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Akute Pein ausschalten, Chronifizierung vorbeugen

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Von: Pamela Dörhöfer

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Signale erkennen: Um chronische Schmerzen zu vermeiden, sollten sie frühzeitig behandelt werden
Signale erkennen: Um chronische Schmerzen zu vermeiden, sollten sie frühzeitig behandelt werden © FR-Grafik/iStock

Der modernen Medizin stehen inzwischen effektive Methoden zur Schmerzlinderung zur Verfügung.

Zu den Risikokandidaten für chronische Schmerzen gehören Patienten, bei denen sich Schmerzen nach einer Operation hartnäckig halten. Umso wichtiger ist es in dieser Phase, diese in den ersten Tagen als natürliche Folge des Eingriffs zu beseitigen, sagt Gerd Neidhart, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie am Hospital zum Heiligen Geist in Frankfurt.

So werde nicht nur der akute Schmerz ausgeschaltet, sondern auch der Chronifizierung vorgebeugt. Der modernen Medizin stehen dafür heute noch weit effektivere Methoden zur Verfügung als noch vor etwa 20 Jahren, erklärt Paul Kessler, Chefarzt für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerzmedizin an der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt. Eine Behandlung für alle „aus der Schublade“ gibt es dabei nicht. Die Stärke der Schmerzen nach einer Operation hänge zum Einen von der Art des Eingriffs und zum Anderen vom individuellen Empfinden eines Patienten ab, erklärt Kessler, deshalb sei ein „starres Schema“ nicht sinnvoll. Grundsätzlich gelte aber die Regel: In den ersten zwei, drei Tagen ein starkes Mittel geben und dann die Dosis immer weiter zu reduzieren beziehungsweise auf „leichtere“ Medikamente umsteigen, zu „deeskalieren“.

Opiate nach Operationen

In der Praxis würden häufig verschiedene Substanzen und Verfahren kombiniert. Basis der akuten Schmerztherapie nach einer Operation sind nach wie vor vielfach die Opiate. Sorgen, abhängig zu werden, seien angesichts der meist kurzen Dauer der Einnahme unbegründet, Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Erbrechen aber nicht immer zu vermeiden, sagt Kessler.

Anästhesisten setzen heute auch gerne regionale Schmerzverfahren ein. Deren Vorteil ist es, dass sie Schmerzen sehr effektiv unterdrücken, dabei aber nur in dem Gebiet wirken, das operiert wurde – und damit den Gesamtorganismus weniger belasten. Die Erfolgsquote dieser regionalen Methoden sei mittlerweile sehr gut, sagt Gerd Neidhart, intravenöse Therapien seien dann kaum noch notwendig.

Lokale Betäubungen

So ist es etwa möglich, das Schmerzempfinden durch eine lokale Anästhesie, also eine Betäubung der betroffenen Körperstellen, auszuschalten, erklärt Chefarzt Paul Kessler. Mit Hilfe eines Ultraschallgerätes sei es heute möglich, dass die dafür nötigen Substanzen auch genau am richtigen Ort ankommen, sagt Kesslers Kollege Gerd Neidhart.

Nach großen Operationen ließe sich die lokale Anästhesie über mehrere Tage ausdenken. Über Pumpen können die Patienten dann die Menge des Medikaments, das über den Katheter abgegeben wird, selbst steuern. Ein Nachteil indes: Dieses Verfahren ist kostspielig und erfordert spezielles Personal, es wird deshalb nicht in allen Kliniken angeboten.

Schmerzkatheter im Bereich der Wirbelsäule, sogenannte Periduralkatheter, werden heutzutage nach großen Operationen im Brustkorb oder Bauchraum eingesetzt. Patienten, die Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung nehmen, sind davon allerdings ausgeschlossen, erklärt Paul Kessler.

Bei ihnen könnte es zu einer Blutung im Rückenmark und in der Folge zur Querschnittslähmung kommen. Den anderen Patienten indes bieten sie nach aufwendigen Eingriffen Schmerzfreiheit.

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