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Affenpocken-Impfstoff Imvanex: Diese Nebenwirkungen sind bekannt

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Von: Karolin Schäfer

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Risikogruppen können sich gegen Affenpocken mit dem Imvanex-Vakzin impfen lassen. Alle Infos zum Impfstoff im Überblick.

Frankfurt – Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat für Risikogruppen eine Impfung gegen Affenpocken empfohlen. Dabei handelt es sich um den seit 2013 in der EU zugelassenen Impfstoff Imvanex. Hintergrund ist die seit einigen Wochen ungewöhnliche Häufung von Affenpocken-Infektionen in zahlreichen europäischen Ländern – auch in Deutschland. Bei dem aktuellen Ausbruch der Affenpocken handelt es sich um den größten und geografisch am weitesten verbreiteten Ausbruch, über den jemals außerhalb der Endemiegebiete in West- und Zentralafrika berichtet worden ist.

Imvanex ist ein Lebendimpfstoff zum Schutz gegen Pocken bei Erwachsenen. Das Präparat enthält „eine lebende modifizierte Form des Vacciniavirus, Vacciniavirus ‚Ankara‘ genannt, das mit dem Pockenvirus verwandt ist“, informierte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA in einem Schreiben.

Affenpocken-Impfstoff: Zwei Impfungen im Abstand von 28 Tagen

Impfstoffe, die Vacciniaviren enthalten, wurde bereits wirksam zur Ausrottung der Pocken im 20. Jahrhundert verwendet. Die sogenannten Lebendimpfstoffe enthalten eine geringe Menge des entsprechenden Krankheitserregers, der jedoch so abgeschwächt wurde, dass die Erkrankung selbst nicht ausgelöst wird. Zu dieser Gruppe zählen etwa auch Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln.

ImpfstoffImvanex
EU-Zulassung31. Juli 2013
TypLebendimpfstoff
KrankheitPocken
Empfehlungab 18 Jahren

Wer sich den Impfstoff gegen Affenpocken verabreichen lässt und zuvor noch nicht gegen Pocken geimpft wurde, soll zwei Dosen erhalten. Die zweite Injektion wird nach Angaben der EMA frühstens 28 Tage nach der ersten Impfung verabreicht. Personen, die bereits in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft wurden, sollen lediglich eine Dosis erhalten. „Dies gilt jedoch nicht für Patienten mit geschwächtem Immunsystem“, wies die EMA hin.

Die Stiko empfiehlt einen Impfstoff gegen Affenpocken.
Die Stiko empfiehlt einen Impfstoff gegen Affenpocken. © Martin Schutt/dpa

Impfung gegen Affenpocken: Nebenwirkungen sind unwahrscheinlicher

Da sich das Vacciniavirus von Imvanex in menschlichen Zellen nicht replizieren kann, seien Impfnebenwirkungen unwahrscheinlicher als bei konventionellen Pockenimpfstoffen, erklärte die EU-Behörde. Das käme vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem zugute. Wer allergisch gegen den Wirkstoff oder einzelne Bestandteile, wie Hühnereiweiß, Benzonase, Gentamicin und Ciprofloxacin ist, sollte den Impfstoff gegen Affenpocken nicht erhalten.

Diese Nebenwirkungen sind laut EMA beim Pocken-Impfstoff bekannt:

Affenpocken-Impfstoff: Unbekannt, wie lange Schutzwirkung hält

Der Imvanex-Impfstoff wurde damals unter „außergewöhnlichen Bedingungen“ zugelassen, da es aufgrund der Seltenheit der Krankheit nicht möglich war, vollumfängliche Informationen über das Vakzin zu sammeln. Deshalb ist derzeit nicht bekannt, wie lange der Schutz der Impfung anhält. Der dänisch-deutsche Hersteller Bavarian Nordic prüfe nach Angaben der EMA aber immer wieder sämtliche Datenlagen und aktualisiere damit gegebenenfalls seine Informationen.

Da der Impfstoff in Deutschland vorerst nur eingeschränkt verfügbar sein wird, empfiehlt die Stiko die Impfung gegen Affenpocken besonders gefährdeten Personengruppen. Dazu zählen etwa Menschen, die engen körperlichen Kontakt mit einer an Affenpocken erkrankten Person hatten sowie Personal in medizinischen Laboren, die ungeschützten Kontakt zu Proben hatten. (kas)

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