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Seit Januar 2021 steht die elektronische Patientenakte (ePA) für alle Versicherten zur Verfügung.
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Seit Januar 2021 steht die elektronische Patientenakte (ePA) für alle Versicherten zur Verfügung.

Freiwilliges Angebot

Arztbrief bis Impfausweis digital abrufbar: E-Patientenakte startete im Januar 2021

Röntgenbilder, Befunde, Impfungen: Wichtige Daten für den nächsten Praxisbesuch haben viele Patienten seit Januar auch digital parat – durch die sogenannte ePA.

Gesundheitsinformationen auf dem Smartphone? Das wollten mehr als 14 Millionen Bundesbürger im Sommer 2020 zumindest probieren und haben die Corona-Warn-App heruntergeladen. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens soll aber auch ganz grundlegend vorankommen. Im Januar 2021 startete das Projekt „elektronische Patientenakte“ (ePA) als freiwilliges Angebot für alle Versicherten. Der Bundestag hat im Sommer 2020 die Regeln zu den Funktionen beschlossen. Dass die beim sensiblen Datenschutz teils erst später greifen sollen, stieß aber auf Kritik.

Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) informiert, stellen Krankenkassen ihren Versicherten die ePA seit 1. Januar 2021 bereit. Seit 1. Juli 2021 müssen alle Vertragsärzte und -psychotherapeuten die ePA lesen und befüllen können, heißt es weiter vonseiten der KBV.

E-Akte soll schrittweise mehr und mehr Funktionen bekommen

Minister Jens Spahn (CDU) sagte, die E-Akte werde nicht sofort in allen Anwendungen perfekt sein. Man müsse aber «mal anfangen» und dafür sorgen, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen ankomme. «Es gibt dann Akzeptanz und Zustimmung, wenn es im Alltag die Dinge leichter macht.» Mehr Tempo soll nach jahrelangem Gezerre um mehr Funktionen für die elektronische Gesundheitskarte ausdrücklich her. Denn schon der Aufbau einer geschützten Datenautobahn des Gesundheitswesens mit Auf- und Abfahrten zu Praxen und Kliniken kam lange nur mühsam voran.

Das Gesetz schreibt den Anspruch für Patienten fest, dass E-Akten auch mit Inhalten gefüllt werden - und schrittweise mehr und mehr Funktionen bekommen. Neben Befunden, Arztbriefen und Röntgenbildern sollen so ab 2022 auch der Impfausweis, der Mutterpass, das gelbe Untersuchungsheft für Kinder und das Zahn-Bonusheft gespeichert werden können. Dann sollen Versicherte bei einem Krankenkassenwechsel auch ihre digitalen Daten mitnehmen können.

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E-Patientenakte: Versicherte bestimmen über ihre Daten

Beim Datenschutz gilt: Die Versicherten entscheiden, was in ihrer E-Akte gespeichert wird und was sie wieder löschen wollen. Und sie bestimmen, wer auf Daten zugreifen darf - allerdings trotz Kritik von Datenschützern noch nicht sofort zum Start in einer verfeinerten Variante. Erst ab 1. Januar 2022 ist die Möglichkeit vorgesehen, auch für jedes Dokument einzeln festzulegen, welcher Arzt es sehen kann. Dann soll es möglich sein, dass ein Mediziner zwar generell auf die ePA zugreifen darf, aber bestimmte Befunde nicht angezeigt bekommt.

Dass Patienten im ersten Jahr nur alle oder gar keine Daten freigeben können, bringt die Opposition auf die Barrikaden. Linke-Experte Achim Kessler warnte, die «unausgereifte» E-Akte gefährde die Akzeptanz des ganzen Projekts. «Wozu braucht ein Orthopäde Informationen über einen Schwangerschaftsabbruch? Wozu eine Augenärztin Informationen über eine Psychotherapie?» Überhaupt sei die ePA vorerst eine «ungeordnete Sammlung elektronischer Dokumente». Auch Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) monierte das vorläufige «Alles oder nichts» bei Datenfreigaben.

