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Der Bau von Bürohochhäusern wird meist von Immobilienfonds finanziert.

Immobilien

Erster Fonds bleibt dicht

Im Herbst zogen Immobilienfonds die Notbremse und froren mehr Milliarden ein. Folge: Anleger sitzen auf ihren Anteilen. Der erste von zwölf Fonds verlängert nun die Eiszeit. Von Bernd Salzmann

Von BERND SALZMANN

Die offenen Immobilienfonds werden ihre Probleme nicht los. Von den zwölf Fonds, die Ende Oktober die Konsequenz aus einem massiven Kapitalschwund zogen und seither rückgabewillige Anleger nicht mehr auszahlen, bleibt der erste noch für längstens neun Monate geschlossen.

"In den letzten zweieinhalb Monaten hat sich das Marktumfeld noch nicht weit genug beruhigt, um ausreichend Liquidität für die Öffnung des Fonds zu generieren", teilte Credit Suisse Asset Management mit. Das Unternehmen hält den CS Euroreal geschlossen.

Die anderen Fondsgesellschaften überlegen noch. "Wir wollen das diese Woche entscheiden", sagt ein Unternehmenssprecher der Degi im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. "Wir arbeiten sehr sehr hart an einer Wiedereröffnung."

Eine Prognose wagt er wie sein Kollege von Kanam aber nicht. Kanam fehlen für den bevorstehenden Kassensturz noch ein Sachverständigengutachten und Umfrageergebnisse.

Alle betroffenen Gesellschaften sondieren im Moment intensiv den Markt. Sie reden mit dem Vertrieb und mit Großanlegern, um nach der Wiedereröffnung nicht erneut mit massiven Kundenforderungen konfrontiert zu werden.

"Es wäre nicht im Interesse der Anleger, wenn ein Fonds nach drei Tagen wieder schließt", sagt ein Sprecher des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI).

Groß- und Kleinanleger hatten im Herbst Milliardenbeträge abgezogen, weil sie wegen der Finanzkrise klamm geworden waren oder ihr Vermögen auf einem Tagesgeldkonto besser aufgehoben wähnten.

Die Fonds konnten nur noch die Notbremse ziehen: Sie froren mehr als 30 Milliarden Euro ein. Andernfalls wären sie zu Notverkäufen von Immobilien gezwungen gewesen. Das hätte den verbliebenen Anlegern geschadet.

Sofern die Anleger nicht dringend Bargeld brauchen, muss sie der Rückzahlungsstopp nicht kümmern: Laut BVI erzielten offene Immobilienfonds 2008 eine Durchschnittsrendite von 4,7 Prozent - das konnten in der Krise nur wenige Anlageklassen vorweisen.

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