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Samenspende steuerlich absetzbar

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Kinderlose Ehepaare können die Kosten für fremde Samenspenden von der Steuer absetzen. Diese Aufwendungen seien als ...

München. Kinderlose Ehepaare können die Kosten für fremde Samenspenden von der Steuer absetzen. Diese Aufwendungen seien als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig, entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem am Montag (21.2.) veröffentlichten Urteil.

Mit dem Urteil (Aktenzeichen: VI R 43/10 vom 16. Dezember 2010) änderte das Gericht seine bisherige Rechtsprechung. In dem Fall war der Ehemann wegen einer inoperablen, organisch bedingten Sterilität zeugungsunfähig. Das Ehepaar entschloss sich deshalb, seinen Kinderwunsch durch eine künstliche Befruchtung mit Samen eines anonymen Spenders zu verwirklichen. In der Einkommensteuererklärung machte das Ehepaar die Kosten dieser Behandlung von rund 21 000 Euro als außergewöhnliche Belastung geltend. Das Finanzamt hatte das unter Hinweis auf die bisherige Rechtsprechung des BFH abgelehnt: Eine künstliche Befruchtung per Samenspende sei keine Heilbehandlung.

Der BFH entschied aber nun, an dieser bisherigen Rechtsprechung nicht mehr festzuhalten. Die künstliche Befruchtung der gesunden Ehefrau mit fremdem Samen könne zwar nicht die Unfruchtbarkeit des Ehemannes heilen. Sie ziele aber - genau wie eine künstliche Befruchtung mit eigenem Samen - auf die Beseitigung der Kinderlosigkeit eines Paares.

Der Kinderlosigkeit selbst komme zwar nicht «Krankheitswert» zu, schreibt das Gericht. Sie sei aber in diesem Fall direkte Folge der Erkrankung des Klägers. Die krankheitsbedingt gestörte Körperfunktion werde durch eine medizinische Maßnahme ersetzt - die deswegen entgegen der bisherigen Auffassung als Heilbehandlung anzusehen sei. Damit könnten die Kosten als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden. (dpa)

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