Anreize für Ärzte und Kliniken geplant

Spahn warb um Vertrauen in einen Datenschutz «auf höchstem Niveau». Die Daten kämen auf deutsche Server. Und solche Angebote sollten eben nicht nur Internetkonzerne wie Apple oder Google machen. Für den Schutz verarbeiteter Daten soll laut Gesetz jeder Beteiligte vom Arzt über Kliniken bis zu Apotheken direkt verantwortlich sein. Betreiber innerhalb der Datenautobahn müssen Störungen und Sicherheitsmängel sofort melden - bei Versäumnissen drohen bis zu 300.000 Euro Bußgeld. Versicherte sollen ab 2023 einwilligen können, Daten verschlüsselt der medizinischen Forschung bereitzustellen.

Um die Mediziner zum Mitziehen bei der E-Akte zu ermuntern, sollen Anreize kommen: Wenn Ärzte und Kliniken sie erstmals mit Dokumenten füllen, bekommen sie zehn Euro, so ein Bericht der Deutschen Presseagentur im Sommer 2020. Geplant sei auch eine App, mit der man sich E-Rezepte aufs Smartphone laden und in Apotheken einlösen kann, heißt es weiter. Alternativ möglich sein solle auch ein gedruckter Strichcode auf Papier. Das Rezept geht dann trotzdem digital an die Apotheke. Auch Überweisungen zum Facharzt sollen elektronisch übermittelbar werden. (dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr Informationen: Überblick über die Neuregelungen; Gesetzentwurf

Weiterlesen: Akupunktur bei chronischen Rückenschmerzen: Welche Behandlungen die Krankenkassen zahlen

So viel kassieren niedergelassene Ärzte

Spitzenreiter beim Umsatz der Ärzte aus dem Honorar von Behandlung und Diagnose gesetzlich Versicherter sind die Labormediziner. Sie erzielten nach den jüngsten Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im ersten Halbjahr 2011 pro Quartal einen Honorarumsatz von rund 230 000 Euro, gefolgt von Nierenspezialisten mit 224 000 Euro. © dpa
Strahlenmediziner, Humangenetiker, Fachärzte für Innere Medizin mit bestimmten Schwerpunkten und Radiologen folgen mit Werten zwischen 199 000 und 93 000 Euro. Kinder- und Jugendpsychiater erzielten 65 000 Euro Umsatz, Augenärzte 60 000, Chirurgen 57 000, Orthopäden 56 000, Hausärzte 52 000 und Gynäkologen 47 000 Euro. © dpa
Laut der jüngsten Erhebung des Statistischen Bundesamtes konnten die Ärzte in Deutschland ihr Einkommen in den letzten Jahren deutlich steigern. Bei den Orthopäden stieg beispielsweise der Wert des jährlichen Reinertrags von 276.000 Euro im Jahr 2007 auf 293.000 Euro im Jahr 2011. Die Allgemeinmediziner konnten ihren jährlichen Reinertrag sogar um 30.000 Euro auf insgesamt 181.000 Euro pro Jahr steigern. © dpa
Auch andere Ärztegruppen verdienten 2011 deutlich mehr als noch vier Jahre zuvor. Allgemein beträgt der Zuwachs zwischen 2007 und 2011 im Schnitt 17 Prozent. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte erzielten demnach laut Statistik einen jährlichen Reinertrag von 215.000 Euro, der jährliche Reinertrag der Frauenärzte beträgt 185.000 Euro, bei den Chirurgen sind es sogar 293.000 Euro. Auch die Hautärzte (249.000 Euro) und die Internisten (266.000 Euro) konnten ihr Einkommen steigern. © dpa
Der jährliche Reinertrag pro Praxis beläuft sich laut der Erhebung des Statistischen Bundesamtes auf 234.000 Euro. Im Schnitt lag der Reinertrag jedes Arztes im Jahr 2011 bei durchschnittlich 13.833 Euro im Monat. © dpa
Augenärzte konnten die größten Einkommenszuwächse erzielen: Sie verdienen im Schnitt 19.083 Euro im Monat. Neurologen kommen auf 14.416 Euro im Monat. Spitzenreiter unter den Ärzten sind die Radiologen und Nuklearmediziner mit 25.250 Euro im Monat. © dpa
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für die vertragsärztliche Vergütung stiegen laut Bundesgesundheitsministerium von 33 Milliarden Euro 2010 auf 33,7 Milliarden 2011. © dpa

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