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Wo lassen sich bei Zinseinlagen noch solide Renditen finden? Das ist gar nicht so einfach, aber durchaus möglich.

Zinsen

Wo bekommen Sparer noch Zinsen für ihr Geld?

Sparen macht keinen Sinn – eine Ansicht, die in den letzten Jahren regelmäßig zu hören ist. Und die ihre Ursache in der aktuellen Zinspolitik der Banken hat.

Wer vor 20 Jahren Geld aufs Konto einzahlte, konnte noch mit satten Zinsen rechnen – selbst auf dem Sparbuch. Seit die Finanzkrise der späten 2000er Jahre um sich gegriffen und die Schuldkrise Südeuropas ausgelöst hat, sind Sparzinsen in den Keller abgerutscht. Schuld ist die Leitzinspolitik der EZB (Europäische Zentralbank). Diese hat mit ihren dramatischen Zinssenkungen zu einem Abrutschen der Habenzinsen für Bankeinlagen geführt. Wer bisher aufs Zinssparen – etwa durch das Sparbuch oder Tagesgeld – gesetzt hat, bekommt nur noch Mini-Zinsen.

Vermögensaufbau muss aber sein – allein schon vor dem Hintergrund drohender Altersarmut. Das Problem: Die niedrigen Zinsen ließen sich vielleicht noch verkraften. Was aus der schwarzen Null allerdings tiefrote Zahlen werden lässt, ist die Inflationsrate. Und dieser entkommt kein Sparer. Wie sehen mögliche Wege aus dem Dilemma aus? Eine Option ist die Orientierung Richtung Börse oder auf Sachwerte. Zeitungen und Magazine sind voll von entsprechenden Empfehlungen. Das Problem: Wer als Haushalt Kapital in Aktien oder Fonds investiert, muss mit einem höheren Risiko leben. Lohnt sich das Ganze trotzdem?

Risiken richtig streuen 

Aktien und Anleihen haben an Bedeutung gewonnen. Trotzdem werden solche Wertpapiere laut DAI nur von etwa 15 Prozent der Bevölkerung gehalten, was:

  • Aktien
  • Bonds
  • Anleihen
  • Zertifikate

einschließt. Ein offensichtlicher Widerspruch, der sich auch über das Verlustrisiko erklären lässt. Und die Tatsache, dass eine Fokus Richtung Börse bedeutet, sich nicht mehr zurücklehnen zu können. Anleger müssen ihre Investments im Auge behalten, um schnell reagieren zu können.

Auf der anderen Seite ist das Zinssparen nur auf den ersten Blick „klinisch tot“. Nach wie vor lassen sich am Markt Angebote finden, mit denen Sparer einen Zinsgewinn erzielen können – und welcher der Inflation zumindest Paroli bietet. Aber: Diese Angebote werden heute niemandem mehr hinterhergeworfen, sie müssen gezielt gesucht werden.

Folgen der Zinspolitik: Hohe Immobilienpreise, mangelhafte Altersvorsorge, Negativzinsen auf Sparguthaben - Sparkassenpräsident Helmut Schleweis über die Folgen der aktuellen Geldpolitik.

Was bedeutet dies für den Alltag. Ideal wäre es, sich ein Anlageportfolio aufzubauen, in dem eine Durchmischung verschiedene Anlageinstrumente – von der Aktie bis zum Zinssparen stattfindet. Auf diese Weise entsteht Sicherheit, ohne dabei komplett auf Rendite verzichten zu müssen.

Angebote vergleichen – ein Must have

Um die optimale Performance aus den Zinsprodukten herauszuholen, hilft nur ein fundierter Vergleich. Hierbei geht es um die Frage, wie lange Geld gebunden werden muss, um eine akzeptable Rendite zu erreichen. Auf der anderen Seite steht bei einem Zinsvergleich immer die Frage, welche Anlagedauer die absolute Schmerzgrenze darstellt.

Hintergrund: Legen sich Haushalte in der Phase niedriger Zinsen zu lange fest, können Anpassungseffekte beim Zinsanstieg nicht mehr mitgenommen werden. Hier die richtige Balance zu finden, ist nicht einfach. Vorteile bieten moderne Zinsvergleich im Übrigen nicht nur aufgrund der Tatsache, dass Sparer sich damit sehr schnell einen Überblick verschaffen.

