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Schock in Hollywood: Erneut klaut ein Hacker private Bilder von jungen Promi-Frauen und stellt sie ins Netz. Unter anderem sind Mary Elizabeth Winstead, Christina Aguilera, Kirsten Dunst und Ariana Grande betroffen.

Hackerangriff

Wie wehrt man sich gegen Nacktbilder im Netz?

Mehrere weibliche US-Stars sind erneut Opfer eines mutmaßlichen Hackerangriffs geworden. Ein Unbekannter stellte Dutzende intime Fotos ins Internet. Doch auch Normalbürger kann es treffen - wie können sich Betroffene wehren?

Derzeit sorgt die Meldung um geklaute Promi-Nacktfotos für Aufsehen im Netz. Ein Hacker hat offenbar über den Speicherdienst iCloud Zugriff auf die Bilder zahlreicher Stars erlangt und diese ins Internet gestellt. Betroffen von dem Angriff sind unter anderem die US-Schauspielerinnen Jennifer Lawrence und Kirsten Dunst, auch die Popstars Rihanna, Avril Lavigne und Christina Aguilera hat es erwischt.

Auch wenn Apple eine Sicherheitslücke bestreitet - es ist leider nicht der erste Vorfall dieser Art. Schon vor zwei Jahren war ein Hacker nach mehreren Cyberattacken auf US-Stars zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nicht nur Promis, sondern auch „normale“ Menschen fragen sich jetzt, wie man sich am besten vor der Veröffentlichung solcher intimer Bilder schützen kann.

Schon vor dem Knipsen Gedanken machen

Der Kölner Medienanwalt Christian Solmecke rät zunächst allen Personen, sich bereits vor der Anfertigung von Nacktfotos Gedanken zu machen: „Heutzutage häufen sich derartige Hackerangriffe. Eine hundertprozentige Sicherheit besteht bei der Speicherung digitaler Dateien nie“, warnt der Rechtsexperte.

Wer intime Bilder von sich anfertigen möchte, sollte sich zunächst die Frage stellen, ob diese unbedingt digital gespeichert werden müssen. Der beste Schutz vor Angriffen ist die Nutzung einer klassischen Videokamera, die Fotos sollte man zur Sicherheit nur ausdrucken.

Fertige man Bilder mit dem Smartphone an, könne man nie sicher sein, dass die Bilder nicht auf irgendeinem Weg in die Hände Dritter gelangten. „Insbesondere wer iCloud auf seinem Handy installiert hat, sollte sich im Klaren darüber sein, dass alle angefertigten Bilder automatisch im Netz hochgeladen und gespeichert werden“, warnt Christian Solmecke.

Im zweiten Schritt sollten sich die Abgebildeten genau überlegen, wem sie die Bilder nach dem Shooting überlassen. Häufig sind intime Fotos für den Partner bestimmt - aber auch das könnte riskant sein. Christian Solmecke kann von zahlreichen Fällen aus seiner Kanzlei berichten: „Viele Mandanten kontaktieren uns, weil der Partner nach einer Trennung intime Bilder aus Rache ins Netz stellt.“

Das Landgericht Koblenz hat zwar im Mai 2014 entschieden, dass Erotikbilder nach einem Beziehungsaus zu löschen sind (Az.: 3 U 1288/13). „Eine Garantie dafür besteht jedoch nicht“, erklärt der Anwalt. Zudem handele es sich bei dem Urteil um eine Einzelfallentscheidung. Daher sollten derartige Bilder besser nicht in digitaler Form geteilt werden. 

Betroffene können Löschanträge stellen

Aber was tun, wenn guter Rat zu spät kommt? Sind die Bilder bereits im Internet veröffentlicht worden, können sich die Betroffenen natürlich dagegen wehren. Allerdings ist das häufig kompliziert, weil die Fotos immer wieder in Sekundenschnelle weitergeteilt werden können. Und die Täter werden in den allermeisten Fällen nicht zu fassen sein.

Eine gute Erfolgsquote bei der Löschung besteht immerhin bei großen Foren. Betroffene können sich hier sowohl an den Inhaber der Domain wenden, als auch an den Web-Provider. „In der Regel reagieren diese sehr schnell auf die Löschanträge“, weiß Solmecke. Zudem könnten sich Opfer auch direkt an die Suchmaschine Google richten. 

Auch Promis müssen keine Nacktfotos dulden

Für den Löschanspruch ist es grundsätzlich egal, ob es sich um Bilder von Prominenten oder Privatpersonen handelt. Auch Stars müssen keine Veröffentlichung von Nacktfotos dulden. Ein Unterschied gibt es jedoch bei der kriminellen Energie: Bei Privatpersonen ist oft der Ex-Partner für die Veröffentlichung verantwortlich - der Verursacher ist hier viel schneller ausfindig zu machen. „Sind Privatpersonen betroffen, verzeichnen wir einen Löschungsgrad von 80 bis 90 Prozent“, erklärt Christian Solmecke. In den meisten Fällen könnten sich Betroffene also erfolgreich gegen die Veröffentlichung intimer Bilder wehren. (gs/dpa)

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