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Kostbares Gemälde oder nicht? In keiner Anlageklasse herrscht eine so tiefe Unsicherheit über den Wert der gehandelten Objekte, wie auf dem Kunstmarkt. (Symbolfoto)

Anlage-Tipps

Mit Kunst und Luxus Geld verdienen

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Sind Kunstwerke, Marken-Uhren oder Waldstücke für normale Anleger geeignet? Die Antwort lautet: Ja – wenn sie sich auskennen. Ein neuer Ratgeber vermittelt Laien das nötige Basiswissen über den Kunst- und Luxusmarkt.

Ob Waldflächen oder Luxus-Uhren, Schmuck oder moderne Kunst – mit Luxusgütern lässt sich eine Menge Geld verdienen, besonders in Zeiten niedriger Sparzinsen. Auch die Finanzkrise änderte daran nichts: Traditionsreiche Marken wie Cartier oder Hermès durften in den vergangenen Jahren nicht nur mit treuen (und wohlhabenden) Kunden rechnen, sondern konnten sogar Neukunden dazugewinnen.

Ein Ende ist nicht in Sicht, die Unternehmensberater von Roland Berger erwarten für den weltweiten Luxusgütermarkt bis zum Ende des Jahrzehnts ein durchschnittliches Jahreswachstum von neun Prozent. Der Hunger auf Luxusprodukte bleibt stark, weil es immer mehr vermögende Menschen in Schwellenländern wie China gibt.

Aber wo fangen Anleger an, wenn sie in solche Güter investieren wollen? Der neue Leitfaden „Kunst und Luxus als Kapitalanlage“ (Walhalla) will Laien dabei helfen, in die Welt der Luxus- und Kunstmärkte einzusteigen. Denn: „Mit Aktien oder Fonds können Privatanleger an der Wachstumsphantasie der Luxusgüterbranche teilhaben“, so Autor Hans-Lothar Merten. Der Bankkaufmann und Diplom-Betriebswirt ist freier Publizist und Experte für die Themen Finanzen und Steuern.

Merten warnt aber warnt vor einem unbedachten Kaufrausch: „Die Luxuswelt ist keine heile. Nicht selten trügt der schöne Schein der Glitzerwelt.“ Anleger und direkte Investoren müssten wachsam sein. Deshalb beantwortet das Buch einige wichtige Anleger-Fragen:

Ich möchte in Kunst investieren. Wie gehe ich vor?

Das größte Problem bei Kunstinvestments ist natürlich die Wahl der richtigen Werke. Je nach Anlagestrategie empfiehlt es sich im Bereich Kunst, bei den Investments in Arbeiten unterschiedlicher Künstler aus verschiedenen Stil- und Zeitepochen zu streuen – wie in anderen Anlagesegmenten.

Für Kunst-Fonds benötigt man viel Kapital: Denn nachweislich erfolgreiche Fonds, die auch kleinere Vermögensbeträge bündeln, gibt es nicht. Wer sich hingegen seine eigene kleine Sammlung zusammenstellen wolle, sollte wissen, dass sich die Rendite deutlich vom langfristigen Trend des Gesamtmarktes unterscheiden könne, so Merten. Das Glück und Wissen des Investors spielen also eine große Rolle.

Tipp: Anleger sollten namhafte Vertreter der Nachkriegsmoderne kaufen oder Gegenwartskünstler, die mindestens seit zwanzig Jahren erfolgreich sind. „Bei Namen wie Basquiat, Haring oder Koons lässt sich das Marktinteresse gut einschätzen – auch weil deren Werke oft gehandelt werden“, weiß Kunstexperte Merten. Er rät auch Normalverdienern nicht davon ab, ein Kunstwerk zu erwerben: „Wer ein Möbelstück für 5000 Euro kauft, der kann für dasselbe Geld auch ein schönes Bild erwerben.“ Hier sei der Wertverlust im Zweifel geringer.

Welche Kunst-Preise sind angemessen?

