+
Spam nervt:: Verbraucher dürfen nur dann mit Werbung versorgt werden, wenn sie das vorher ausdrücklich gewünscht haben.

Spam, Hotlines...

Diese Alltagsgesetze sollte jeder kennen

  • schließen

Manche Händler, Vermieter oder Arbeitgeber arbeiten mit allen Tricks, um Verbraucher übers Ohr zu hauen. Wer seine Rechte kennt, hat es leichter sich zu wehren. Verbraucheranwalt Dr. Volker Kitz erklärt in einem Buch, welche Gesetze wichtig sind.

Ob kostenpflichtige Kundenhotlines, massenweise Spam im Mail-Postfach oder Aufschläge bei Mahngebühren: Wer sich als Verbraucher nicht permanent für dumm verkaufen lassen will, sollte seine Rechte kennen.

Verbraucheranwalt Dr. Volker Kitz erklärt deshalb in seinem neuen Buch „Stimmt's oder hab ich Recht?“ (Knaur TB) die wichtigsten Alltagsrechte. Wir haben acht interessante Beispiele aus dem Ratgeber herausgepickt:

E-Mail-Spam

Auch als Kunde können Sie ein Unternehmen abmahnen – zum Beispiel, wenn es Sie mit E-Mail-Werbung belästigt. Über eine „strafbewehrte Unterlassungserklärung“ können Sie mit Spam sogar Geld verdienen.

Leihgabe

Bei einer echten (kostenlosen) Leihe muss der Entleiher die Sache erst wieder nach der vereinbarten Zeit zurückgeben. „Ist keine Zeit vereinbart, darf er die Sache so lange behalten, bis er sie wie geplant genutzt hat“, erlärt der Anwalt. Leiht sich jemand also ein Buch auf unbestimmte Zeit, muss er es zurückgeben, sobald er es gelesen hat.

Lieferfristen

Ist eine bestellte Ware nicht zum vereinbarten Zeitpunkt da, darf man den Kaufpreis zurückbehalten. Solange der Kaufvertrag besteht, sind Sie jedoch daran gebunden. Tipp von Volker Kitz: Um Klarheit zu schaffen, können Sie eine letzte Frist setzen. Liefert der Anbieter innerhalb dieser Frist nicht, darf man vom Vertrag zurücktreten. (Erst) dann wird der Vertrag hinfällig.

Mietminderung

Eine Mietminderung muss man weder ankündigen noch androhen. Sie setzt auch nicht voraus, dass der Vermieter etwas für das Problem kann – bereits wegen einer lauten WG nebenan mindert sich die Miete.

Lesen Sie bitte weiter auf der nächsten Seite.

Mahngebühren

Es gibt keine allgemeinen Mahngebühren. Zusätzliches Geld können Unternehmen in der Regel erst ab der zweiten Mahnung verlangen – und auch dann selten mehr als ein paar Cent für das Porto.

Online-Shops

Betreibt ein Shop nur eine kostenpflichtige Kundenhotline, können Sie den Betrag für einen Anruf direkt gegenüber Ihrem Telefonanbieter kürzen. Vorausgewählte Zusatzleistungen wie Reiserücktrittsversicherungen muss niemand bezahlen. Eine gängige Zahlungsart muss immer umsonst sein.

Testament

Wer sein Testament am Computer erstellt und nur einen Ausdruck unterschreibt, vererbt damit nichts. Ein gültiges Testament muss vollständig handschriftlich verfasst sein.

Überstunden

Verlangt ein Chef beharrlich Überstunden von seinen Mitarbeitern, kann er dafür ins Gefängnis kommen.

Fazit: Das Buch richtet sich an juristische Laien und regt zum Selberdenken an. Alle Kapitel beginnen mit einem alltäglichen Fall und der Frage „Wie würden Sie entscheiden?“ – so kann jeder sein Wissen erst einmal individuell testen. Wichtig ist Kitz zu erwähnen, dass es bei jeder Regel Ausnahmen gibt. Sein Buch solle Verbrauchern vor allem ein Gespür dafür vermitteln, wann sie überhaupt im Recht sein könnten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion