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Sozialleistungen und Steuern: Diese Änderungen stehen 2022 an

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Von: Anna Charlotte Groos

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Ab 2022 gelten einige neue Regeln für Sozialleistungen und Steuern. (Symbolbild)
Ab 2022 gelten einige neue Regeln für Sozialleistungen und Steuern. (Symbolbild) © Patrick Pleul

Im neuen Jahr wird es einige neue Regelungen in Sachen Steuern und Sozialleistungen geben. Für manche sehen die Aussichten dabei jedoch rosiger aus als für andere. Ein Überblick.

Frankfurt – Ob Mindestlohnerhöhung, mehr Geld für Renter:innen oder Pflegeleistungen: Das neue Jahr bringt einige neue Regelungen und Gesetze mit sich.

Der gesetzliche Mindestlohn etwa soll ab dem 1. Januar 2022 von 9,60 Euro auf 9,82 Euro angehoben werden. Eine weitere Erhöhung ist ab dem 1. Juli vorgesehen. Dann soll der Mindestlohn 10,45 Euro betragen. Die Regierung plant außerdem eine Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro. Wann dies beschlossen wird, ist laut der Nachrichtenagentur Agence France-Presse aber noch unklar.

Laut dem Statistischen Bundesamt werden von der Erhöhung etwa 7,2 Millionen Menschen profitieren und insgesamt 92 Prozent der Beschäftigten im Niedriglohnsektor. 450-Euro-Jobber müssen ihre Arbeitszeit dann entsprechend reduzieren. Für Auszubildende steigt die Mindestausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr außerdem von 550 auf 585 Euro monatlich.

Was sich 2022 ändert: Höhere Renten und mehr Geld für die Pflege

Rund 21 Millionen Rentner:innen in Deutschland können sich im neuen Jahr über mehr Geld freuen: Ab dem 1. Juli steigen die Renten in Westdeutschland voraussichtlich um 4,6 Prozent, in den neuen Bundesländern um 5,3 Prozent. Die Rente in Ostdeutschland beträgt dann 98,6 Prozent des Westwerts. Im Jahr 2024 soll der Rentenwert für West- und Ost-Deutschland einheitlich berechnet werden.

Ab Januar werden Leistungen in der Pflege stärker bezuschusst. Hilft ein Pflegedienst bei Körperpflege, Ernährung, Mobilität oder häuslicher Versorgung, gibt es fünf Prozent mehr Geld. Für die Kurzzeitpflege steigt der Leistungsbeitrag um zehn Prozent. Ab 2022 werden Patienten im Krankenhaus außerdem für eine Übergangszeit von maximal zehn Tagen gepflegt, wenn es keine andere Option gibt.

Änderungen bei den Sozialleistungen: Drei Euro mehr für Hartz IV-Empfänger

Empfänger:innen von Hartz IV erhalten ab Januar 449 Euro im Monat, das sind drei Euro mehr als bisher. Für Kinder zwischen Null und 13 Jahren steigt der Regelsatz um zwei Euro. Für Kinder von 14 bis einschließlich 16 Jahren soll es drei Euro mehr geben. Ein wenig mehr Geld gibt es außerdem für die Schulausstattung: Der Betrag für das erste Schulhalbjahr wird von 103 auf 104 Euro erhöht, für das zweite Schulhalbjahr um 50 Cent auf insgesamt 52 Euro.

Sozialverbände hatten die Anhebung des Hartz IV-Satzes um lediglich drei Euro bereits zuvor kritisiert. Die Erhöhung reiche demnach nicht, um die Inflation auszugleichen.

Neue Regelungen im Jahr 2022: Erleichterungen bei der Steuerlast und Reform der Grundsteuer

Auch bei der Einkommensteuer gibt es ab 2022 neue Regeln. Die Einkommensgrenzen steigen dann für alle Steuersätze um 1,17 Prozent. Der Grundfreibetrag steigt für Ledige außerdem auf 9948 Euro. Das sind 240 Euro mehr als im Jahr 2021. Der Kinderfreibetrag bleibt bei 8388 Euro pro Kind. Das Finanzministerium hat zudem einen höheren Ausbildungsfreibetrag angekündigt. Er soll von 924 auf 1200 Euro steigen.

Die Grundsteuerreform wurde bereits 2019 beschlossen, nun müssen in Deutschland rund 35 Millionen Grundstücke sowie land- und forstwirtschaftliche Betriebe neu bewertet werden. Eigentümer müssen deshalb ab dem 1. Juli bis spätestens 31. Oktober eine Feststellungserklärung in elektronischer Form bei der Finanzverwaltung abgeben. (acg mit afp)

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