Goldbesitz ist eine langfristige Anlage

Köln (dpa/tmn) - Trotz immer neuer Rekordpreise sollten Verbraucher ihren Goldbesitz nicht leichtfertig verkaufen. "Gold ist für mich eine langfristige

Köln (dpa/tmn) - Trotz immer neuer Rekordpreise sollten Verbraucher ihren Goldbesitz nicht leichtfertig verkaufen. "Gold ist für mich eine langfristige Anlage", sagt Joachim Dünkelmann vom Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte (BVJ) in Köln.

Gold sei nicht mit den Spekulationen an der Börse vergleichbar, meint Dünkelmann. Seit Anfang August ist der Preis für die Feinunze (gut 31 Gramm) Gold um mehr als zehn Prozent gestiegen. Am Montag (27. September) lag er zeitweise über 1300 US-Dollar (963 Euro). Goldbesitzer sollten außerdem darauf achten, dass ein Allzeithoch in US-Dollar nicht automatisch ein Allzeithoch beim Goldpreis in Euro bedeutet.

Vor rund 40 Jahren habe der Kilogrammpreis für einen Goldbarren bei umgerechnet ungefähr 2500 Euro gelegen - heute seien es 35 000 Euro, so der BVJ-Geschäftsführer. "Wer beispielsweise Goldschmuck im Schrank hat, den er nicht trägt, kann damit zum Juwelier seines Vertrauens gehen und ihn taxieren lassen", schlägt der Experte vor. Auf jeden Fall sollten Eigentümer aber eine zweite Meinung einholen. Dies müsste allerdings zeitnah geschehen, da es sich beim Goldpreis immer um einen tagesaktuellen Preis handle. Nur so ließen sich zwei Angebote wirklich vergleichen.

Es könne aber auch jeder Interessierte selber den Wert seines Schmuckes berechnen. Die Formel dafür lautet: Gewicht mal Feingoldgehalt mal Goldpreis in Euro minus 30 Prozent Kostenanteil. Für einen Ring aus 585er Gold führt das zu folgender Rechnung: Bei 8 Gramm Gewicht habe er einen Feingoldanteil von 4,68 Gramm, was 585tausendstel des Gewichts entspricht. Bei einem Ankaufspreis von Feingold von zum Beispiel 30 Euro je Gramm liegt der Materialwert somit bei 140,40 Euro. Gibt der Ringbesitzer ihn bei einem Juwelier in Zahlung, um sich ein neues Schmuckstück auszusuchen, wird dieser die Kosten für Taxierung, Wertversand, Recycling - sprich die Einschmelzung und Trennung der Legierung und Rückgewinnung - in Höhe von rund 30 Prozent abziehen. Der Kunde erhielte dann 98,28 Euro angerechnet.

Während es nach Angaben Dünkelmanns bei Juwelieren üblich ist, Schmuck nur in Zahlung zu nehmen und nicht bar auszubezahlen, sollten Verbraucher an andere Angebote mit einer gesunden Skepsis herangehen: Zur Zeit gebe es beim BVJ vermehrt Beschwerden von Verbrauchern, die sich beim Altgoldverkauf übervorteilt fühlten.

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