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Gerade zur Weihnachtszeit spenden die Deutschen großzügig.
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Gerade zur Weihnachtszeit spenden die Deutschen großzügig.

Zu Weihnachten Gutes tun

Wie Sie sinnvoll Geld spenden

Gerade um die Weihnachtszeit sind viele Deutsche bereit, großzügig Geld zu spenden. Doch oft herrscht eine Unsicherheit über die Seriosität der Organisationen. Dabei gibt es einige Kriterien, die die Auswahl erleichern.

Von Christina Scholten

Vielleicht ist der Wille zum Helfen, vielleicht ist es die Erkenntnis darüber, wie gut es einem selbst im Vergleich zu anderen geht oder vielleicht ist es auch nur eine Gewohnheit, die das Gewissen beruhigen soll: Gründe für das Spenden gibt es viele. Gerade zur Weihnachtszeit wird in Deutschland besonders viel gespendet, im Schnitt drei Mal so viel wie im Rest des Jahres.

Auf den ersten Blick scheinen die Deutschen sehr großzügig zu sein, wenn es um die monetäre Hilfe geht: Privathaushalte spendeten im vergangenen Jahr rund sieben Milliarden Euro, berechnete das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Doch im Ranking des „World Giving Index 2015“ steht Deutschland nur auf Platz 20 der spende-freudigsten Ländern. Angeführt wird der Index von Myanmar, den USA und Neuseeland.

Vor lauter Auswahl fällt die Entscheidung schwer

Dabei sind die Möglichkeiten, hierzulande zu spenden, sehr vielfältig – was viele Menschen jedoch auch zurückschreckt. Denn wer spenden möchte, muss sich erst einmal damit auseinandersetzen, wohin das Geld gehen soll. Flüchtlingshilfen, Entwicklungsorganisationen, Tierschutz, oder Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz oder die Malteser, die große Zahl der Organisationen scheint auf den ersten Blick erdrückend.

Auch die Frage der Seriosität lässt sich nicht durch einen einfachen Blick auf den Namen der Organisation oder deren Homepage klären. Für den Spender ist es oftmals schwer nachvollziehbar, was der Spendenempfänger tatsächlich mit dem Geld macht.

Zu dieser Skepsis kommt hinzu, dass viele Organisationen, darunter auch größere, schon oft in der Kritik standen, die Spenden zu missbrauchen oder damit zu mauscheln – wie beispielsweise die „Unicef“ im Jahr 2008, der vorgeworfen wurde, intransparent zu arbeiten. Inzwischen gilt das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen jedoch als eine der am stärksten transparent arbeitenden Organisationen in Deutschland.

Organisationen im Verruf des Spendenmissbrauchs

In diesem Jahr sah sich die Hilfsorganisation „World Vision“ den schweren Vorwürfen ausgesetzt, ein Zweigstellenleiter im Gazastreifen habe Hilfsgelder in Millionenhöhe veruntreut und sie an die Terrororganisation Hamas weitergeleitet haben. Doch auch kleinere Fälle von veruntreuten Spendengeldern durch Tierschutzvereine oder Schein-Organisationen werden immer mal wieder publik.

Solche Fälle und Affären werfen ein schlechtes Licht auf die ganze Branche und verunsichern die Menschen. Doch es gibt einige Kriterien, an denen sich Spendenwillige orientieren können, um ihre finanzielle Unterstützung in guten Händen zu wissen.

Kriterien für die Auswahl der Organisation

Auf der nächsten Seite: Die wichtigsten Kriterien und Fragen in der Übersicht

Welcher Organisation kann ich vertrauen?

Wer spenden will, sollte sich zuvor gut über den Empfänger informieren. Das DZI vergibt nun seit mehreren Jahren Spendensiegel an Organisationen. Bei der Einschätzung zählen Kriterien wie Transparenz, geprüfte Rechnungslegung und Trennung von Leitung und Aufsicht.

Geprüft werden aber nur Hilfswerke, die sich selbst beim DZI melden und die Kosten für die Prüfung zahlen. Kleinere Organisationen sparen sich dies oft. Wenn ein Verein in der DZI-Liste fehlt, muss das also nicht zwangsläufig bedeuten, dass er unseriös ist.

Dass viele Organisationen sehr transparent und vertrauenswürdig Auskunft über ihre Arbeit geben, zeigte zuletzt eine umfassende Studie des des Analyse- und Beratungshaus Phineo im Auftrag von „Spiegel Online?, die im November 2016 erschienen ist. Untersucht wurden dafür insgesamt 50 der bekanntesten deutschen Spendenorganisationen.

Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Organisationen (54 Prozent) klärt Spender grundsätzlich sehr gut über ihre Arbeit auf. Allerdings dokumentiert nicht einmal jede zweite Organisation (22 von 50) systematisch, welche Veränderungen sie konkret erreicht.

Es müssen nicht immer die Großen sein

Neben den vielen national und international arbeitenden Hilfswerken gibt es immer auch kleine, regionale Organisationen oder Vereine, die Sie unterstützen können. Oftmals besteht hier ein größeres Vertrauensverhältnis, weil deren Arbeit im kleinen Rahmen für die Spender in der Nähe greifbarer ist.

Nicht von Fotos beeindrucken lassen

Immer wieder arbeiten unseriöse Hilfsorganisationen mit Fotos von Kindern in Not, die Mitleid beim Gegenüber erregen sollen. Aus psychologischer Sicht ist das sehr geschickt: Denn das Veranschaulichen von Einzelschicksalen beeinflusst das Spendeverhalten stärker als reine Zahlen, wie eine Studie des US-amerikanischen Wissenschaftlers Paul Slovic gezeigt hat.

Anstatt sich von solchen Bildern beeinflussen zu lassen, sollten Spendenwillige sich lieber Zeit bei der Auswahl des Spendenempfängers nehmen. Viele veröffentlichen Jahresberichte oder zeigen auf ihren Homepages Ergebnisse ihrer Arbeit aus den letzten Jahren, in denen man sich ein Bild machen kann.

Prüfen und informieren

Wenn Sie sich über den potentiellen Spendenempfänger informieren wollen, achten Sie als erstes auch darauf, wie gut zugänglich dieser seine Informationen preisgibt. Gibt es ein Impressum mit Ansprechpartner auf der Homepage, eine Kontaktadresse? Außerdem sollten Sie sich die Werbequalität ansehen, rät der DZI in seiner „Checkliste für sicheres Spenden“. „Eine Ansprache, die Mitleid, Angst, Druck oder besondere Dringlichkeit erzeugt, trägt dazu bei, Sie bei ihrer unabhängigen Entscheidungsfindung zu behindern und sollte als unseriös beurteilt werden.“

Nicht unter Druck setzen lassen

Seriöse Organisationen werden Sie nicht unter Druck setzen, eine Spende abzugeben – egal ob das schriftlich ist oder mündlich im Gespräch. Vertrauen Sie dabei auch auf Ihr Gefühl. Wenn dies ein negatives Zeichen gibt, verzichten Sie lieber auf diese Spende und informieren sich lieber über eine Alternative.

Auf der nächsten Seite: Wie Sie Spenden von der Steuer absetzen können

Auf welchem Weg spenden?

Wer spenden will, kann dies am besten über den klassischen Bankweg machen – so haben Sie sofort auch einen Beleg für Ihre Spende. Inzwischen können Spenden oft auch online getätigt werden, viele Hilfswerke haben dafür extra Buttons auf ihren Seiten eingerichtet.

Wer auf der Straße in Sammelbüchsen spenden möchte, sollte vor allem auf sein Bauchgefühl achten. Gerade hier sind viele Betrüger unterwegs, manchmal sogar mit scheinbar seriös aufgebauten Ständen. Vor allem sollten Sie nichts leichtfertig unterschreiben. Wenn Sie sich für die Organisation interessieren, nehmen Sie sich lieber das Info-Material mit nach Hause und informieren Sie sich.

Spenden von der Steuer absetzen – so geht’s

Gaben an kirchliche, mildtätige oder gemeinnützige Organisationen können Sie sogar steuerlich geltend machen. Bisher müssen die entsprechenden Nachweise in Form von Quittungen der Einkommensteuererklärung beigefügt werden.

Das ist ab dem 1. Januar allerdings nicht mehr nötig, dann müssen die Quittungen nur auf Anforderung des Finanzamtes vorgelegt werden – dafür müssen sie aber trotzdem noch mindestens ein Jahr nach Bekanntgabe des Steuerbescheides aufbewahrt werden.

Wenn der Zuwendungs-Empfänger die notwendigen Informationen über ein geplantes, elektronisches Verfahren direkt an das Finanzamt meldet, ist das allerdings nicht mehr vonnöten. (Mit Material der dpa)

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