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Ein genauer Kostenüberblick ist entscheidend, um die eigenen Kosten letztlich senken zu können.

Der große Fixkostencheck

So sparen Haushalte bares Geld

Finanzielle Engpässe kennt wohl jeder Haushalt. Während des Studiums oder der Ausbildung ist bei den meisten Menschen der finanzielle Rahmen eng gesteckt und auch später gibt es immer wieder Geschehnisse oder auch freudige Ereignisse, die sich negativ auf das Konto auswirken.

Ein Beispiel ist hierfür sicherlich die Geburt des Kindes. Das Geld wird mit einem Mal knapp, unabhängig davon, für welches Modell sich Eltern entscheiden. Aber auch die Arbeitslosigkeit, eine Krankheit oder die Verrentung wirken sich massiv auf das Konto aus. Ein Fixkostencheck kann jedoch helfen, dass am Monatsende mehr Geld übrigbleibt.

Kosten unter die Lupe nehmen

Dies sollte jeder Haushalt, unabhängig der finanziellen Situation, regelmäßig machen. Beim Kostencheck wird einfach geschaut, welche fixen Kosten monatlich oder in anderen Abständen vom Konto abgehen. Das funktioniert so:

  • Kontoauszüge – mittels der Kontoauszüge werden die Zahlungen geprüft. Es hilft, die einzelnen Posten in eine Exceltabelle oder auf dem Papier zu notieren. Die Zahlungsausgänge werden jeweils mit Betrag und Grund notiert. Beispiel: Betrag X, Miete, Betrag Y: Kfz-Versicherung.
  • Ordnung – jetzt wird geschaut, wie regelmäßig die Kosten anfallen. Monatliche Kosten erhalten eine eigene Spalte, viertel- und halbjährliche Zahlungen ebenfalls.
  • Haushaltskosten – diese Kosten sind vielfach schwerer zu überprüfen, da viele Einkäufe mal in bar, mal per EC-Karte oder auch per Überweisung gezahlt werden. Es hilft, einmal über mehrere Monate ein Haushaltsbuch zu führen und hier wirklich jeden Einkauf festzuhalten. Auch der Kaffee beim Bäcker oder die Zeitung am Kiosk müssen eingetragen werden.

Vielfach ist dieser Überblick erschreckend, denn sind die Posten in eine Liste eingetragen, ist auf einen Blick deutlich, wie viel Geld tatsächlich ausgegeben wird. 

Einzelne Posten prüfen 

Nun können die Posten kontrolliert und geprüft werden. Dies erfolgt in verschiedenen Schritten:

  • Vergleich – Versicherungen, Strom und ähnliche haushaltsnahe Kosten sollten einem Vergleich unterzogen werden. Teils gibt es Versicherungen bei einem anderen Anbieter günstiger, teils sind neue Tarife wesentlich besser. Um die Anbieter zu wechseln, muss aber der eigene Kündigungstermin bekannt sein. Das heißt, zuerst muss der Vertrag geprüft und dann gekündigt werden. Wer befürchtet, dass er die neue Versicherung vergessen könnte, braucht sich nicht zu sorgen. Viele Versicherer erlauben, den Startzeitpunkt weit in die Zukunft zu legen.
  • Alte Kosten – hierunter fallen Abos, Sportvereine oder sonstige Posten, die zwar immer noch vom Konto abgehen, deren Dienstleistung jedoch nicht mehr genutzt werden. Wer weiterhin das Fitnessstudio zahlt, obwohl er seit zwei Jahren keine Lust darauf hat, sollte die Mitgliedschaft kündigen. Dank kleiner Helferlein im Internet, ist die Kündigung eines Vertrags ganz leicht.

Zudem sollte gezielt geschaut werden, wie oft und für was mit EC- oder Kreditkarte bezahlt wird. Gerade diese Abbuchungen summieren sich massiv. Allein diese Abbuchungen machen die Führung eines Haushaltsbuchs zu einer höchst sinnvollen Hilfe.

