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Geldanlage

Leben von der Geldanlage — ein realistisches Konzept?

Medial tritt das Konzept der Finanziellen Freiheit immer wieder in den Vordergrund. Eines Tages sorglos leben zu können, ohne auf ein berufliches Einkommen angewiesen zu sein, ist für viele Menschen ein äußerst attraktiver Ansatz.

Dafür ist es zunächst notwendig, einen großen Teil des notwendigen Geldes aus Kapitalanlagen zu beziehen. Doch was ist tatsächlich dran an diesen Überlegungen des selbst generierten Grundeinkommens?

Konsequentes Sparen ist gefragt

In allen bislang veröffentlichten Rechnungen steht zunächst das konsequente Sparen an erster Stelle. Durch den bewussten Verzicht auf einen hohen Lebensstandard soll es im Laufe der Jahre möglich sein, einen sechs- bis siebenstelligen Betrag auf die Seite zu schaffen. Solch hohe Summen sind besonders dann notwendig, wenn die alltäglichen Kosten über einen langen Zeitraum passiv getragen werden sollen. Je größer der Anteil des eigenen Einkommens ist, der zur Seite gelegt werden kann, desto besser stehen die Chancen, die finanzielle Freiheit selbst zu erreichen.

Auf der anderen Seite hängt es von der Höhe des Einkommens ab, welcher Vorlauf für das Erreichen der Ziele notwendig ist. Häufig lassen die aktuellen Publikationen außer Acht, dass nur ein kleiner Teil der Menschen in Deutschland dazu in der Lage ist, über ein monatliches Einkommen von 6.000 Euro netto zu verfügen. Ein weit größerer Anteil hat derweil große Mühen damit, bereits eine dreistellige Ersparnis pro Monat zu erreichen, die dann auf ein Sparkonto überwiesen werden kann. Ideal wäre in diesem Fall ein überdurchschnittliches Einkommen, welches dann mit einem niedrigen Lebensstandard kombiniert werden kann. Die große Differenz, welche sich daraus ergibt, ließe sich letztlich als Ersparnis festhalten.

Andere hoffen darauf, durch einen besonderen Glücksfall das für die Finanzielle Freiheit notwendige Startguthaben zu erhalten. Aus der Faszination, stets nur wenige Kästchen von einem Leben ohne Geldsorgen entfernt zu sein, entsteht etwa die Faszination der großen Lotterien. Diese zählen in Deutschland bis heute zu den beliebtesten Glücksspielen. Inzwischen ist es auch im Web möglich, dem eigenen Interesse nachzugehen. Dort bietet sich auf verschiedenen Seiten die Möglichkeit, an den Auslosungen teilzunehmen und damit die persönliche Chance auf Gewinne zu wahren. Inzwischen handelt es sich auch für den klassischen Lotto-Kiosk in Deutschland für eine ernstzunehmende Konkurrenz, die immer mehr Spieler hinter sich versammeln kann.

Die Hürde der niedrigen Zinsen

Da eine sehr hohe monatliche Sparquote erforderlich wäre, um binnen weniger Jahre ein sechsstelliges Vermögen aufzubauen, wandert der Blick gleichsam auf die gezielte Anlage des Geldes. Diese soll dazu beitragen, das Geld aktiv zu vermehren, um dem Ziel immer wieder einen Schritt entgegentreten zu können. Hier muss allerdings darauf verwiesen werden, dass die aktuellen Zinsen keineswegs dazu geeignet sind, für große finanzielle Zuwächse zu sorgen. Besonders klassische Geldeinlagen bei der Bank bringen niedrige Renditen, die kaum dazu in der Lage sind, die schleichende Entwertung des Geldes durch die Inflation auszugleichen.

