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Schnäppchenjagd

Vorsicht bei Schnäppchen – wie ein genauerer Blick den Geldbeutel schont

Was früher die Schlussverkäufe waren, ist heute das dauerhafte Schnäppchenfieber. Angebote, Ausverkäufe, Rabatte und Preisknaller schlagen auf User ein, als gebe es schon morgen nichts mehr zu kaufen.

Nur sind das nicht immer Schnäppchen, wie viele schon erkannt haben. Woran erkennt man ein echtes Schnäppchen? Auf was sollte man achten und welche Vorkehrungen helfen dabei, Geld zu sparen?

Wo Preiskracher draufsteht, ist auch ein Preiskracher drin?

Es wäre schön, ist aber nicht so. Etliche Waren, die sich im Gewand eines Schnäppchens kleiden, kosten den Kunden im Endeffekt mehr. Mal gibt es qualitative Mängel, mal wurde der Preis im Vorfeld angehoben. „Es gibt viele Gründe dafür, bei Schnäppchen genauer hinzuschauen“, erklärt auch Ralph Schomaeker-Möller von Mein-Deal.com.

Preis hui, Qualität pfui?

Ein Schnäppchen ist etwas, das Sie nicht verwenden können, zu einem Preis, dem Sie nicht widerstehen können.“ - Franklin Jones

Viele sogenannte Schnäppchen sind schlichtweg Ramsch. Gerade bei Elektronikartikeln aus Fernost kommt das häufiger vor, als man denkt. Die Produkte sind teils mangelhaft, gefährlich, instabil oder schlichtweg unbrauchbar. Aus diesem Grund: Augen auf und genau prüfen!

Mehr Inhalt für noch mehr Preis

Ein ziemliches perfides Spiel müssen Schnäppchenjäger bei Maxipackungen erkennen. Einige Händler sind hier geschickt:

  • Größere Verpackung – die Verpackung ist größer, der Inhalt jedoch qualitativ schlechter. Beispiel: Waschmittelkonzentrat zu gewöhnlichem Waschmittel.
  • Höhere Grundpreis – bei Maxiverpackungen hilft ein Blick auf den Preis für 100 Gramm. Ist er derselbe, wie bei der normalen Verpackung? Bei Großverpackungen wird der Grundpreis gerne mit angehoben. Dabei bestünde eigentlich Potenzial für eine Preissenkung.

Schnäppchen ist auch nur ein Wort – Sonderangebote zum Normalpreis

Wer weiß schon beim Blick auf das bunte Rabattpreisschild, wie teuer das Produkt in der letzten Woche war? Menschen sind darauf geeicht, Rabattschilder automatisch mit einem Schnäppchen in Verbindung zu bringen. Hier gilt: Prüfen, wie teuer das Produkt üblicherweise ist.

„Super-Sonder-Günstig-Angebote fast geschenkt“ – Vorsicht vor Fake-Shops

Wo gibt es das neueste Smartphone für 200,00 Euro? Online an vielen Stellen, doch sind das Fake-Shops. Diese Shops zielen auf die Bankdaten des Kunden ab, alternativ lassen sie sich die Bestellung per Vorkasse bezahlen, wie auf tagesschau.de erklärt wird. Natürlich gibt es niemals Ware und der Shop ist nach kürzester Zeit aus dem Netz verschwunden – und das Geld der Kunden mit ihm.

Günstig oder nicht? Wie sich echte Deals erkennen lassen

Jeder kann echte Schnäppchen erkennen. Wenn das Bauchgefühl schon "Hände weg" schreit, ist das ein gutes Indiz. Sicherlich ist ein gewisses Grundwissen über ein Produkt notwendig, doch das Basiswissen hat jeder. Ein 56-Zoll-Flatscreen kann keine 100,00 Euro kosten, das ist Fakt. Wer geschickt vorgeht, findet im Internet die echten Preisknaller.

"TÜV geprüft" – Ramsch erkennen

Verschiedene Prüfsiegel helfen laut tuv.com potenziellen Kunden, gute von schlechten Produkten zu unterscheiden:

GS

Geprüfte Sicherheit. Technische Anforderungen erfüllt.

CE

Verpflichtend in der EU, für Spielzeug, Elektrogeräte, Schutzausrichtungen und Messgeräte.

Standard 100 by Öko-Tex

Prüf- und Zertifizierungssystem für Textilien. Weltweit anerkannt, Auskunft über Schadstoffprüfung.

