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In folgenden Fällen sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

Steuerklasse, Kirchensteuer & Co.

Steuererklärung 2018: In diesen Fällen sind Sie sogar dazu verpflichtet, sie abzugeben

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Für einige Arbeitnehmer ist es an der Zeit, ihre Steuererklärung abzugeben. Dieses Jahr gilt der 31. Juli als Abgabefrist. Aber wer zählt dazu und ab wann ist man dazu verpflichtet?

Für manche Arbeitnehmer steht alle Jahre wieder die verhasste Steuererklärung an. Dann werden Akten geordnet, Belege zusammengekramt und über die vielen verschiedenen Anlagemöglichkeiten verzweifelt. Doch andere können sich wieder entspannt zurücklegen und geben die Einkommenssteuererklärung erst Jahre später rückwirkend ab. Wann sie allerdings verpflichtend ist, darüber klärt Sie die Redaktion auf.

Steuererklärung 2018: In diesen Fällen sind Sie dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben

Grundsätzlich gilt: Tatsächlich muss nicht jeder Arbeitnehmer für jedes Jahr eine Steuererklärung machen. Erstens behält der Staat bei einigen (ledigen) Arbeitnehmern automatisch jeden Monat einen Teil des Gehalts als Einkommenssteuer ein.

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Allerdings gibt es auch viele Arbeitnehmer, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben, durch die sogenannte Veranlagungspflicht. Diese wird in den Fällen verlangt, in dem der Fiskus davon ausgeht, dass noch nicht genug Steuern entrichtet wurden. Das kann laut dem Lohnsteuerhilfeverein VLH zum Beispiel sein,

  • wenn Sie neben dem Gehalt noch weitere, private Nebeneinkünfte von insgesamt mehr als 410 Euro im Jahr beziehen (Vermietung oder Verpachtung von Immobilien, Renten etc.).
  • wenn Sie und der Ehe-oder Lebenspartner Gehalt beziehen, aber einer von Ihnen nach der Steuerklasse V oder VI besteuert wird.
  • wenn Sie und Ihr Ehe- oder Lebenspartner die Steuerklasse IV mit Faktor gewählt haben.
  • wenn Sie einen eingetragenen Freibetrag für Werbungskosten oder Sonderausgaben haben und Ihr Gehalt als Single mehr als 11.000 Euro oder als Ehepaar mehr als 20.900 Euro im Jahr beträgt.
  • wenn Sie mehrere Jobs gleichzeitig haben und Lohn beziehen.
  • wenn Sie steuerfreie Entgeltersatzleistungen von insgesamt mehr als 410 Euro bekommen.
  • wenn Sie geschieden sind und Sie oder Ihr Ex-Partner im selben Jahr wieder geheiratet haben.

Steuererklärung 2018: Nicht gesetzlich verpflichtet? Rückwirkend lohnt sich mehr

Gut zu wissen: Erhalten Sie Kapitalerträge, zum Beispiel Zinsen oder Dividenden, müssen Sie eine Abgeltungssteuer und eventuell auch eine Kirchensteuer bezahlen. Seit 2015 behalten die Banken allerdings die Kirchensteuer automatisch ein, was bedeutet, dass Sie hierfür keine Steuererklärung (Anlage KAP) abgeben müssen. Sind Sie zum Beispiel aus der Kirche ausgetreten, wird Ihnen auch keine Kirchensteuer abgezogen.

Sind Sie allerdings nach oben genannten Punkten nicht dazu verpflichtet, eine Einkommenssteuererklärung zu machen, haben Sie dennoch das Recht, es auf freiwilliger Basis zu tun.

Steuererklärung 2018: Warum es sich lohnt, sie freiwillig abzugeben

Wer sich vornimmt, freiwillig eine Steuererklärung zu machen, der kann sich so zu viel gezahltes Geld vom Fiskus zurückholen. Im Steuerrecht heißt diese dann Antragsveranlagung. Doch für wen lohnt sich eine freiwillige Steuererklärung? Grundsätzlich können dies alle Arbeitnehmer, Azubis und auch Rentner tun. Eine Steuerrückerstattung ist dem Lohnsteuerhilfeverein meist dann zu erwarten, wenn Sie

  • hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen haben.
  • haushaltsnahe Beschäftigungs- und/oder Dienstleistungsverhältnisse geltend machen wollen.
  • geringe Einkünfte haben und zudem eine zweite Berufsausbildung machen (Verlustvortrag).
  • als Arbeitnehmer während eines Kalenderjahres ihren Job gewechselt haben.
  • als Arbeitnehmer während eines Kalenderjahres eine Gehaltserhöhung erhalten haben oder sich die Höhe des Arbeitslohns verändert.
  • Ihre Steuerklasse während eines Kalenderjahres gewechselt haben.

Übrigens: Geben Sie Ihre Steuererklärung freiwillig ab, sind Sie auch nicht an die gängige Abgabefrist gebunden. Stattdessen können Sie diese vier Jahre rückwirkend beim Finanzamt einreichen. Warum es sich finanziell lohnt, erfahren Sie hier.

jp

Steuererklärung 2018 kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt übermitteln. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück. © dpa / Hans-Jürgen Wiedl
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig. © dpa /Jens Wolf
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten – schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person. © pixabay / Takmeomeo
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Kinder kosten viel Geld – doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld. Sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage "Kind" von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. © iStockphoto
Bereits als Student macht es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euros sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen.
Bereits als Student ergibt es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euro sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen. © pixabay / janeb13
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Softwares sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden in den Programmen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können.
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Programme sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können. © pixabay / Simon
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen.
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen. © iStockphoto

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