Aus diesem Grund werden alternative Geldanlagen in die Modelle einbezogen. Die Sparer sollen etwa den Sprung an die Börse wagen. Tatsächlich ist es dem DAX in den vergangenen Jahren gelungen, eine Rendite von rund sechs Prozent pro Jahr zu erreichen. Dieser Wertzuwachs würde ausreichen, um aus der Utopie der Finanziellen Freiheit ein realistisches Modell zu machen. Wer einen genaueren Blick auf die aktuelle Lage der Dinge wirft, muss jedoch feststellen, dass keine Garantie für einen solchen Wertzuwachs gegeben werden kann. Die natürlichen Schwankungen der Finanzmärkte können den eigenen Bemühungen auf diesem Wege schnell gefährlich werden und die ins Visier genommene Rendite schmälern.

Besonders die aktuelle Lage in der Finanzwelt stellt also eine Gefahr für das so oft proklamierte Modell dar. Es wäre ein gutes Stück Glück erforderlich, um bei moderatem Risiko eine Anlage zu finden, welche diese wirtschaftlichen Anforderungen erfüllen kann. Bis dato ist es deshalb für die Anleger wichtig, das Für und Wider einer solchen Investition selbst genau abzuwägen.

Lohnende Ansätze

Allein die Tatsache, dass es auf der aktuellen Grundlage der Finanzwelt schwer möglich ist, das Prinzip der Finanziellen Freiheit in die Tat umzusetzen, spricht nicht gegen alle Eigenheiten, welche dieses Muster mit sich bringt. Viele Menschen entdecken etwa einen Nutzen in der monatlichen Sparquote, die dabei vorgesehen ist. Das Geld wird zu Beginn eines jeden Monats auf ein separates Sparkonto überwiesen. Auf diese Weise ist gesichert, dass der Sparbetrag nicht mehr für die alltäglichen Kosten und Anschaffungen genutzt wird. Vielmehr bietet sich die Möglichkeit, das Kapital ganz bewusst auf die hohe Kante zu legen und damit das eigene Vermögen zu erweitern.

Durch das Einrichten eines Dauerauftrags, der den Sparbetrag automatisch transferiert, ist zudem weniger Willenskraft erforderlich, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Stattdessen steht in jedem Monat von Anfang an etwas weniger Geld zur Verfügung. Je schwerer das Sparkonto zugänglich ist, indem es sich etwa um ein Tagesgeldkonto handelt, desto leichter fällt es am Ende, das selbst gesteckte Ziel zu erreichen. Gerade dieser automatisierte Prozess stellt in den Augen vieler Verbraucher einen wichtigen Anreiz dar, um selbst am Ball zu bleiben und nach höheren Summen zu streben.

Geldanlage mit reduziertem Risiko

Gleichsam ist zu empfehlen, die eigene Geldanlage stets auf mehreren Säulen aufzubauen. Wer sich an einem solchen Modell orientiert, ist letztlich dazu in der Lage, das Risiko des Totalverlusts deutlich zu reduzieren. Zwar kann es immer sein, dass ein Teil des angelegten Geldes Wertschwankungen unterworfen ist. Doch die Wahrscheinlichkeit, das gesamte angelegte Vermögen zu verlieren, sinkt auf diesem Wege drastisch. Die Sorge, dadurch die eigene Chance auf eine besonders hohe Rendite zu verkleinern, ist in den meisten Fällen unbegründet.

Unter dem Strich kann der Gedanke, jeder könne mit guter Arbeit und einer glücklichen Anlage zur Finanziellen Freiheit kommen, eine Illusion. Nicht immer wird es möglich sein, die Kosten des Alltags nur dadurch zu decken, dass die verschiedenen Kapitalanlagen laufende Renditen mit sich bringen. Doch wer sich dazu entschließt, langfristig zu sparen und dieses Geld gut diversifiziert anzulegen, profitiert in jedem Fall langfristig von dieser finanziellen Grundlage. Dies zeigt sich einerseits in einem kleinen passiv generierten Einkommen, welches fortan den finanziellen Spielraum erweitert. Andererseits ist es auf diese Weise möglich, einen wichtigen Teil zur eigenen Altersvorsorge beizutragen und damit den sicheren Blick in die finanzielle Zukunft der eigenen Person zu lenken.

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