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Bitcoin statt Dollar – Banknoten verschwinden vom Markt

No Money?

So funktioniert das Bezahlen in der Zukunft.

Die Digitalisierung greift um sich und macht sich im Alltag des Durchschnittsverbrauchers praktisch überall bemerkbar.

Ob die App für den vollautomatischen Rasenroboter, eine digitale Steuerung für Heizung, Licht und Alarmanlage oder der Fitnesstracker für das Handgelenk – die Technisierung hat ein rasantes Tempo aufgenommen und ein Ende ist nicht abzusehen. Auch und vor allem ist der Finanzsektor davon betroffen. Wie wir in Zukunft bezahlen, um unsere Wünsche zu realisieren, ist jetzt Thema.

Ein Blick auf den Status quo mit großem Zukunftspotenzial

Money makes the world go round. Dieses geflügelte Wort gilt heute mehr denn je. Allerdings hat sich die Form des Geldes massiv verändert. Waren es früher Geldscheine und Münzen, die den Besitzer wechselten, so läuft heute ein großer Teil des Zahlungsverkehrs digital ab. Wir führen unsere Konten online, überweisen papierlos und zahlen an der Kasse im Supermarkt mit Karte. Verbraucher, die bar bezahlen, gehören in manchen Ländern bereits zu den Urgesteinen. Ein kurzer Blick auf die wichtigsten derzeit verfügbaren Zahlungsmöglichkeiten zeigt die Vielfalt:

  • Bar
  • Nachnahme (bar)
  • Rechnung: Überweisung
  • Sofortüberweisung/Vorkasse
  • Lastschrift
  • EC-Karte
  • Plastik-Kreditkarte, virtuelle Kreditkarte
  • Kontaktloses Bezahlen von Kleinbeträge per Karte
  • PayPal, paydirekt
  • Wertgutscheine, Bonuskarten
  • Mobile Payment
  • Parallelwährungen wie Bitcoin

Die Deutschen bevorzugen im Gegensatz zu europäischen Nachbarn wie den Niederlanden oder Frankreich nach wie vor das Bargeld. Sie zögern noch, sich vom Hartgeld und den Geldscheinen zu verabschieden und bringen eine kritische Haltung mit. Warum? Weil viele Verbraucher eine Gefahr darin sehen, ihre individuellen Zahlungsvorgänge durch digitale Aktionen aufzeichnen zu lassen. Sie wollen nicht zum überwachten Bürger werden.

Der Fortschritt überrollt Skeptiker mit Macht

Die Skeptiker haben derzeit noch genügend Spielraum, denn es gibt den auf Barzahlung eingestellten stationären Handel nach wie vor. Doch dieser geht mehr und mehr zurück. Stattdessen boomt der Online-Handel und setzt sich mit Macht durch. Wer online shoppen will, muss meistens auch online bezahlen. Die Alternativen „Kauf auf Rechnung“ und „Nachnahme“ verschwinden zusehends vom Markt und damit die Option, entweder bar zu bezahlen oder – und das ist inzwischen fast vollständig überholt - die Überweisung am Schalter ausfüllen zu lassen und einzureichen. Wer sich der digitalisierten Transformation verschließt, wird über kurz oder lang vom allgemeinen Geschäfts- und Zahlungsverkehr abgeschnitten. Die Anbieter offerieren kreative und alltagstaugliche Lösungen, die kleine und große Zahlungsprobleme beispielsweise laut PayPal im „Handy-Umdrehen“ lösen können. Online einkaufen, Geld senden, Geld anfordern – das alles ist über eine persönliche E-Mail-Adresse heute Alltag.

Finanzierung heute und in Zukunft

Wenn es um größere Anschaffungen wie ein Auto, eine Wohnungseinrichtung oder um die Finanzierung einer Urlaubsreise geht, braucht es mehr als eine E-Mail-Adresse. Auch heute ist es noch so, dass Banken Kredite erst nach einer umfassenden Kreditprüfung vergeben. Ratenkredite nutzen viele Kreditnehmer nach wie vor als gängige Finanzierungsform.

