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Für Steuerzahler lohnt sich fast immer der Blick zurück, denn fast jeder hat im vergangenen Jahr zu viel Steuern bezahlt. Vor allem Berufstätige profitieren von verbesserten Steuerabzügen.

Fristen, Änderungen

Nützliche Tipps für die Steuererklärung 2014

Wer sich bis jetzt noch nicht an seine Einkommensteuererklärung gesetzt hat, sollte sich über wichtige Änderungen bei der Steuer informieren. Von Arbeitsweg bis Zweitwohnsitz: Experten erklären die neuen Regeln für die Steuererklärung 2014.

Nicht alle Berufstätigen müssen eine Steuererklärung für 2014 machen. Wenn die Steuererklärung Pflicht ist, muss sie aber bis zum 1. Juni 2015 abgegeben werden, da der Stichtag 31. Mai auf einen Sonntag fällt.

Nehmen Arbeitnehmer allerdings die Hilfe von Steuerberatern oder Lohnsteuervereinen in Anspruch, endet die Frist am 31. Dezember 2015. Alle, die freiwillig ihre Erklärung abgeben, haben sogar bis zum 31. Dezember 2018 Zeit.

Diese Neuerungen sind für die Steuererklärung 2014 wichtig:

Arbeitsweg

Neuerdings gelten auch Sammelstellen, die auf Anweisung des Arbeitgebers aufgesucht werden, als Arbeitsstätte. Das Finanzamt berücksichtigt für die Anfahrt dabei pauschal 30 Cent je Kilometer oder die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel.

Handwerkerkosten

Die Zeitschrift ?Finanztest? weist darauf hin, dass Mieter und Eigentümer neue Handwerkerkosten absetzen können. Dazu gehören zum Beispiel der Ausbau des Daches im Eigenheim oder der Anbau eines Wintergartens. Zudem kann der nachträgliche Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung abgesetzt werden. Nicht mehr geltend gemacht werden können dagegen Gutachter-Tätigkeiten wie das Überprüfen der Heizung.

Haushaltshilfen

Für Mieter und Eigentümer, die 2014 Haushaltshilfen beschäftigt haben, gibt es mehr Geld zurück. Arbeitskosten für Putzkräfte oder Pflegedienste können steuerlich geltend gemacht werden. Gleiches gilt seit einem Entscheid des Bundesfinanzhofes (BFH) auch für Schneeräumungskosten auf und vor dem Grundstück.

Rente

Bislang nicht steuerpflichtige Senioren sollten prüfen, ob sie wegen der Rentenerhöhung vom 1. Juli womöglich eine Steuererklärung für 2014 abgeben müssen. Darauf weist die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) hin. Der Freibetrag, bis zu dem Rentner keine Steuern zahlen müssen, liegt für das Jahr 2014 bei 8492 Euro. Die Rentenerhöhung kann dazu geführt haben, dass die Einkünfte nun über dem steuerfreien Freibetrag liegen.

Ob eine Steuererklärung nötig ist, hänge aber letztlich von der Gesamthöhe der Einkünfte und vom Jahr des Renteneintritts ab. Steuermindernd wirken können bei Senioren unter anderem Krankenkassenbeiträge und unter bestimmten Voraussetzungen Ausgaben im Zusammenhang mit Krankheiten.

Umzugskosten

Wer 2014 berufsbedingt umgezogen ist, darf pauschal mehr absetzen. Ledige können 715 Euro ohne Nachweise von der Steuer absetzen, Verheiratete 1429 Euro. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe weist zudem darauf hin, dass auch Kosten für Nachhilfe der Kinder abgesetzt werden können, falls diese durch einen Schulwechsel nötig wird. Bis zu 1802 Euro erkennt das Finanzamt an.

Nach einem Umzug ändert sich nicht nur die eigene Adresse. Auch das zuständige Finanzamt ist in der Regel ein anderes. Wichtig ist das unter anderem für die Steuererklärung. „Diese muss beim Finanzamt des neuen Wohnsitzes abgegeben werden“, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL).

Zweitwohnsitz

Eine Zweitwohnung abzusetzen, ist schwieriger geworden. Vor 2014 konnte ein Berufstätiger jede Wohnung steuerlich geltend machen, die er als Unterkunft nutzte. Nun gilt das nur noch für Wohnungen, an deren Kosten der Steuerzahler sich auch angemessen beteiligt. Die Neuregelung betrifft vor allem junge Arbeitnehmer, die zu Hause bei den Eltern wohnen, aber nichts für Heizung, Strom und Miete zahlen.

Neu ist zudem, dass Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen einen Zweithaushalt haben, für Einrichtung, Miete und Betriebskosten nur noch bis zu 1000 Euro monatlich absetzen dürfen. Bei einem Zweitwohnsitz sei das Finanzamt des Wohnsitzes zuständig, an dem man sich vorwiegend aufhalte, sagt Uwe Rauhöft vom NVL. Wer die Steuererklärung dennoch an das alte Finanzamt schickt, muss sich keine Sorgen machen. „Das Finanzamt leitet die in der Regel an das zuständige Amt weiter.“

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Nicht jeder ist mit seinem Steuerbescheid zufrieden. Manche ziehen sogar vor Gericht, um bestimmte Kosten absetzen zu dürfen. Von einem positiven Gerichtsurteil können alle anderen Steuerzahler ebenfalls profitieren. Lohnenswert ist es auch, laufende Verfahren im Blick zu behalten, erklärt die Stiftung Warentest im „Finanztest“-Spezial-Heft „Steuern 2015“. Dann sollten sie dafür sorgen, dass ihr Steuerfall in dem umstrittenen Punkt offenbleibt. Drei Verfahren im Überblick:

Kindergeld: Eltern, deren Kinder über den 25. Geburtstag hinaus studieren oder eine Ausbildung machen, können sich Hoffnungen auf Nachzahlungen machen. Nach Angaben der „Finanztest“-Experten muss das Bundesverfassungsgericht entschieden, ob die Familienkasse bis zum 27. Lebensjahr Kindergeld zahlen muss (Az.: 2 BvR 646/14). Eltern sollten Einspruch gegen den ablehnenden Kindergeldbescheid und die Ablehnung der Kinderfreibeträge im Steuerbescheid einlegen.

Werbungskosten: Für Anleger kann ein Verfahren vor dem Bundesfinanzhof interessant sein (Az.: VII R 18/14) interessant sein. Hier geht es um die Anerkennung von Werbungskosten. Entschieden werden soll, ob Kosten wie Depot-, Verwaltungsgebühren und Kreditzinsen bei der Abgeltungsteuer berücksichtigt werden sollen.

Scheidung: Scheidungskosten sind von der Steuer absetzbar. Das zumindest entschied das des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz (Az.: 4 K 1976/14). Doch auch diese Frage ist noch nicht abschließend juristisch geklärt. Das letzte Wort hat nun der Bundesfinanzhof (Az.: VI R 66/14).

Doch wie erfahren Steuerzahler von entsprechenden Verfahren? Einfach ist die Recherche auf den Internetseiten des BFH. Hier werden alle anhängigen Verfahren aufgelistet. Gesucht werden können auch Fälle, die beim Bundesverfassungsgericht oder dem Europäischen Gerichtshof liegen. (gs, mit Agenturmaterial)

Gartenhelfer, Verpflegungspauschale oder Ehrenamt – legale Steuertricks gibt es im Video:

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Sie wollen noch mehr Steuern sparen? Dann schauen Sie doch auch den zweiten Teil der „legalen Steuertricks“:

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