Wichtige Faktoren für den Zinsvergleich:

  • Zinssatz
  • Laufzeitfenster
  • Ablauf Kontoeröffnung (PostIdent vs. VideoIdent)
  • Filial- oder Direktbank (Erreichbarkeit nur online)
  • Zinsjoker (Zinszuschlag bei langer Laufzeit)

Im Vergleich zu deutschen Banken haben Institute aus dem Ausland oft deutlich höhere Zinsen zu bieten. Werden solche Angebote berücksichtigt, kann sich schnell auch das über 36 Monate angelegte Festgeld lohnen – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Achtung: Wer Geld anlegen will, muss nicht nur die Inflation im Auge behalten. In Deutschland werden Zinserträge über die Abgeltungssteuer direkt bei der Zinsausschüttung an den Sparer besteuert. Ein Fakt, der in jedem im Hinterkopf präsent sein muss.

Sicherheit nicht vernachlässigen

Ein sehr wichtiger Aspekt betrifft den Faktor Sicherheit. Bankeinlagen genießen vor diesem Hintergrund einen allgemein sehr guten Ruf. In Deutschland greift hier nicht nur die gesetzliche Einlagensicherung, welche bis zu 100.000 Euro pro Sparer erfasst. Es sind gerade die privatwirtschaftlichen Sicherungssysteme, die Millionenrisiken auffangen. Diese sind zwar freiwilliger Natur, tragen zum Sicherheitsgefühl aber maßgeblich bei.

Wer Geld im Ausland anlegt, muss sich einiger Aspekte bewusst sein. Für alle Banken im EU Raum gilt zwar eine identische Sicherungsgrenze aus der staatlichen Einlagensicherung. Ob darüber hinaus Verbindlichkeiten übernommen werden, ist individuell sehr unterschiedlich.

Gerade, wenn es um größere Summen geht, ist der Blick auf die Bonität der Bank und die Solvenz der Sicherungsfonds anzuraten. Ein Vergleich der besten Banken in diesem Bereich wird dem Anspruch gerecht und berücksichtigt Anbieter mit ausgezeichneten Ratings.

Weitere wichtige Faktoren bei der Wahl einer Bank

Die Entscheidung für oder gegen ein Sparangebot fällt so gut wie immer vor dem Hintergrund der Zinserträge. Eine Tatsache, die durchaus kritisch gesehen werden kann. In der Vergangenheit ist es zu Bankpleiten gekommen, die Sparer unter Druck gesetzt hat.

Soll Geld angelegt werden, ist der Blick in die Bilanz lohnenswert. Wie gut ist die Bank allgemein beim Eigenkapital aufgestellt? Immer wieder sind in Stresstests Risiken zu finden, die auch den Verbraucher treffen können. Ein zweiter Punkt betrifft die Frage, ob bei Filial- oder Direktbanken Geld eingezahlt wird. Nicht jeder Verbraucher fühlt sich beim Gedanken wohl, ausschließlich online mit seiner Bank übers Geld reden zu müssen.

Fazit: Mit ein paar Tricks mehr Zinsen verdienen

Zinssparen ist ein Dinosaurier – angesichts der aktuellen Kapitalmarktlage eine nicht ganz unberechtigte Erkenntnis. Zinsprodukte abzuschreiben wäre allerdings ein Fehler. Gerade Banken im Ausland bieten noch akzeptable Zinssätze auf Tages- und Festgeld. In der Praxis kommt es darauf an, diese Angebote mit einem guten Vergleichsrechner zu finden. Besonders hoch kann der Habenzins bei Festgeldprodukten ausfallen. Eines dürfen Sparer auf keinen Fall ausblenden: Die Sicherheit. In der EU gelten gleiche Regeln bei der gesetzlichen Einlagensicherung, wobei die freiwillige Einlagensicherung hierzulande oftmals noch höher ausfällt. Außerhalb der EU kann die Situation allerdings völlig anders aussehen – hier ist besondere Vorsicht geboten und ein genauer Blick sehr wichtig.

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