Allerdings haben Filialbanken längst scharfe Konkurrenz bekommen. Onlinebanken sind in der Lage, schneller und unkomplizierter Kredite zu besseren Konditionen zu vergeben. Bon-Kredit ist so ein Anbieter, der den stationären Banken Paroli bietet – und zwar mit Erfolg. Das Konzept: Transparenz und schnelle Entscheidungen.

Verbraucher können bequem von zuhause aus eine Anfrage stellen. Sie geben grundlegende Mindestinformationen an, um ihre Kreditwürdigkeit überprüfen zu lassen. Anhand der Daten erhalten Kreditinteressierte bereits eine Vorab-Einschätzung, wie die Chancen auf eine Zusage stehen. Die Infos erscheinen kurze Zeit nach der Kreditanfrage auf dem Smartphone oder auf dem Bildschirm. Im Vergleich zum sehr langsamen Prozess bei einer stationären Bank bringen Online-Kreditanfragen einen enorm hohen Zeitvorsprung. Hinzu kommt, dass die Kreditkosten in vielen Fällen niedriger sind und auch Antragsteller mit negativer Schufa Zugriff auf einen Kredit erhalten. Das ist bei einer klassischen Hausbank mit Filialnetz nahezu undenkbar.

Private Investoren lösen Geldinstitute ab: Die Crowd hilft sich selbst

Crowd heißt so viel wie Menge. Gemeint ist eine Gruppe von Menschen, die als private Geldgeber an die Stelle der gängigen Geldinstitute tritt. Werden Banken in Zukunft überflüssig werden? Innovative Vordenker beantworten diese Frage mit einem klaren Ja.

Crowdfunding ist eine soziale Kraft, die sich im Internet formiert hat. Die Crowd hat es geschafft, das Finanzsystem zu demokratisieren, denn das Bankenmonopol ist gehörig ins Wanken geraten. Viele einzelne Akteure organisieren sich auf Plattformen wie Bondora, Mintos oder Twino und vergeben Kredite von privat an privat – kurz P2P-Kredite. Für die Kreditgeber bieten sich lukrative Anlagemöglichkeiten, für Kreditnehmer eröffnen sich ganz neue Geldquellen. Und insgesamt findet ein komplettes Umdenken statt.

Generation Digital Natives: Netzwerk statt Besitz

Die aufstrebende Generation der Digital Natives revolutioniert die Grundprinzipien, nach denen wir bislang leben. Sie richten ihr Denken ganz neu aus. Auf wenige kurze Formeln gebracht lässt sich die Haltung so darstellen:

  • Nutzung statt Besitz.
  • Zugang statt Eigentum.
  • Leistung, Wissen und Kreativität statt Geld.

Das Ziel ist eine Gesellschaft, die komplett ohne Geld auskommt. Eine Utopie? Nein, es ist wachsende Realität. Ein Blick ins Netz zeigt, dass der Tausch von Gegenständen oder Ressourcen untereinander, die Einräumung von digitalen und realen Nutzungsrechten und Lizenzen längst zum Alltag gehört. Sharing is Caring. Share your car, share your home, share your experiences.

Geld als Gegenleistung verliert an Bedeutung. Gemeinsam wachsen, statt einsam einen Besitzstand zu manifestieren, das ist die neue Form von kollaborativen und interessenorientierten Finanzprojekten. Und auch die Städte und Gemeinden sind schon auf den Zug aufgesprungen. Lokale Tauschringe schaffen Alternativwährungen zu Euros, Dollar und Pfund. Regionalwährungen stärken regionale Kaufkraft. In der Region Ammersee-Lech, im Chiemgau, in der Lausitz oder in München gibt es bereits bestehende Initiativen mit Umlaufsicherung der eigenen Regiowährung. Bei Regiogeld e.V. gibt es dazu tiefergehende Informationen und macht deutlich, dass überraschend viele Regionen in dieser Hinsicht aktiv sind.

Der Mensch rückt ins Zentrum des Interesses

Bei all den neuen und spannenden Strömungen im Finanz- und Wirtschaftswesen rückt der Mensch in den Fokus. Die Crowd bedient individuelle Wünsche und unterstützt den Einzelnen bei der Umsetzung seiner Träume. Einer für alle – alle für einen. Die neue Generation besinnt sich auf den Kern einer Gemeinschaft: Back to the roots.

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