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Entlastungspaket der Bundesregierung reicht nicht – Verbraucher müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen

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Von: Janine Napirca

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Eine Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt: Das Entlastungspaket der Bundesregierung reicht nicht aus, um die gestiegenen Kosten für Strom, Energie und beim Tanken auszugleichen.

Aufgrund der zuletzt explodierten Heizkosten und der starken Inflation, ebenso wie durch die möglicherweise bevorstehende weltweite Ernährungskrise – Russland blockiert derzeit die Häfen in Odessa und Mariupol, was sich stark auf die Lieferketten insbesondere im Getreidesektor auswirkt – hat die Bundesregierung in Deutschland ein Entlastungspaket für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ins Leben gerufen. Wie auch Rentnerinnen und Rentner in den Genuss der Energiepauschale kommen, erfahren Sie hier.

Einer Analyse des Vergleichsportals Verivox zufolge wird das Entlastungspaket jedoch nicht ausreichen, um die entstandenen Mehrkosten für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland auszugleichen. Ein Tropfen auf den heißen Stein?

Entlastungspaket gleicht gestiegene Kosten nicht aus – das zeigt eine Analyse von Verivox

Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland müssen für Heizen, Strom und Tanken immer mehr Scheine hinblättern. Einer Analyse von Verivox zufolge stiegen auf das Jahr gesehen die Kosten für einen Musterhaushalt um 2.408 Euro. Mit 1.035 Euro gleicht das Entlastungspaket der Bundesregierung laut Verivox und Bund der Steuerzahler noch nicht einmal die Hälfte davon aus.

Die Folgen der Corona-Pandemie und des russischen Angriffs auf die Ukraine haben die Energiepreise weltweit stark nach oben getrieben. Egal ob Strom, Gas, Heizöl oder Sprit: Alle Energiearten kratzen an ihren Höchstständen oder haben diese sogar übertroffen.

Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox

Entlastungspaket zu wenig – Energiekosten sind laut Verivox massiv gestiegen

Dem Vergleichsportal nach lagen die Energiekosten bei einem Musterhaushalt im April 2021 beispielsweise bei 3.861 Euro jährlich, im April 2022 schon bei 6.269 Euro pro Jahr. Somit sind die Energiekosten im vergangenen Jahr laut Verivox um 62 Prozent gestiegen, das kostet Verbraucherinnen und Verbrauchern zusätzlich 2.408 Euro.

Euroscheine mit Stomkabel, Autoschlüssel und Miniatureisenbahnschiene
Energieexperten zufolge wird das Entlastungpaket die Mehrkosten nicht ausgleichen – Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen ordentlich drauf. © Frank Hoermann/Sven Simon/Imago

Vor allem Heizöl belastet den Geldbeutel – das Entlastungspaket müsste höher ausfallen

Wer mit Heizöl heizt, zahlt noch mehr drauf, denn laut Bericht verteuerte sich das Heizen mit Öl um 144 Prozent im Vergleich zum Vorjahr:

ZeitHeizölpreis für 20 Hektoliter
April 20211.305 Euro
April 20223.196 Euro

Aber auch Gaskunden und -kundinnen sind vor den gestiegenen Energiekosten nicht verschont geblieben:

ZeitGaspreis für 20.000 Kilowattstunden
April 20211.184 Euro
April 20222.424 Euro

Der Strompreis ist laut Verivox auf Jahressicht ebenfalls um 30 Prozent gestiegen, der Benzinpreis legte um 35 Prozent zu und Diesel sogar um 56 Prozent.

Entlastungspaket: 1.035 Euro bekommt eine vierköpfige Familie in Deutschland – das reicht laut Energieexperte nicht

Dem Bericht von Verivox zufolge bekommt eine vierköpfige Musterfamilie mit einem gemeinsamen Jahresbruttoeinkommen von 92.688 Euro durch das Entlastungspaket der Bundesregierung 1.035 Euro. Damit sollen die gestiegenen Verbraucherkosten ausgeglichen werden. Aber das reicht laut Energieexperte Thorsten Storck nicht aus.

Trotz umfassender staatlicher Entlastungsmaßnahmen muss ein Haushalt durchschnittlich knapp 1.400 Euro mehr für Energie ausgeben als noch vor einem Jahr. Für viele Familien stellt das eine hohe finanzielle Belastung dar.

Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox

Die Berechnung des Entlastungspakets setzt sich zusammen aus der Energiepreispauschale für Erwerbstätige in Höhe von 300 Euro, der Erhöhung der Werbungskostenpauschale um 200 Euro, dem Familienzuschuss in Form eines Einmalbonus in Höhe von 100 Euro pro Kind, dem Wegfall der EEG-Umlage in der zweiten Jahreshälfte, der Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe für drei Monate sowie der Erhöhung des Grundfreibetrages. (jn)

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