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Vor allem für Freischaffende ist die Zeit der Rente alles andere als sicher. (Symbolbild)
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Vor allem für Freischaffende ist die Zeit der Rente alles andere als sicher. (Symbolbild)

Das ist hier die Frage

Rente: Mein Mann will nicht fürs Alter vorsorgen - wie überzeuge ich ihn?

Wenn der Ruhestand ruft und die Rente nicht mehr fern ist, fragt sich so manche, ob für die Altersvorsorge genug Rücklagen vorhanden sind.

Liebe Franka, mein Mann und ich sind beide Mitte 50, haben kreative Berufe, sind beide freischaffend und waren viele Jahre total sorglos, was das Alter angeht. Ich mache mir aber zunehmend Gedanken, dass wir im Alter nicht genug Geld haben werden – so richtig vorgesorgt hat keiner von uns beiden, ein großes Erbe ist auch nicht zu erwarten. Mein Mann nimmt meine Sorgen aber überhaupt nicht ernst, er meint, das wird sich schon alles finden, dann müssen wir eben länger arbeiten.

Was kann ich tun, damit er mich und meine Angst ernst nimmt?

FR7- Leserin Susanne (53)

Rente und Altersvorsorge: Ein schwieriges Thema in jungen Jahren

Liebe Susanne, ich kann Sie gut verstehen. Sie leben beide ohne Netz und doppelten Boden – was sich überhaupt nicht beängstigend anfühlt, solange man jung ist. Solange die schwankende Summe, die jeden Monat auf dem Konto eingeht, im Schnitt ausreicht, um gut zu leben, in den Urlaub zu fahren und vielleicht sogar die etwas teurere Gesichtscreme zu kaufen, scheint zunächst alles in Ordnung.

Für die Steuern legen Sie sich wahrscheinlich die entsprechenden Beträge auf einem Extrakonto zurück – und schon schleicht sich das Gefühl ein, man habe seine Finanzen im Griff. Was ja auch gar nicht falsch ist, ehrlich gesagt. Wer weiß schon, ob er oder sie überhaupt alt wird? Es kommt ja durchaus vor, dass Menschen das Alter der Rente gar nicht erreichen, oder sie sterben, bevor sie pflegebedürftig werden könnten. Schön ist es nicht, sich über so etwas Gedanken zu machen. Deshalb kann ich auch Ihren Mann ein wenig verstehen. Läuft doch alles gut gerade, lass uns in der Gegenwart leben! Verhungern werden wir schon nicht ...

Besonders reif und klug ist diese Haltung nicht. Und alleine sind Sie mit Ihren Sorgen auch nicht. Vielen Selbständigen und Freiberuflern in Deutschland droht vermutlich Altersarmut. Denn jeder Vierte verfügt aktuell über keine private Altersvorsorge. Und dass, obwohl die meisten ihre finanzielle Vorsorge selbst als „nicht ausreichend“ ansehen. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank hervor.

Rente für Freischaffende: Mehr Investitionen in Altersvorsorge sind notwendig

Trotz der prekären Lage wollen nur wenige Freischaffende mehr in ihre Rente investieren. Nur jeder Fünfte plant laut der Studie, seine private Altersvorsorge weiter auszubauen. Sogar mehr als die Hälfte der Selbstständigen möchte keine weiteren Vorkehrungen treffen. Ein Grund hierfür liegt an den teilweise niedrigen Einkommen. Laut Allensbach muss ein Fünftel der Haushalte von Selbstständigen mit weniger als 2500 Euro Bruttoeinnahmen im Monat auskommen.

Klar, Sie haben vermutlich gelernt, mit wenig Geld und finanziellen Durststrecken zurechtzukommen. Trotzdem sollten Sie versuchen, Ihren Mann umzustimmen. Mit 53 Jahren erholt man sich schwerer von gesundheitlichen Tiefschlägen – sei es ein Beinbruch oder eine Lungenentzündung. Schon das bedeutet in seinem Fall einen nicht unerheblichen Verdienstausfall. Nehmen Sie ihn sich an einem schönen, ruhigen Abend mal zur Seite, gerne auch bei einem Glas Wein. Machen Sie ihm klar, dass Sie Angst haben – er muss ja zunächst nicht an ein Sicherheitsnetz für sich selbst denken, sondern an eines für Sie als Paar. Sie müssen dafür keine Horrorszenarien an die Wand malen. Aber schlagen Sie ihm vielleicht vor, einmal eine unverbindliche (und unabhängige!) Beratung in Sachen Altersvorsorge zu machen – etwa bei der Verbraucherberatung. Es wäre sehr, sehr gut, wenn Sie sich einigen könnten, einen kleinen Teil Ihrer Einnahmen zur Seite zu legen. Das bietet natürlich einiges Konfliktpotenzial, denn von irgendeiner anderen liebgewonnenen Gewohnheit muss das Geld genommen werden.

Sie fragen – Franka antwortet!

Private Rentenversicherung - auch bei geringen Beiträgen schon sinnvoll

Ich kann schon auch gut verstehen, wenn Ihr Mann zum Beispiel nicht auf einen bestimmten Urlaub verzichten möchte. Es ist keine leichte Situation für ein Paar – denn nirgendwo treffen so grundsätzliche Lebenseinstellungen aufeinander wie beim Finanziellen. Falls sich Ihr Mann allerdings gar nicht anfreunden kann mit einer gemeinsamen Lösung, sollten Sie nach einer individuellen für sich suchen. Schließen Sie selbst einen Vertrag für eine private Rentenversicherung ab, auch wenn die monatliche Summe nicht groß ist. Sprechen Sie darüber – und vielleicht lässt er sich die Sache noch ein Weilchen durch den Kopf gehen, bevor er dann doch mitmacht. Wenn nicht, sorgen Sie bitte weiter für sich selbst vor.

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