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7 Mythen über Antibiotika: Was Sie wissen sollten

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Von: Karolin Schäfer

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Einige Irrtümer und Mythen halten sich seit Jahren um Antibiotika. Entgegen vieler Annahmen wirken sie nicht gegen Erkältungen.
Einige Irrtümer und Mythen halten sich seit Jahren um Antibiotika. Entgegen vieler Annahmen wirken sie nicht gegen Erkältungen. © Friso Gentsch/dpa

Um Antibiotika ranken sich hartnäckige Mythen und Irrtümer. Wir zeigen im Überblick, was Sie über das Medikament wissen müssen.

Frankfurt – Sie unterstützen das Abwehrsystem des Körpers bei der Bekämpfung von Bakterien: Antibiotika. Die Entdeckung des Medikaments gehört zu den bedeutendsten Entwicklungen der Medizin. Heute ist das Präparat gegen die Bekämpfung von Infektionskrankheiten nicht mehr wegzudenken. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) schätzt, dass pro Jahr zwischen 38 und 40 Millionen Antibiotika-Verordnungen ausgestellt werden.

Allerdings ranken sich seit Jahren zahlreiche Mythen und Irrtümer um das bekannte Arzneimittel. Ein Überblick, welche Mythen Verbraucherinnen und Verbraucher kennen sollten.

1. Mythen über Arzneimittel: Helfen Antibiotika gegen Erkältungen?

Eine weitverbreitete Annahme ist, dass Antibiotika gegen Erkältungen helfen. Das stimmt so nicht ganz. Meist werden Erkältungen, Grippe-Erkrankungen oder Rachenentzündung durch Viren verursacht. Ein Antibiotikum wirkt dagegen ausschließlich gegen bakterielle Infektionen.

Bekannte Bakterien sind beispielsweise Salmonellen, die oft durch verunreinigte Lebensmittel aufgenommen werden. Aber auch Infektionen wie Tuberkulose, Keuchhusten, Scharlach oder Harnwegsinfekte werden durch Bakterien verursacht. Hier helfen unter anderem Antibiotika, indem sie die Vermehrung der Bakterien hemmen oder diese direkt zerstören, informierte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

2. Mythos: Machen Antibiotika den Menschen resistent?

Viele glauben, dass die Einnahme von Antibiotika resistent macht. Auch das ist nicht ganz richtig. Der Körper kann sich nicht an das Medikament gewöhnen, sondern vielmehr die Bakterien selbst, berichtete Stiftung Warentest. Einige Bakterien können also gegen Antibiotika resistent werden. Das könne zum einen durch zufällige Mutationen im Erbgut der Erreger geschehen, zum anderen aber auch durch den hohen Einsatz in der Fleischindustrie passieren. Auch eine falsche oder zu kurze Einnahme kann die Bildung resistenten Bakterien fördern.

Angesichts schlechter Haltungsbedingungen können sich Krankheiten unter Tieren schneller ausbreiten. „Um das zu verhindern, verabreichen Betriebe oftmals ganzen Herden Antibiotika“, erklärte die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Wichtig ist daher, Antibiotika nur zu verschreiben und einzusetzen, wenn es unbedingt notwendig ist. „Wenn ein Antibiotikum seine Wirkung verliert, ist prinzipiell jeder gefährdet“, warnte das Robert Koch-Institut (RKI). Infektionen mit resistenten Erregern lassen sich dementsprechend schwieriger behandeln. Nach Angaben des RKIs können Resistenzen nicht verhindert werden, sondern lediglich verlangsamt.

3. Kann man Antibiotika bei Besserung der Symptome absetzen?

Antibiotika wirken meist schnell und sorgen für eine Linderung der Symptome. Wer sich besser fühlt, sollte aber nicht gleichzeitig das Medikament absetzen. Oft befinden sich noch immer Bakterien im Körper, die sich beim Absetzen wieder vermehren können. Das Arzneimittel sollte daher so lange eingenommen werden, wie die Ärztin oder der Arzt verordnet hat.

4. Gehören Antibiotika in jede Haus­apotheke?

Antibiotika gehören nicht wie Schmerzmittel und Pflaster in den Medikamentenschrank zu Hause. Antibiotika sind rezeptpflichtig und müssen daher von einer Ärztin oder einem Arzt verschrieben werden. Zudem gibt es unterschiedliche Präparate gegen unterschiedliche Erkrankungen. Übrig gebliebene Tabletten sollten auf keinen Fall an Dritte weitergegeben oder später selbst eingenommen, sondern im Hausmüll entsorgt werden.

5. Sind Antibiotika gefähr­lich? Das sind mögliche Nebenwirkungen

Grundsätzlich sind Antibiotika nicht riskanter als andere Medikamente. Die meisten Präparate haben sogar einen natürlichen Ursprung. Sie sind ein gebildetes Stoffwechselprodukt von Pilzen oder Bakterien. Auch das viel eingesetzte Penicillin stammt aus Schimmelpilzen. Einige Antibiotika werden jedoch auch vollständig synthetisch hergestellt.

Dennoch gibt es einige Nebenwirkungen, dessen Art und Häufigkeit meist davon abhängt, welches Mittel verabreicht wird. Das sind laut BZgA die häufigsten Nebenwirkungen:

6. Mythos: Vertragen sich Antibiotika mit Milch?

Einige Antibiotika vertragen sich tatsächlich nicht mit Milch, wie Tetra­zyklin oder Norfloxazin, berichtete Stiftung Warentest. Die Wirkstoffe können sich nur schwer mit dem in Milch enthaltenen Kalzium verbinden. Dadurch können die Präparate nicht ausreichend ins Blut gelangen und bleiben wirkungslos. Zwei Stunden vor und nach der Tabletteneinnahme sollen Sie also möglichst auf Milch und Milchprodukte verzichten.

Das gilt aber nur für bestimmte Antibiotika. Es empfiehlt sich daher, vorab den Beipackzettel zu lesen. Aber auch Alkohol verträgt sich nicht mit allen Antibiotika, darunter Metronidazol oder Ketoconazol. „Bei beiden können zusammen mit Alkohol Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzrhythmusstörungen und Blutdruckabfall auftreten“, erklärte Apotheker Christian Machon gegenüber dem Gesundheitsportal aponet.de.

7. Hemmt Antibiotika die Wirkung der Pille?

Wer zur Verhütung die Anti-Babypille nimmt, sollte bei der Einnahme von Antibiotika zusätzlich verhüten. Die Wirkung der Pille kann nämlich während der Einnahme von Antibiotika gemindert sein. Das liegt an der veränderten Darmflora, die die Aufnahme der Hormone beeinträchtigen kann. (kas)

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