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Manipulierte Geldautomaten: Tricks immer fieser

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Betrügerische Manipulationen an Geldautomaten kommen immer häufiger vor, sind für Verbraucher aber oft nur schwer zu ...

München. Betrügerische Manipulationen an Geldautomaten kommen immer häufiger vor, sind für Verbraucher aber oft nur schwer zu erkennen. Deshalb gilt: Augen auf beim Abheben und öfter mal auf den Kontoauszug schauen.

Fiese Abzockertricks an Geldautomaten treffen immer mehr Menschen. Zu erkennen sind die Manipulationen oft nicht. «Die Täter sind in den vergangenen Monaten sehr viel professioneller geworden», sagte Günter Seibold, Leiter der Abteilung Zahlungsmittelfälschungen beim Landeskriminalamt (LKA) Bayern. Der sicherste Schutz sei, wenn möglich nur zur «Bank des Vertrauens» zu gehen, sagt Seibold: «Da fallen Veränderungen am Automaten im Zweifelsfall schneller auf.»

Beim sogenannten Skimming manipulieren Datendiebe die Geldautomaten mit speziellen Lesegeräten. Diese können die auf dem Magnetstreifen der EC- oder Kreditkarte gespeicherten Daten auslesen. Früher ließen sich solche Vorrichtungen leicht erkennen und oft schon durch Rütteln entfernen, erklärt Seibold: «Mittlerweile funktioniert das in vielen Fällen aber nicht mehr.» Trotzdem sollten Verbraucher immer Ausschau nach auffälligen Vorrichtungen oder scheinbar unprofessionell montierten Bauteilen halten.

Um die Daten auf dem Magnetstreifen nutzen zu können, müssen die Täter außerdem die Geheimzahl der Kartenbesitzer ausspionieren. Dafür kommen oft Kameras zum Einsatz. «Achten Sie auf verräterische Löcher im Geldautomaten oder merkwürdig platzierte Rauchmelder», rät der LKA-Experte. Die Eingabe der PIN-Nummer sollte immer mit einer Hand verdeckt werden.

«Geben Sie Ihre PIN niemals an einem Türöffner eines Bankinstitutes ein», rät Harald Schmidt von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart. «Kein Geldinstitut verlangt für den Zugang zum Geldautomaten das Eingeben der PIN.»

Außerdem sollten Geldausgabe- oder Fahrkartenautomaten nicht genutzt werden, wenn etwas an den Geräten ungewöhnlich erscheint. So sei etwa bei angebrachten Leisten oder Verblendungen, abstehenden und lockeren Teilen sowie Spuren von Kleber rund um den Kartenschlitz Vorsicht angebracht. «Bei Verdacht auf Manipulation sollten Sie den Automaten nicht nutzen», rät Schmidt. «Verständigen Sie umgehend die Polizei.»

Besonders häufig von Skimming-Attacken betroffen sind viel besuchte Geldautomaten in Großstädten, erklärt LKA-Experte Seibold: «Den Tätern geht es darum, in kurzer Zeit möglichst viel Daten zu erbeuten.» Manchmal würden innerhalb weniger Stunden 200 bis 300 Datensätze abgegriffen. Kleine Bankfilialen auf dem Land seien für die Betrüger dagegen nicht so attraktiv.

Nach aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) ist die Zahl der Angriffe auf Geldautomaten zuletzt deutlich gestiegen. Insgesamt 3183 Fälle wurden 2010 registriert, 55 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Opfer lag nach BKA-Schätzungen bei etwa 190 000. Günter Seibold rät zu regelmäßigen Kontrollen der Kontoauszüge. Ein guter Hinweis auf Skimming-Attacken seien vor allem Abbuchungen größerer Geldbeträge aus dem Ausland. (dpa/tmn)

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