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Am 31. Mai ist jedes Jahr Stichtag für die Abgabe der Steuererklärung. Wer diesen Termin verpasst hat, muss nicht gleich mit Strafen rechnen - er sollte sich aber beim Finanzamt melden.

Einkommensteuererklärung

So verlängern Sie die Abgabefrist beim Finanzamt

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Eine Einkommensteuererklärung kann sich lohnen. Zwar ist die Abgabefrist verstrichen - wer sich aber um eine Verlängerung bemüht, kann noch nachträglich Geld herausschlagen. Wie man beim Finanzamt vorgeht, und welche Strafen bei Verspätung drohen.

Die Einkommensteuererklärung kostet viel Zeit. Wer sie bis zum Stichtag 31. Mai nicht gemacht hat, sollte jetzt schnell handeln. Wir erklären, wie man die Abgabefrist beim Finanzamt verlängern lassen kann.

Wer bei seiner Steuererklärung getrödelt hat, muss normalerweise tief ins Portmonee greifen. Denn das Finanzamt darf einen Verspätungszuschlag oder ein Zwangsgeld festsetzen, wenn die pünktliche Abgabe der Einkommensteuererklärung am 31. Mai jeden Jahres versäumt wird.

Die Strafgelder können bis zu zehn Prozent der fälligen Einkommensteuer ausmachen, maximal fallen 25.000 Euro Strafe an. Im schlimmsten Fall schätzt der Finanzbeamte, wie viel Steuern man zahlen muss. Besonders ärgerlich: Strafen können selbst dann verhängt werden, wenn der vergessliche Steuerzahler eigentlich Geld vom Fiskus zurückbekommen würde.

Aber wer sich gleich nach Ablauf der Frist beim Finanzamt meldet, kann in der Regel problemlos noch einige Wochen Aufschub für die Steuer herausholen. In diesem Fall werde kein Verspätungszuschlag festgesetzt: Ein formloses Schreiben mit kurzer Erklärung genüge, teilt der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) mit. Oder man greift zum Telefonhörer und ruft beim zuständigen Sachbearbeiter an.

Als Gründe für die Verzögerung lässt das Finanzamt etwa Dienstreisen oder eine Krankheit gelten. Auch ein Umzug oder nach wie vor ausstehende Unterlagen von Bank, Krankenversicherung oder dem Riester-Anbieter können zur Begründung angeführt werden.

Reagiert das Finanzamt nicht auf das Schreiben, ist der Aufschub stillschweigend akzeptiert. In der Regel sichert das dann einige Wochen mehr Zeit, höchstens bis zum 30. September des Jahres. Wer sich vom Lohnsteuerhilfeverein oder wie fast alle Freiberufler und Selbständigen vom Steuerberater helfen lässt, muss sich dagegen nicht um eine Verlängerung kümmern: In diesen Fällen endet die Frist automatisch erst am 31. Dezember 2014.

Sorgfältig sein und Fehler vermeiden

Eine Steuererklärung lohnt sich, denn Steuerzahler dürfen im Schnitt mit einer Erstattung von 800 Euro rechnen. Darauf weist die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) hin. Beim Ausfüllen sollte aber jeder sorgfältig sein. Werden abzugsfähige Beträge in der falschen Zeile eingetragen, streicht das Finanzamt die geltend gemachten Kosten häufig heraus, trägt sie aber nicht in die richtigen ein. Aus diesem Grund macht es Sinn, den Steuerbescheid zu prüfen: Steuerzahler haben vier Wochen Zeit, Einspruch einzulegen, wenn sie mit dem Bescheid unzufrieden sind.

Wer muss die Steuererklärung machen?

Zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind alle Arbeitnehmer, die auf ihrer Lohnsteuerkarte Freibeträge eingetragen haben, wie die Lohnsteuerhilfe Bayern erklärt. Auch Ehepaare mit der Steuerklassenkombination III/V seien zur Abgabe verpflichtet. Das gleiche gelte für Personen, die Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Mutterschaftsgeld, ALG I oder Krankengeld bezogen haben. Bei Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung sei die Steuererklärung ebenfalls Pflicht.

Abgabepflichtig sind zudem alle, die im Jahr 2013 neben dem Arbeitslohn weitere steuerpflichtige Einkünfte von mehr als 410 Euro bezogen haben. Freiberufler bzw. Selbstständige oder Gewerbetreibende müssen zudem die Einnahmeüberschussrechnung übermitteln, mit der sie ihre Gewinne errechnen. Auch Rentner, deren Einkünfte mehr als 8130 Euro (Alleinstehende) beziehungsweise 16.260 Euro (Verheiratete) betragen, sind zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung grundsätzlich verpflichtet.

Wer kann sich entspannen?

Noch reichlich Zeit haben zum Beispiel Berufstätige, die ausschließlich Einnahmen aus ihrer Arbeit als Angestellter nach Hause bringen. Sie können grundsätzlich frei wählen, ob sie sich die Mühe machen und eine Steuererklärung abgeben. Ihre freiwillige „Antragsveranlagung“ für 2013 müsste erst Ende 2017 beim Finanzamt sein. Laut Bundesfinanzhof tritt nach vier Jahren Verjährung ein (Az.: VI R 53/10).

Die Frist betrifft beispielsweise Singles ohne Kinder mit Lohnsteuerklasse I oder II, die nur Job-Einkünfte haben. Gleiches gilt auch für Eheleute mit etwa gleich hohem Einkommen, also mit Klasse III oder IV, ohne jegliche Zusatzeinnahme.

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