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Was passiert mit der Lebensversicherung, wenn jemand als vermisst gilt?

HSV-Manager Timo Kraus

Was passiert mit der Lebensversicherung, wenn jemand als vermisst gilt?

Wenn jemand als Vermisst gilt, muss sich die Familie trotz der hohen emotionalen Belastung irgendwann damit auseinandersetzen, wie es weiter geht. Eine Sterbeurkunde wird seitens der Behörden bei einer Vermisstmeldung erst nach zehn Jahren ausgestellt.

Wenn ein Angehöriger vermisst wird, hat die Familie es schon schwer genug – wie im Falle des HSV-Managers Timo Kraus. Der 44-Jährige wird seit mehr als drei Wochen vermisst, was mit ihm passiert ist, ist bisher noch unklar.

Zusätzlich zu der hohen emotionalen Belastung muss die Familie eines Vermissten sich auch mit vielen bürokratischen Fragen beschäftigen. Zum Beispiel, wie es finanziell weitergeht. Dies ist gerade im Falle einer Vermisst-Meldung schwierig.

Vermisster wird erst nach zehn Jahren für tot erklärt

Denn laut des „Verschollenheitsgesetzes“ wird ein Vermisster erst nach zehn Jahren behördlich für tot erklärt, wenn Unklarheit über den Fall besteht. Sollte der Vermisste das 80. Lebensjahr schon erreicht haben, kann er auch schon nach fünf Jahren für tot erklärt werden. Das bedeutet, dass erst nach dieser Zeit eine Sterbeurkunde ausgestellt werden kann.

Warum ist die Sterbeurkunde so wichtig?

Die Sterbeurkunde eines Menschen wird dringend für die Lebensversicherung benötigt, sofern eine vom Vermissten abgeschlossen worden ist. Um diese ausgezahlt zu bekommen, müssen Angehörige nachweisen, dass der Versicherte zu Tode gekommen ist – und wie. „Die Versicherung verlangt dazu verschiedene Dokumente, darunter die Sterbeurkunde und sehr häufig auch die Bescheinigung über die Sterbeursache,“ erklärt Bianca Boss vom „Bund der Versicherten“.

Diese Dokumente sind für die Versicherung wichtig, weil sie so Betrugsfälle ausschließen will, in denen jemand seinen Tod nur vortäuscht, um die Police ausgezahlt zu bekommen.

Schwere Situation für Angehörige

Im Falle einer Vermisst-Meldung können die Angehörigen also erst einmal nicht damit rechnen, dass die Lebensversicherung zahlt, sofern der Vermisste noch nicht für tot erklärt worden ist.

Doch hier kann es auch noch auf die Behörden ankommen, erklärt Bianca Boss. Wenn die Polizei ihren Fall mit der Vermutung abschließt, so kann der Vermisste auch schon vor der regulären Zeit für tot erklärt werden. Das gilt auch im Falle von Schiffs- und Flugzeugunglücken sowie für den Fall, dass die vermisste Person in „eine Lebensgefahr gekommen und seitdem verschollen ist“ (VerschG, § 7). Aber auch dafür muss erst einmal ein Jahr verstreichen. (chs)

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