Doch Vorsicht: Es ist auch schon vorgekommen, dass beispielsweise CE-Kennzeichnungen von unseriösen Händlern einfach fälschlicherweise auf die Produktverpackungen gedruckt wurden.

Das Wissen der Anderen – Tests und Erfahrungsberichte checken

Insbesondere bei technischen Geräten sind die Test- und Erfahrungsberichte von Zeitschriften oder Kunden ein Segen. Wobei bei allen Testberichten auf den Herausgeber zu achten ist. Wird im Test überwiegend auf Verkaufsseiten verlinkt, kann es gut sein, dass der "Test" auf Rezensionen von Kunden beruht.

Diese hingegen geben einen guten Aufschluss über die Qualität des Produkts. Es hilft, einen Querschnitt der guten und schlechten Rezensionen zu lesen und diese mit den mittelmäßigen zu vergleichen. Häufen sich Angaben, dass das Staubsaugerkabel nach sechs Monaten einen Wackelkontakt hat, muss der Kauf dringend überdacht werden.

Kontrolle ist besser – Preisvergleiche nutzen

Sagt der Händler, dass der Preis günstig ist, heißt das noch gar nichts. Für seine Ansprüche ist er günstig, sicherlich. Das Steckenpferd vieler Internet-Shopper sind Preisvergleiche oder Preissuchmaschinen. Wer den komplizierten Weg wählt, der ruft einfach mal drei verschiedene Shops auf und schaut, was das Produkt dort kostet.

Preisvergleiche sind übrigens tückisch und zeigen je nach genutztem Endgerät und Tageszeit andere Preise an. Tests ergaben, dass die Preise bei der Suche vom teuren Smartphone aus höher sind, als wenn dieselben Produkte vom klassischen PC aus verglichen werden. Zudem ziehen Preise in den Abendstunden oftmals drastisch an. 

Checkliste gegen Betrug – wie sich Fake-Shops erkennen lassen

Wie können sich Shopper vor Fake-Shops schützen? Ein gutes Indiz ist schon einmal das Impressum. Ist das nicht vorhanden, gilt: Finger weg. Bei einem bestehenden Impressum kann der Name gegoogelt werden. Fake-Shop-Besitzer treten oftmals mehrfach in Erscheinung und die Suchmaschine findet garantiert etwas über den Namen.

Allgemein kann die Suche Erfahrungsberichte über den Shop anzeigen. Gerade geprellte Kunden schreiben ihre Erfahrungen ins Netz, sodass sie gute Indizien für potenzielle Probleme darstellen. Alternativ gilt die eigene Vorsicht. Bei sämtlichen unbekannten Shops sollte niemals via Vorkasse bezahlt werden. Ist dies gar die einzige Zahlungsmöglichkeit, ist der Shop mit größter Wahrscheinlichkeit nicht seriös.

Die Checkliste im Überblick

  • Ist ein vollwertiges Impressum vorhanden?
  • Ist der Shop-Besitzer real?
  • Gibt es Erfahrungsberichte? Was sagen diese aus?
  • Ist der Shop auf einer echten DE-Domain gehostet?
  • Gibt es andere Bezahlmöglichkeiten als Vorkasse?

Fazit – kein Schnäppchen, das kein Schnäppchen ist

Ist die Qualität minderwertig oder weist ein Produkt gar Gefahrenstellen auf, ist auch der niedrigste Preis zu teuer. Käufer sollten stets auf die Siegel und die Qualität achten, um kein böses Erwachen zu erleben. Aber auch andere Schnäppchen können sich als teure Mogelverpackungen herausstellen, wenn der Hersteller geschickt mit größeren Verpackungen den Grundpreis erhöht hat.

Vorsicht ist in Bezug auf Verpackungen immer bei Konzentraten im Vergleich mit normalen Produkten geboten. Bei Waschmittel ist die Qualität der großen Packung oft geringer als die des Konzentrats.

Hinschauen und günstig einkaufen

Echte Schnäppchen gibt es doch! Wer sie nutzen möchte, sollte die Angebote jedoch vorher genau prüfen. Ist das Produkt oder der Anbieter vertrauenswürdig? Sollte dies der Fall sein und das Produkt entweder durch verschiedene Prüfsiegel oder durch Social Proof im Internet qualitativ ansprechend sein, steht einem Schnäppchen-Kauf nichts mehr im Wege!

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