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Die Einkommensteuervorauszahlung lässt sich für Betroffene der Coronakrise reduzieren.
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Für die letzte Steuererklärung gilt eine Abgabefrist.

Finanzamt

Steuererklärung für Verstorbene: Das müssen Hinterbliebene beachten

  • Anne Hund
    VonAnne Hund
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Nach dem Tod eines Angehörigen müssen die Hinterbliebenen eine Menge erledigen. Auch das Finanz­amt dürfen sie nicht vergessen – es verlangt oft nach einer letzten Steuererklärung.

Trauerfall: Hinterbliebene müssen letzte Steuererklärung machen

Stirbt ein Mensch, über­nehmen die Erben auch seine steuerlichen Rechte und Pflichten. Das Finanzamt kann von ihnen eine letzte Steuererklärung verlangen, wenn der Verstorbene Einnahmen hatte, von denen noch kein Steuerabzug vorgenommen wurde. Darauf macht der Verein Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer aufmerksam, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Das sollten betroffene Angehörige wissen: Für die letzte Steuererklärung gilt dem Bericht zufolge eine Abgabefrist. Ist der Todesfall im Jahr 2020 eingetreten, muss die Steuererklärung demnach bis spätestens 2. August 2021 abgegeben werden. War der Verstorbene allerdings nicht pflichtveranlagt, könnten die Hinterbliebenen die Steuererklärung* auch noch bis zu vier Jahre nach dem Todesfall einreichen.

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Steuererklärung für Verstorbene – Abgabefristen vom Finanzamt beachten

Die Steuererklärung für das Todes­jahr muss genauso frist­gerecht abge­geben werden wie die eigene, berichten auch die Experten der Zeitschrift test.de. „Allerdings gelten unterschiedliche Abgabe­fristen“, heißt es in dem Beitrag konkret: „Wenn der Verstorbene seine Steuererklärung jähr­lich abgeben musste, endet die Frist bei Todes­fällen aus dem Jahr 2020 am 2. August 2021.“ Beauftragen die Erben laut test.de einen Steuerberater oder einen Lohn­steuer­hilfe­ver­ein, „haben sie bis zum 28. Februar 2022 Zeit.“ Für freiwil­lige Steuererklärungen bleibe sogar vier Jahre Zeit – „bis zum 31. Dezember 2024“. Selbst wenn keine Abgabe­pflicht bestehe, könne das Finanz­amt eine Erklärung für den Verstorbenen zwar verlangen und eine Frist setzen, berichtet test.de zudem. Die Erklärung fordere das Amt jedoch „in der Regel nur“, wenn die Höhe oder Art der elektronisch über­mittelten Einkünfte eine Pflicht­ver­anlagung nahelegen. Was zudem jeder wissen sollte: „Geben Hinterbliebene die Pflicht­erklärung des Verstorbenen zu spät ab, erhebt das Finanz­amt einen Zuschlag von mindestens 25 Euro pro ange­fangenem Verspätungs­monat.“

Musste der Verstorbene jähr­lich mit dem Finanz­amt abrechnen, sollten die Erben also unbe­dingt prüfen, ob er seine Steuern erklärt hat, so der Rat auf test.de. Betroffene Angehörige sollten unter anderem folgende Punkte beachten:

  • Pflicht: „Als Erbe müssen Sie für den Verstorbenen eine letzte Steuererklärung abgeben, wenn er zwischen Jahres­beginn und Todes­tag Einkünfte erzielt und darauf noch keine Lohn- oder Kapital­ertrag­steuer gezahlt hat“, heißt es auf test.de.
  • Informationen: „Sichten Sie die Unterlagen des Verstorbenen. Fehlen Informationen, können Sie diese als Erbe bei Arbeit­geber, Banken und anderen Stellen erfragen“, so die Experten.
  • Hilfe: „Als Erbe können Sie die letzten Steuer­bescheide des Verstorbenen vom Finanz­amt bekommen, etwa wenn der Verstorbene seine Erklärung früher nur für sich abge­geben hat. Bei Zusammen­ver­anlagung müssen Witwe oder Witwer zustimmen“, heißt es auf test.de zudem.

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Freiwillige Abgabe der Steuererklärung für Verstorbene

Eine freiwil­lige Abgabe der Steuererklärung für den Verstorbenen könne sich für die Erben lohnen, so außerdem ein Rat der Experten. Entscheidend sei, ob bereits übers Jahr Lohn­steuer einbehalten wurde. „Mit einer Erstattung können Erben in aller Regel rechnen, wenn der Verstorbene unmittel­bar aus dem Arbeits­leben ausgeschieden ist. Dann fiel der monatliche Lohn­steuer­abzug zu hoch aus.“ Auch in folgenden Fällen könne man damit rechnen, Geld vom Finanz­amt zu erhalten, schreibt test.de zudem:

  • „Der oder die Verstorbene war im Senioren- oder Pfle­geheim und musste Zuzah­lungen leisten.“
  • „Bei höheren Spendenzah­lungen oder Zahlungen an politische Parteien der oder des Verstorbenen.“
  • „Der oder die Verstorbene hat im Kalender­jahr Rechnungen von Hand­werkern oder Dienst­leistern bezahlt, die seine tarifliche Steuer um 20 Prozent der Lohn­kosten senken.“
  • „Der oder die Verstorbene hatte einen Grad der Behin­derung, mit dem ein Frei­betrag geltend gemacht werden kann.“

Eine Steuererstattung für den Verstorbenen zählt den Experten zufolge „wie mögliche Steuerschulden zum Nach­lass“. Sie stehe den Erben zu und müsse unter den Berechtigten nach der Erbquote aufgeteilt werden. „Erstattungen aus dem Todes­jahr wirken sich nicht auf die Erbschaft­steuer aus, nur solche aus früheren Jahren“, heißt es außerdem in dem Bericht auf test.de.

Hilfe bei der Steuer

Steuerpflichtig? Eine passende Steuersoftware (werblicher Link), bei der die einzelnen Schritte nachvollziehbar erklärt werden, kann eine gute Hilfe sein.

(ahu) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Auch interessant: Grundrente im Jahr 2021 – wann wird der Aufschlag bei kleiner Rente ausbezahlt?

Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt übermitteln. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück. © dpa / Hans-Jürgen Wiedl
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig. © dpa /Jens Wolf
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten – schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person. © pixabay / Takmeomeo
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Kinder kosten viel Geld – doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld. Sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage "Kind" von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. © iStockphoto
Bereits als Student macht es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euros sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen.
Bereits als Student ergibt es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euro sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen. © pixabay / janeb13
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Softwares sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden in den Programmen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können.
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Programme sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können. © pixabay / Simon
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen.
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen. © iStockphoto

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