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Flugzeiten am Airport.

Flug verspätet?

Das können sie unternehmen

Ist ein Flug verspätet, ist das immer ärgerlich. Im schlimmsten Fall verpasst man einen Anschlussflug oder kommt nicht mehr rechtzeitig zu einem Termin.

Im besten Fall landet man einfach später und die Heimreise verzögert sich. Doch bei einer Flugverspätung hat man häufig die Chance, eine Entschädigung zu erhalten. Wie das funktioniert, auf welche Faktoren es ankommt und worauf dabei generell zu achten ist – darauf wird im Folgenden genauer eingegangen.

Entschädigung bereits ab drei Stunden Verspätung möglich

Um nach einer Flugverspätung eine Entschädigung zu erhalten, sind zunächst einmal einige Aspekte zu prüfen. Bestimmte Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit ein Anspruch auf einen Ausgleich überhaupt besteht. Ein wichtiges Detail dabei: die Verspätung des Fluges muss mindestens drei Stunden betragen.

Alle Flugverspätungen unter drei Stunden haben in aller Regel keinen Anspruch auf Entschädigung. Allerdings: die Entschädigung kann man auch nachträglich geltend machen – bis zu drei Jahre rückwirkend. Auf diese Weise ist ein verspäteter Flug aus dem Frühjahr 2016 bis Ende 2019 entschädigungsfähig.

Wie viel Geld wird bei einer Flugverspätung erstattet?

Wer Anspruch auf eine Entschädigung nach einer Flugverspätung hat, kann sich auf eine Auszahlung zwischen 250 und 600 Euro freuen. Relevant für die Höhe der Entschädigung ist einzig die Länge des gebuchten Fluges. Ein Kurzstreckenflug bis 1.500 km wird mit 250 Euro, ein Mittelstreckenflug bis 3.500 km mit 400 Euro und ein Langstreckenflug über 3.500 km mit 600 Euro entschädigt.

Wie kann ich als Fluggast meine Entschädigung einfordern?

Für Fluggäste, die von einer Flugverzögerung betroffen sind, ist vor allem wichtig, dass sie ihre Rechte kennen und diese auch einfordern. Grundlage für Entschädigungen bei Flugverspätungen ist die EU-Fluggastrechte-Verordnung 261/2004. Darin ist genau geregelt, welche Bedingungen für eine Entschädigung erfüllt sein müssen, wovon die Höhe des Ausgleichsanspruchs abhängig ist und in welchen Fällen die Airline nicht entschädigen muss.

Flugreisende sollten daher zumindest die Grundzüge dieser Verordnung kennen und sich – im Falle einer Verspätung des Fluges –damit vertraut machen.

„Außergewöhnliche Umstände“ führen dazu, dass die Airline keine Entschädigung zahlen muss

Vielen Fluggästen ist nicht bekannt, dass „außergewöhnliche Umstände“ dazu führen, dass eine Airline keine Entschädigung im Falle einer Flugverspätung zahlen muss. Aber was genau sind „außergewöhnliche Umstände“, auf die sich Airlines so gern – und aus nachvollziehbaren Gründen - beziehen?

Als außergewöhnlich werden beispielsweise diese Faktoren eingestuft:

  • schlechtes Wetter (Sturm, starker Regen, Schneefall, Eis etc.)
  • Streik
  • Turbinenschaden durch einen Vogelschlag
  • Blitzschlag
  • Medizinischer Notfall
  • Restriktionen der Flugsicherung
Als keine außergewöhnlichen Umstände hingegen gelten beispielsweise:
  • technischer Defekt
  • Erkrankung eines Crewmitglieds
  • Mangel an Mitteln zur Enteisung
  • Maus oder Ratte an Bord

Die mittlerweile umfangreiche Rechtsprechung deutscher und internationaler Gerichte ermöglichen eine bessere und vor allem einheitliche Einstufung von „außergewöhnlichen Umständen“ . Im Rahmen einer Flugverspätung sollten betroffene Fluggäste nach Meinung von Experten daher immer ihren Anspruch auf Entschädigung prüfen oder prüfen lassen.

Was gilt bei Flugverspätungen von weniger als drei Stunden?

Wie dargelegt, besteht ein Anspruch auf Entschädigung erst ab einer Flugverspätung von drei Stunden. Bei einer Flugverzögerung zwischen zwei und drei Stunden erhalten Reisende zwar keine geldliche Entschädigung, haben aber gleichwohl Anspruch auf Betreuungsleistungen.

Demnach haben Fluggäste dann Anspruch auf die Bereitstellung von Essen und Getränken. Ebenso müssen kostenlos Telefonate ermöglicht werden, ebenso das Versenden von E-Mails. Führt die Verspätung dazu, dass eine zusätzliche Übernachtung erforderlich ist, muss den Fluggästen zudem ein Hotelzimmer inklusive Transfer bereitgestellt werden.

Stellt die Airline diese Betreuungsleistungen nicht selber zur Verfügung, so dass man als Fluggast selber dafür zahlen muss, sollten alle Belege und Quittungen sorgfältig aufbewahrt werden. Auch diese entstandenen Kosten können – zusätzlich zu einer möglichen Entschädigung – im Nachhinein zurückgefordert werden und sind zu erstatten.

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