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Bier als Zahlungsmittel: Für diese vielen Maß könnte man auf der Internetseite fuerbier.de richtig groß „shoppen“ gehen. (Symbolfoto)

Skurrile Zahlungsmittel

Hier bezahlt man mit Bier, Waschmittel und Obst

„Biete Fernsehtisch, möchte dafür einen Sixpack“: Bier als Währung - das gibt es nur im Internet. Aber nicht nur alokoholische Getränke taugen als Zahlungsmittel. Virtuell, tierisch oder fruchtig: Kennen Sie diese verrückten Währungen?

Unsere Vorfahren bezahlten Waren unter anderem mit Muscheln, Knochen oder Schneckenhäusern. Aber im Vergleich zu manchen heutigen Zahlungsmitteln scheinen diese Währungen nicht so exotisch zu sein. Wir stellen einige schräge Beispiele vor - als Alternativen zum Geld.

Bier - eine stabile und trinkbare Währung

100 Pflastersteine, eine neuwertige Kaffeemaschine oder ein schickes Sofa gibt es für eine Kiste Bier, gebrauchte Bücher bekommt man schon zum „Flaschenpreis“: Auf der Seite fuerbier.de bieten Verbraucher ihre Waren gegen Gerstensaft zum Tausch an. Schließlich sei Bier „die einzig wahre und stabilste Währung überhaupt“, sind die Ideengeber überzeugt.

Noch ein wichtige Info für Fans des Bier-Tausch-Portals: „Beim Erstellen dieser Webseite sind keine Bierkisten / Bierflaschen zu Schaden gekommen“, garantieren die Schöpfer der Seite. Na dann: Prost!

Frisches Obst im britischen Jugendknast

Von wegen Zigaretten: In britischen Jugendgefängnissen hat der Mangel an frischem Obst eine neue Währung kreiert: Schulden und Bestechungsgelder werden dort von den jungen Insassen gerne mit Äpfeln, Bananen oder anderen ?seltenen? Früchten bezahlt.

Kriminelle tauschen Waschmittel gegen Drogen

Manche Kriminelle in den USA nutzen das dort bekannte Flüssigwaschmittel „Tide“ anstelle von Geld, um Drogen zu kaufen und zu verkaufen. Das hat mehrere Gründe: Einem Artikel im New York Magazine zufolge ist das Waschmittel eine bekannte (und anerkannte) Marke, leicht zu stehlen - und der Diebstahl im Laden wird im Vergleich zu einem Banküberfall nur geringfügig bestraft. Eine 4,5-Literflasche lässt sich demnach gegen 10 US-Dollar Gras oder Crack eintauschen. Angenehmer Nebeneffekt: Eine weiße Weste.

Bitcoins, Amazon-Coins & Co.: Virtuelle Währungen

Bitcoin ist eine virtuelle, digitale Währung. Ein Land oder eine Zentralbank als Steuerungsinstanz gibt es nicht. Die Bitcoin-Erfinder mit dem gemeinsamen Pseudonym Satoshi Nakamoto setzen bei ihrer 2009 entstandenen Währung lieber auf ein dezentrales System, das kryptografische Verfahren als Sicherheit nutzt - eine Kryptowährung also.

Wie funktioniert's? „Jeder Nutzer hat einen persönlichen, einzigartigen und geheimen Schlüssel, sowie einen öffentlichen Schlüssel“, sagt Axel Kannenberg vom Internetfachdienst „Heise Online“. Daraus wird die Adresse für Überweisungen errechnet. „Die Bitcoins selbst sind virtuelle Schuldscheine, deren Existenz und Wert durch Eintragung in eine öffentliche Datenbank, der sogenannten Blockchain, festgehalten und durchs Kollektiv der Nutzer bestätigt werden.“ So werde genau nachgehalten, wohin die Bitcoins wandern. Die Nutzer sind durch Pseudonyme geschützt.

Brexit-Drama in Großbritannien: Pfund Sterling im freien Fall

Auch die Schöpfung von Bitcoins ist dezentral, jeder kann sich beteiligen. Allerdings müssen neue Bitcoins mittlerweile mit extremer Rechenpower und hohen Stromkosten bezahlt werden. Für Privatleute ist das kaum lohnenswert. Wer etwa seine aktuelle Oberklasse-Grafikkarte zum Bitcoin-Schürfen nutzen würde, bräuchte für die Berechnung eines einzigen Bitcoin-Blocks mehr als 3500 Jahre. Verbraucherschützer empfehlen die Währung aufgrund von massiven Kursschwankungen und fehlenden Sicherungssystemen ohnehin nicht als Geldanlage: Wer trotzdem spekulieren möchte, riskiere den Totalverlust des eingesetzten Geldes.

Eine andere Idee ist die Gutschein-Währung „Amazon-Coins“: Kunden können diese für echte Euros kaufen und damit zum Beispiel bei Amazon Android-Apps kaufen - oder auch innerhalb einer App von Partnerfirmen bezahlen. Das virtuelle Geld gibt es außerdem als Belohnung beim Kauf von ausgewählten Produkten. Ein Rücktausch in Bargeld ist nicht möglich. Laut Amazon können Kunden mit dem digitalen Geld sparen. So räumt der Onlinehändler beim Umtausch von echtem Geld in die Gutschein-Währung zwischen vier und zehn Prozent Rabatt ein. (gs/dpa)

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