Budgets festlegen

Bevor es darangeht, müssen die Ausgaben geordnet und aufgelistet werden. Es empfiehlt sich, hierfür eine Exceltabelle zu nutzen, da sie fortlaufend bearbeitet werden kann. Diese Arbeit ist zuerst zeitaufwendig, doch steht die Tabelle, können sich verändernde Kosten oder wegfallende Posten mit wenigen Klicks bearbeitet werden. Grundsätzlich wird Folgendes festgehalten:

  • Monatliche Fixkosten – das sind die monatlich abgehenden Kosten, die feststehen. Miete, Strom, Gas, Telefon, Internet, Handyverträge etc. Alle Kostenpunkte werden mit Datum, Grund und Betrag eingetragen. Wichtig: Die Daten sollten korrekt sein. Die Miete steht zum Monatsanfang, wird der Strom jedoch erst zur Monatsmitte fällig, wird er mit diesem Datum eingetragen.
  • Quartalskosten – das sind die Fixkosten, die in größeren Abständen vom Konto abgehen. GEZ, etliche Versicherungen, Mitgliedschaften. Auch hier gilt, das Datum zu erfassen.
  • Jahreskosten – sämtliche Kosten, die nur einmal im Jahr fällig werden, kommen ebenfalls mit in die Liste.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, Kosten mit größeren Zahlungsabständen auf den Monat umzurechnen und mit in die Monatsliste aufzunehmen. Der Grund ist recht simpel: Für viele Haushalte ist es leichter, monatlich 15,00 Euro zurückzulegen, als 180,00 Euro einmal im Jahr. Zudem erleichtert diese Rechnung das Setzen von Budgets, da die fixen Kosten über das Jahr hinweg stets gleichbleiben. Zu dem Budget:

  • Hauptbudget – das ist das Budget, welches zum Leben notwendig ist. Die Einnahmen werden mit in die Liste aufgeführt und die fixen Kosten davon abgezogen. Der Abzug enthält noch keine Haushaltsführung.
  • Haushaltsführung – nun wird ein fester Betrag für die Haushaltsführung zurückgelegt. In dem Betrag sind Kosten für Lebensmittel, Kleidung, Sprit und Unterhaltung. Es hilft, den Lebensmittelbetrag eigens zur Seite zu legen oder auf ein zusätzliches Konto zu überweisen. Viele Haushalte können zudem sparen, wenn sie zum Monatsanfang die Lebensmittelgelder abheben und den Gesamtbetrag auf die Wochen des Monats umlegen. Stehen vierhundert Euro zur Verfügung, könnten bei einem vierwöchigen Monat jeweils 100,00 Euro in der Woche genutzt werden.
  • Sparbudget – der Betrag, der nach Abzug der Fixkosten und Haushaltskosten übrigbleibt, ist der Sparbetrag. Rund 75 Prozent des Betrags werden nun auf ein Sparkonto, Sparbuch oder ein Zweitkonto überwiesen. Dies sollte per Dauerauftrag geschehen. 15 Prozent können für Notfälle auf dem Konto verbleiben.

Wichtig ist, sowohl den Lebensmittelbetrag als auch den Sparbetrag gleich vom Konto zu nehmen und extra beiseitezulegen. Verbleibt der Sparbetrag auf dem Konto, wird er in vielen Fällen ohnehin ausgegeben und auch die spätere Überweisung auf ein anderes Konto funktioniert nicht. Das Abheben des Lebensmittelgeldes verschafft einen direkten Überblick über die Ausgaben. Viele Menschen gehen wesentlich bewusster einkaufen, wenn sie mit Bargeld bezahlen müssen.

Wenn auch die Budgetierung anfangs einschneidend und extrem erscheint, so geht sie vielen Menschen rasch ins Blut über. Das tatsächliche Sparen funktioniert bei dieser Methode ohnehin nicht durch knappe Einsparungen, sondern den bewussteren Umgang mit Geld – und der Überweisung auf ein Sparkonto.

Fazit – Bewusstsein für unnötige Kosten

Ein ordentlicher Überblick über die einzelnen Kostenpunkte hilft bereits beim Sparen. Wer nun noch günstigere Verträge abschließt, der spart doppelt. Sehr angenehm ist es, tatsächlich Ausgaben, die nur quartalsweise oder jährlich kommen, auf das ganze Jahr umzurechnen und monatlich in die Fixkosten mit einzurechnen. Kommt der Zahlungstermin, ist das Geld "einfach da" und muss nicht mühsam in diesem Monat aufgebracht werden.

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