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Was Kunden nicht alles tun, um Geld beim Einkaufen zu sparen... Hundert Nackte gingen 2012 zur Eröffnung eines Supermarkts an der deutsch-dänischen Grenze.

Nackt einkaufen gehen

Kuriose Rabatt-Aktionen verlocken Kunden

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Was tun Verbraucher nicht alles, um beim Einkauf Geld zu sparen: Sie gehen nackt in den Supermarkt, schießen endlos auf Torwände oder stopfen sich den Mund mit Textilien voll. Wir haben die verrücktesten Rabatt-Aktionen der vergangenen Monate gesammelt.

Rabatte, Rabatte, Rabatte - bei der Aussicht, Geld zu sparen, setzt das Gehirn vieler Kunden aus. Kein Wunder, dass sich die Unternehmen mit kuriosen Rabatt-Aktionen nur so überbieten. Jüngstes Beispiel ist die umstrittene 14-Euro-Kampagne der Elektronik-Kette Media Markt: Drei Tage lang bekam jeder 20. Kunde seinen Einkauf für nur 14 Euro - unabhängig vom tatsächlichen Endbetrag auf dem Kaufbeleg.

Media Markt ist für seine aggressive Reklame bekannt. Erst im Sommer 2013 sorgte das Unternehmen mit einer ausgefallenen Werbeaktion für Schlagzeilen. Nach dem Einkaufen durften Kunden pro Kassenbon einen Schuss auf eine Torwand abgeben. Wer das Loch traf, erhielt das Geld für seine gekauften Artikel zurück. Doch in Aachen war ein Hobbyfußballer dabei so erfolgreich, dass ihn die Marktleitung am Ende von der Aktion ausschloss.

Zunächst hatte der Mann nur für sich selbst geschossen und mehrere Male getroffen. Dann trat er für eine ältere Kundin an - und hatte wieder Erfolg. Als er schließlich mit mehreren Bekannten zum Großeinkauf kam, ließ ihn die Marktleitung nicht mehr an die Torwand.

Media Markt rechtfertigte sich so: Es sei der Eindruck entstanden, dass der Einkauf nicht in einer haushaltsüblichen Größenordnung gelegen habe. Zudem gebe es Gerüchte, der Superschütze habe Kunden angeboten, für sie zu schießen und dann den Gewinn zu teilen. Diese Behauptungen wies der Fußballspieler aber entschieden zurück. Am Ende stand Media Markt als Spielverderber da.

Ein Kölner Student hingegen kaufte für fast 9000 Euro Smartphones bei Media Markt. Dann ging er mit 15 Kassenbons zur Torwand - und traf kein einziges Mal. Als der junge Mann am nächsten Tag alles wieder umtauschen wollte, weigerte sich das Unternehmen. Möglicherweise geht es nun vor Gericht, berichtete die Welt-Online.

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Gratis-Einkauf für nackte Kunden

Zur Eröffnung wollten die Betreiber eines nordfriesischen Supermarktes ihre Kunden nackt sehen. Der „Priss“-Markt im kleinen Örtchen Süderlügum (Schleswig-Holstein) versprach den ersten hundert Nacktkäufern einen Gratis-Einkauf für 270 Euro. Offenbar war das Angebot verführerisch: Geschäftsführer Nils Sterndorff zeigte sich vom Erfolg seiner Eröffnungskampagne überwältigt. „Ich habe nie gedacht, dass 100 kommen, habe gedacht, es kommen vielleicht 10“, sagte er. Die ersten Kunden hatten nach seinen Angaben die Nacht im Zelt verbracht, um rechtzeitig da zu sein.

Sogar die Polizei war vor Ort, um die Aktion zu überwachen. Insgesamt waren mehrere hundert Menschen zum Nackt-Shoppen gekommen, die meisten von ihnen Dänen. Doch die Polizisten hatte nichts zu tun: Alle Kunden seien sehr „gesittet“ unterwegs gewesen, hieß es.

Wette auf Regen - Glücksspiel oder nicht?

Am Wetter orientierte sich die Rabatt-Aktion eines Möbel-Hauses in Baden-Württemberg. Die Aktion sollte vergangenes Jahr so ablaufen: Wer für mindestens 100 Euro einkauft, kann sich das Geld später erstatten lassen - aber nur, falls es drei Wochen später am Stuttgarter Flughafen zwischen 12 und 13 Uhr mindestens drei Milliliter pro Quadratmeter regnet. Der Niederschlag sollte amtlich festgestellt werden.

Eine Werbeaktion, die in ähnlichen Formen weit verbreitet ist: So konnte man sich schon nachträglich Kaufpreise erstatten lassen, wenn es an Weihnachten schneite oder Deutschland Fußball-Weltmeister geworden wäre.

Doch das Regierungspräsidium Karlsruhe wollte die Kampagne nicht durchgehen lassen. Eine Gewinnchance bei einem Einkauf von über 100 Euro verführe dazu, mehr Geld auszugeben, als eigentlich geplant. Damit sei diese Aktion als Glücksspiel zu werten und bedürfe besonderer Genehmigungen, argumentierte die Behörde.

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württember sah das allerdings anders: Das Möbelhaus habe schließlich ein Entgelt für die Ware, und kein Geld für den „Erwerb von Gewinnchancen“ verlangt. Dies ist laut Glücksspielstaatsvertrag aber die Voraussetzung, damit eine Aktion rechtlich als Glücksspiel gilt.

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Nur ein Euro pro Liter Sprit - Verkehrskollaps

Die Hörer des lokalen Radiosenders „Baden.fm“ sollten im Sommer 2012 unschlagbar günstig tanken: Eine Stunde lang sollte an einer festgelegten Tankstelle der Sprit für nur einen Euro pro Liter zu haben sein. Leider führte die Rabattaktion in der badischen Stadt Waldkirch bei Freiburg zu einem Verkehrskollaps: Die Organisatoren wurden vom Ansturm der Autofahrer überrannt. Vor der Tankstelle bildeten sich auf mehreren Fahrspuren lange Staus - die Polizei musste anrücken.

Je nach Ankunftszeit warteten die Autofahrer über eine Stunde auf die günstige Tankfüllung.

Fressgelage mit schicken Klamotten

Für eine mundvoll Klamotten: Das türkische Modehaus Mavi lud seine Kunden 2012 zum Fressgelage ein. Die Idee war vom „All you can eat“-entliehen - in einer Berliner Filiale durfte jeder Kunde so viele Kleidungsstücke mit nach Hause nehmen, wie er auf einmal im Mund tragen konnte. „Friss den Laden leer“, lautete der dazugehörige Werbesslogan.

In den sozialen Netzwerken machte Mavi auf die Kampagne aufmerksam: Bei Facebook gab das Modehaus sogar Tipps, wie man am besten für die Rabattaktion trainiert - mittels Mund-Stretching. Um die Gesichtsmuskulatur zu dehnen, sollte man sich zum Beispiel seine Faust in den Mund stecken. (gs, mit Material von dpa)

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