inhaltsstoffe wirken auf die Nervenzellen des Körpers, was dabei helfen soll, zu entkrampfen. Deshalb liegt es nahe, dass sie die Schlafqualität verbessern und die Einschlafzeit verkürzen. Trotzdem ist die Wirkung von Baldrian wissenschaftlich nicht gut untersucht. Bisher wurden Studien mit zu wenigen Teilnehmenden durchgeführt und seien deshalb nicht aussagekräftig, berichtet stiftung-gesundheitswesen.de in einer Pressemitteilung. Aus diesem Grund gibt es von medizinischer Seite aus keine Empfehlung für Baldrian als Schlafmittel.

Pflanzliche Mittel zum Schlafen: Darauf muss man bei der Einnahme achten

Wer auf eine schnelle Wirkung des Mittels hofft, wird wahrscheinlich enttäuscht. Baldrian muss nämlich über mindestens zwei Wochen eingenommen werden, bevor sich eine Wirkung bemerkbar macht, teilt die European Medicines Agency (EMA) mit. Zudem wurde bei der Einnahme von Baldrian von Nebenwirkungen berichtet, dazu gehören Bauchkrämpfe und Übelkeit.

Die im Baldrian enthaltenen Valepotriate sind potenziell krebserregend. In den erwerblichen Produkten sind sie jedoch praktisch nicht vorhanden, schreibt die Apotheken Umschau. Bei der Einnahme von Baldrian sollte man darauf achten, keine anderen Beruhigungsmittel und auch keinen Alkohol zu konsumieren. Da es keine umfassenden wissenschaftlichen Untersuchungen zur Einnahme von Baldrian gibt, wird Schwangeren, Stillenden und Kindern unter 12 Jahren vorsorglich von der Einnahme abgeraten. Auch Personen, die Auto fahren oder Maschinen bedienen, sollten das pflanzliche Mittel nicht konsumieren.

Baldrian als Schlafmittel: Andere pflanzliche Mittel wirken ähnlich

Was für den Baldrian gilt, ist auch für viele andere pflanzliche Schlafmittel gültig. Auch den folgenden Mitteln wird laut der Organisation stiftung-gesundheitswissen.de eine schlaffördernde Wirkung nachgesagt, die aber auch nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist:

Bei ihnen handelt es sich um traditionelle Arzneimittel, die seit mehreren Jahrzehnten verwendet werden. Sie gelten als unbedenklich und dürfen deshalb in Drogerien und Supermärkten verkauft werden.

Um besser schlafen zu können, auch ohne die Einnahme von pflanzlichen Mitteln, empfiehlt der NDR folgende Maßnahmen:

Man muss also nicht unbedingt auf Mittel zurückgreifen, um besser zu schlafen, selbst wenn sie pflanzlich sind. Die Tipps zum Einschlafen werden auch Schlafhygiene genannt. Oft hilft es bereits, klein Angewohnheiten zu ändern, um den Schlaf zu verbessern. (kiba)

Hinweis der Redaktion

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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