Wer eine Geburtstagsparty für seinen Nachwuchs schmeißt, muss vor allem auf eingeladene Kinder unter neun Jahren gut aufpassen. Sonst verletzt man seine Aufsichtspflicht.
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Wer eine Geburtstagsparty für seinen Nachwuchs schmeißt, muss vor allem auf eingeladene Kinder unter neun Jahren gut aufpassen. Sonst verletzt man seine Aufsichtspflicht.

Kindergeburtstag

Wer haftet, wenn sich ein Gast verletzt?

Ein Kindergeburtstag ist schön, aber auch stressig. Viele Eltern vergessen bei der Organisation, dass sie auch rechtliche Pflichten haben. Was passiert, wenn sich einer der Partygäste beim Spielen verletzt - oder wenn etwas Teures kaputt geht?

Kindergeburtstage sollen vor allem Spaß machen. Aber wer haftet, wenn sich ein kleiner Gast auf der Party verletzt oder etwas Wertvolles kaputt geht? Haben die Eltern immer eine Aufsichtspflicht? Anwalt Christian Solmecke von der Kölner Kanzlei Wilde Beuger Solmecke beantwortet die Fragen, die sich Eltern selten stellen, bevor sie die ganze Schulklasse einladen. 

Wer haftet, wenn sich ein Gast des Geburtstagskindes verletzt?

Was viele nicht wissen: Eltern, die fremde Kinder zu sich einladen, schließen mit deren Eltern einen Vertrag. Die Geburtstagseinladung ist immer ein Angebot, die Aufsichtspflicht für die Dauer der Feier zu übernehmen. Folgen die Kinder der Einladung, gilt das Angebot als angenommen. Die Gastgeber haften somit für die Dauer der Party auch für Verletzungen, die sich ein fremdes Kind zuzieht - sofern sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. 

Wie weit geht die Aufsichtspflicht?

Das Ausmaß der Aufsichtspflicht richtet sich nach dem Alter des Kindes. Dazu hat der Bundesgerichtshof (BGH) einen Richtwert festgelegt: Kinder können spätestens ab neun Jahren auch mal kurz unbeobachtet spielen, ohne dass die Eltern dadurch ihre Aufsichtspflicht verletzen. Kinder dieses Alters dürften also theoretisch auch mal ohne Aufsicht im Garten spielen. Theoretisch deshalb, weil aufsichtspflichtige Eltern für Vorsatz und Fahrlässigkeit haften. Das heißt, dass sie dennoch haften, wenn sich das Kind unbeobachtet im Garten verletzt, wenn fahrlässigerweise etwas nicht wegeräumt wurde oder weil die Rutsche nicht richtig befestigt war.

Wer eine Hüpfburg oder ein Klettergerüst im Garten stehen hat, sollte zum einen den fachgemäßen Aufbau sicherstellen - und zum anderen dafür sorgen, dass das Gerät bestimmungsgemäß gebraucht wird. Das heißt: Nur eine bestimmte Anzahl Kinder darf gleichzeitig auf das Gerät, und man darf es nicht für andere gefährliche Spiele zweckentfremden. 

Bleiben die Aufsichtspflichten bestehen, wenn man für die Kinder einen Clown engagiert?

Ja. Das Engagieren eines Clowns entbehrt die Eltern nicht von ihrer Aufsichtspflicht. Sie könnten im Nachhinein allerdings - wenn sie von den Eltern des verletzten Kindes in Anspruch genommen werden - gegen den Clown einen Schadensersatzanspruch haben.  Dies allerdings nur dann, wenn der Entertainer für den Schaden verantwortlich ist. 

Wer haftet, wenn ein Kind etwas kaputt macht? 

Bei Sachbeschädigung haftet der Aufsichtspflichtige. Hat dieser sich nichts vorzuwerfen, weil er nicht fahrlässig gehandelt hat, wird in den allermeisten Fällen die Haftpflichtversicherung für den Schaden aufkommen. 

Fazit: Damit nach der Geburtstagsfeier weder bei den Kindern noch bei den Eltern die Tränen fließen, sollten die Eltern des Geburtstagskindes im Vorhinein für ausreichende Sicherheit sorgen und ihre bestehenden Pflichten immer im Hinterkopf behalten.

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