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Immer weniger Menschen nutzen die gedruckten Ausgaben der Verlage und weichen auf Online-Angebote aus.

Qualitätssicherung

Monetarisierungsstrategien von Publisher und Zeitungen

Die Zeitungsverlage haben den digitalen Wandel größtenteils verschlafen. Die Auflagen der gedruckten Zeitungen schrumpfen jedes Jahr – und das flächendeckend.

Zwar haben alle großen und kleinen Publisher einen Online-Auftritt, allerdings sind die Einnahmen meist eher gering und können die Kosten nicht decken. Die Bezahlmodelle sind meist unattraktiv für die Nutzer, auch wenn die Zahlungsbereitschaft für Paid Content in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Funktionierende Monetarisierungsstrategien für Publisher und Zeitungen gibt es jedoch bereits.

Paid Content sind digitale Inhalte, die kostenpflichtig über das Internet angeboten werden. Dabei beschränkt sich Paid Content nicht nur auf Nachrichteninhalte, sondern schließt auch Downloads, Musik- oder Film-Streams, eBooks etc. mit ein. Während vor allem die Video-on-Demand-Angebote wie Netflix oder Amazon Prime und Musik-Streaming-Angebote wie Spotify in den letzten Jahren einen sehr starken Zuwachs an Abonnenten verzeichnen konnten, hinken die Verlage weiter hinterher.

Große Unterschiede sind auch hier in den verschiedenen Ländern zu erkennen. Während beispielsweise in Norwegen etwa 30 Prozent der Nutzer bereits für Nachrichten im Internet gezahlt haben, sind es in Deutschland nur etwa sieben Prozent. Warum die Konsumenten auf Paid Content verzichten, hat dabei mehrere Gründe:

  • Verfügbarkeit kostenloser, vergleichbarer Inhalte
  • Journalistische Angebote sind zu teuer
  • Bezahlmethoden sind zu kompliziert

Dass die Kunden nicht für die Inhalte bezahlen, hat logischerweise Konsequenzen für die Publisher. Die wegfallenden Einnahmen aus den Printerzeugnissen können nicht durch die Werbeeinnahmen ausgeglichen werden. Das liegt neben der Nutzung von Ad-Blockern, die weiterhin erlaubt sind, auch an der Konkurrenz von Google und Facebook, über die viele Nutzer Nachrichten beziehen.

Startups sorgen für Qualitätssicherung des Journalismus

„Qualitativ hochwertiger Journalismus ist aber mit höheren Kosten verbunden, so dass ein negativer Einfluss auch auf die Gesellschaft droht, wenn derlei Angebote wegfallen“, meint nicht nur Niroshan Balas, CEO und Gründer von Zlick. Die Lösung sind neue Monetarisierungsstrategien der Publisher, Verlage und Zeitungen.

Eine Möglichkeit hat das Subscriptions and Micropayment Tool Zlick geschaffen. Das Tool löst ein wesentliches Problem von Paid Content für Nachrichteninhalte: die Komplexität des Bezahlvorgangs. Balas: „Bei herkömmlichen Bezahlmethoden wie Kreditkarte muss der Leser ein Formular ausfüllen, seine persönlichen Daten eingeben, unter verschiedenen Abonnementoptionen und Zahlungsvarianten auswählen. Hinzu kommt ein Login für einen neuen Account bei der Online-Zeitung. Diesen Vorgang brechen 80 bis 95 Prozent der Nutzer ab.“ Zlick hat einer schwedischen Verlagsgruppe geholfen Ihre Umsätze im Bereich der Subscriptions um 300% zu steigern.

Mit Zlick werden die Zahlungen mit einem oder zwei Klicks durchgeführt. Die Abwicklung der Zahlungen geschieht dabei über die Mobilfunkrechnung, so dass der Aufwand für die Konsumenten nur minimal ist. Weiterhin sorgt ein Trackingmodell von Zlick dafür, dass der Publisher erkennt, welche Artikel die meiste Aufmerksamkeit erhalten.

Ähnliches gelingt auch mit dem Diensten wie Paypal, Apple Pay oder LaterPay. Während Zlick momentan erst in Deutschland Fuß fasst, wird beispielsweise bei LaterPay bereits bei PC Games Hardware, Spiegel Online oder der Bergedorfer Zeitung eingesetzt. Der Vorteil für die Nutzer liegt hier ebenfalls in der unmittelbaren Nutzung des Angebots, ohne sich vorher registrieren zu müssen. Die Bezahlung geschieht – wie der Name vermuten lässt – später, wenn ein bestimmter Betrag zusammengekommen ist über verschiedene Methoden wie Bankeinzug, Überweisung oder Kreditkarte. Allerdings ist bei dieser Zahlmethode nicht immer sicher, ob die Nutzer den Betrag am Ende tatsächlich zahlen. Hinzu kommt das bei den genannten Bezahlmethoden trotz guter Qualität noch nicht genügend Vertrauen entgegen gebracht wird und nur wenige Menschen Ihre Kreditkarteninformationen bei den Diensten wie Apple Pay hinterlegen möchten.

Mit Kryptowährungen für Content bezahlen?

Auch die neue Blockchain-Technologie könnte für eine neue Monetarisierungsstrategie sorgen. Sogenannte Tip-Systeme gibt es bereits. Hierbei können für verschiedene Inhalte „Trinkgelder“ vergeben werden. Auf der Social-Media- und Blogging-Plattform Steemit können Autoren Artikel und Kommentare veröffentlichen, die auf der STEEM-Blockchain gespeichert werden. Nutzer können die Posts der anderen bewerten und die Autoren werden für ihre Arbeit mit den Kryptowährungen STEEM und STEEM Dollars belohnt.

Ähnliche Konzepte sind mittlerweile auch für Twitter verfügbar. Dank des Bitcoin Lightning Network ist es möglich, Trinkgeld in Form von Bitcoin an Twitter-Nutzer zu vergeben. Im Gegensatz zu Zlick und LaterPay sind solche Lösungen allerdings nicht für Verlage geeignet, um Content zu monetarisieren. Allerdings offenbart die Blockchain-Technologie in Zukunft das Potential, auch hier einen zusätzlichen Nutzen zu bieten.

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