Das Problem bei den Preisen: Über Geld spricht man in der Kunstszene nicht. Kunstauktionen sind in der Regel ein Bargeschäft, und auf den spekulativen Märkten werden Preise häufig manipuliert. Gerüchte, Auktionsrekorde in den Medien und „heiße Tipps“ heizen die Preise an.

Fest steht aber, dass Anleger keine Millionäre sein müssen, um Standardwerke mit Potential zu erwerben. Selbst von einem bekannten Künstler wie Gerhard Richter oder Andy Warhol sind laut Hans-Lothar Merten Editionen unter 10.000 Euro verfügbar.

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Worauf muss ich beim Kauf einer Uhr achten?

Marken geben den Ton an: Auf dem Uhrenmarkt sind hochwertige Materialien und ein individuelles Design wichtig. Aber nicht jede Uhr eignet sich als Wertanlage: „Quarzuhren, modische Zeitmesser und selbst Modelle renommierter Hersteller haben häufig nur wenig Wertsteigerungspotenzial“, erklärt Hans-Lothar Merten.

Die Nachfrage in Asien ist riesig, deshalb erleben antike Luxusuhren der Edelmanufakturen derzeit einen Boom. Angesagt sind insbesondere die mechanischen Zeitmesser. Luxusuhren versprechen Renditen von jährlich 10 Prozent und mehr. Wer sie aber als kurzfristiges Spekulationsobjekt sieht, wird enttäuscht: „Fünf bis zehn Jahre Haltedauer sollten es schon sein, damit eine Uhr signifikant an Wert zulegen kann“, weiß Merten.

Eignen sich Waldinvestments nur für Anlage-Profis?

„Waldinvestments verhalten sich hinsichtlich des Kapitalgewinns ähnlich wie Immobilieninvestments“, heißt es im Ratgeber. Der größte Teil des Ertrages fließe am Ende, wenn die Bäume geschlagen oder die Flächen verkauft werden. Anlagerisiken bestehen vor allem aufgrund der langen Laufzeiten von meist mehr als 20 Jahren. „Durch entsprechende Vorsorge, Versicherungen und Portfolio-Diversifikation (= Streuung) können diese Risikofaktoren aber minimiert werden.“

Für Normalanleger bieten sich Investments in Fonds und Aktien von Forstkonzernen an. Da diese jedoch in der Regel auf dem amerikanischen Kontinent tätig sind, müssen Anleger das Risiko von Wechselkursschwankungen in Kauf nehmen. Merten warnt zudem an dieser Stelle: „Fonds bringen keinen regelmäßigen Ertrag; dieser hängt größtenteils von der Bewirtschaftungsweise und von den Wetterbedingungen ab. Zudem ist das Marktangebot begrenzt.“

Eher zu empfehlen seien Aktien, wobei auch hier kurzfristig eher keine Renditen winken. Waldinvestments sind nun mal Engagements, die man mittelfristig und langfristig eingehen sollte, denn Schädlinge, Trockenheit und Waldbrände können Anlegern einen Strich durch die Rechnung machen.

Fazit

Nach der Lektüre wird klar: Kunst und Luxus sollten Teil eines jeden Vermögensportfolios sein. „Wer Kunst nicht als Spekulationsobjekt sieht, sollte das kaufen, was gefällt. Oder weil man einem Künstler etwas Gutes tun will. Und mit etwas Glück macht man dann auch noch ein Geschäft“, rät Autor Merten. Sein Ratgeber hält das gegebene Versprechen ein und gewährt auch Lesern ohne Kunstwissen nützliche Einblicke in Märkte, Preisbildung und Investment-Möglichkeiten.

Hilfreich für Laien sind auch die Checklisten im Buch, die Tipps für den Kauf und die Bezahlung geben. Ergänzt werden diese durch ein Kapitel mit Hinweisen, worauf Anleger beim Schenken, steuerfreien Vererben und Versichern von Kunst achten müssen. Ein Kurzcheck von über 30 Luxusunternehmen von Armani bis Wolford zeigt darüber hinaus, welche Hersteller für eine Aktien-Anlage interessant sind.

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