Ein Tag bei Stiftung Warentest

Zuletzt waren es Matratzen, Hundefutter und Kreissägen: Jeden Monat prüft die Stiftung Warentest einzelne Produktgattungen ...

Berlin. Zuletzt waren es Matratzen, Hundefutter und Kreissägen: Jeden Monat prüft die Stiftung Warentest einzelne Produktgattungen auf ihre Qualität. Ein Bericht aus dem Hochsicherheitstrakt des Verbraucherschutzes.

Wer den Mitarbeitern der Stiftung Warentest beim Kochen, Schmecken, Sprühen, Cremen und Prüfen über die Schulter schauen will, muss Schweigevereinbarungen unterschreiben. Es gilt die höchste Geheimhaltungsstufe. Auch Name und Standort des unabhängigen Prüfinstituts sollen geheim bleiben, damit kein Hersteller versuchen kann, Einfluss zu nehmen. Selbst die Untersuchungsobjekte - an diesem Tag sind es Kartoffelknödel und Klöße - sind nicht auf Anhieb zu erkennen. Sie stecken im Reagenzglas, in Portionen von fünf bis zehn Gramm, in kleine Gefäße abgefüllt und mit einer Nummer versehen.

Keiner der Laboranten soll wissen, von welchem Hersteller das Produkt stammt, das er gerade unter seinem Mikroskop hat. "Nur die Person, die die Nummern vergibt, weiß, welche Namen sich dahinter verbergen", erklärt die Testleiterin - auch ihr Name soll nicht erwähnt werden. Schon die Mitarbeiter, die die Proben in kleine Portionen aufteilen, können diese nicht mehr identifizieren.

Für den Test hat die Stiftung 31 vorwiegend überregional erhältliche Produkte ausgewählt, darunter Pulver zum Anrühren, Kochbeutelklöße, gekühlte Kloßteige, tiefgekühlte Klöße und ungekühlte Mini-Knödel. Die meisten davon gehören zur Sorte "halb und halb". Untersucht wurden Nährwerte wie Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate, außerdem Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Konservierungs- und Farbstoffe. Auch nach Salmonellen, Hefen, Schimmelpilzen oder Pestizid-Rückständen wurde gesucht.

"Sicherheitshalber haben wir die Produkte auch auf gentechnische Veränderungen überprüft", erklärt Projektleiterin Birgit Rehlender Tage nach dem Test in der Zentrale der Stiftung in Berlin. Zwar sei die gentechnisch veränderte Knolle Amflora nicht für Lebensmittel zugelassen, aber ihr Anbau ist schließlich seit diesem Jahr erlaubt.

Näher am Leben von Käufern und Essern als die Laborphase ist wohl die sogenannte Sensorikprüfung beim Knödeltest - sozusagen das Probieren. Denn schließlich soll so ein Kloß, der zum Beispiel zur Festtagsgans serviert wird, vor allem schmecken. Fünf geschulte Prüfpersonen haben die anonymisierten Sorten probiert. Dabei achteten sie unter anderem auf Farbe, Form, Geruch und Konsistenz. Nach zwei Monaten war der Kartoffelknödeltest abgeschlossen.

Nur 10 der 31 Produkte erhielten die Bewertung "gut". Und unter den Spitzenreitern sind keineswegs die namhaften Hersteller. Am besten schnitt die Gruppe der Frischkloßteige ab. Pestizidrückstände und gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe wurden gar nicht gefunden. Auch die Verwendung von Geschmacksverstärkern konnte für die meisten Kartoffelknödel ausgeschlossen werden. Die detaillierten Ergebnisse sind im "test"-Novemberheft nachzulesen. (dpa/tmn)

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