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Veränderte Gewohnheiten sichern künftigen Generationen ein gutes Leben.

Ethisch korrekt:

Verantwortungsbewusst leben geht ganz leicht

Diese Tatsache lässt sich nicht mehr wegdiskutieren: Der Lebensstil, den die meisten Menschen in der westlichen Welt pflegen, birgt Fallstricke.

Rohstoff-Verschwendung, Umweltverschmutzung, unfaire Produktionsbedingungen und Tierleid rücken immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Wer künftigen Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen will, muss Verantwortung übernehmen. Auch die eigene Gesundheit kann davon abhängen.

Im Badezimmer: Tierversuche und bedenkliche Inhaltsstoffe

Die tägliche Körperpflege ist und bleibt unverzichtbar. Unter der Dusche, am Waschbecken und vor dem Schminkspiegel jedoch kommen nicht selten Produkte zum Einsatz, deren Hintergründe fraglich sind. Alleine die Liste potenziell bedenklicher Stoffe ist lang. Dinge wie

  • Aluminium,
  • Farbstoffe,
  • Formaldehyd,
  • oder auch halogenorganische Verbindungen

möchten immer weniger Menschen an ihre Haut lassen. Und selbst wenn in einigen Fällen nur von einer möglichen Gesundheitsgefahr die Rede ist, hinterlässt manch konventionelles Kosmetikprodukt ein ungutes Gefühl. Daher lohnt es sich, Kosmetik nur von Herstellern zu kaufen, die die Zusammenstellung ihrer Produkte verantwortungsbewusst und transparent gestalten.

Ein weiterer Punkt, der bei Kosmetik über Wohl und Wehe entscheiden kann, sind Tierversuche. Einige Hersteller setzen auch heute noch auf Produkte, deren Unbedenklichkeit zuvor im Rahmen von Tierversuchen bestätigt werden sollte. Wie Kritiker jedoch immer wieder betonen, ist die tatsächliche Sinnhaftigkeit dieser Versuche strittig, denn Hase, Maus und Co. reagieren nicht zwingend menschenähnlich auf äußere Einflüsse. Wer nicht möchte, dass Tiere für die persönliche Körperpflege leiden, findet bei Herstellern wie Rituals, Dr. Hauschka, NYX und Santaverde passende Produkte ohne Tierversuche. Dies ist ein bedeutender Fortschritt für den Tierschutz.

Auf Reisen: Muss es unbedingt der Flieger sein?

Ein ethisch verantwortungsbewusster Lebensstil beinhaltet auch die persönlichen Reise-Vorlieben. Das Flugzeug zum Beispiel gilt als das wohl klimaschädlichste Transportmittel überhaupt, wenngleich viele Menschen auf einmal in einem Flieger transportiert werden können. So werden bei einem Flug von Frankfurt nach Barcelona mehr als 400 Kilogramm CO2 pro Person ausgestoßen. Ein PKW stößt auf der gleichen Strecke etwa 185 Kilogramm CO2 absolut aus. Das jedoch macht den PKW nicht gleich umweltfreundlicher, denn die 168 Sitzplätze eines Airbus A320 entsprächen 42 Autos mit jeweils vier Passagieren.

Weder Flugzeug noch Auto gehören daher zu den umweltfreundlichsten Möglichkeiten, auf Reisen zu gehen. Immerhin müssen auch weitere Emissionen wie Stickoxide berücksichtigt werden. Sehr viel weniger Emissionen pro Passagier entstehen jedoch bei Bahnreisen. Dank des heute gut ausgebauten Bahnliniennetzes ist es problemlos möglich, Städtereisen per Bahn zu planen. Die Anfahrt mag zwar deutlich länger dauern als ein Flug, dafür jedoch profitiert das Umweltgewissen.

Am Herd: Verantwortungsbewusst essen

Geht es um Ernährung, spaltet sich die Bundesrepublik derzeit in zwei Lager. Die einen wollen nicht auf Fleisch und Milchprodukte verzichten, die anderen wiederum tun es längst. Dass die Massentierhaltung als klimatisch bedenklich gilt, ist jedoch längst kein Geheimnis mehr. Für Futtermittel wird Regenwald gerodet, Emissionen aus der Tierhaltung selbst gelten als Mitverursacher des Klimawandels und auch die Nitratbelastung des Grundwassers in einigen Regionen Deutschlands ist eine Folge der immer größeren Anzahl gehaltener Tiere in der Landwirtschaft. Hinzu kommt die mögliche Gefahr multiresistenter Keime in der Umwelt, die durch den Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung auf den Plan tritt.

Trotz verhärteter Fronten also haben vegan lebende Menschen nicht Unrecht, wenn es um die negativen Auswirkungen des Fleischkonsums geht. Auch in ethischer Hinsicht lässt sich die Haltung von Tieren in der Landwirtschaft nicht mit jedem Gewissen vereinbaren. Dabei aber ist es gar nicht nötig, den von Veganern verlangten Totalverzicht anzustreben. Fleisch und Milchprodukte müssen nicht unbedingt vollständig vom Teller verschwinden, wenn das eigene Leben verantwortungsbewusster gestaltet werden soll. Wer seinen Konsum deutlich reduziert und dabei auf Bio-Produkte kleiner Höfe setzt, trägt ebenfalls zur Veränderung der Situation bei.

Ein weiterer, der die tägliche Ernährung und das gute Gewissen in Konflikt treten lassen, sind die oft langen Transportwege der Lebensmittel. Obst aus Südamerika, Tomaten aus Spanien und Mandeln aus Kalifornien reisen viele Kilometer, bis sie in Supermarktregalen und schließlich auf dem Teller landen. Somit tragen auch sie zum Ausstoß umweltschädlicher Emissionen bei. Wer etwas hiergegen tun will, sollte künftig auf regionale und saisonale Produkte achten. Auch die deutsche Landwirtschaft hat viele leckere Obst- und Gemüsesorten zu bieten, die nur kleine Strecken zurücklegen müssen, um den Verbraucher zu erreichen.

Vor dem Spiegel: Anziehen, was glücklich macht

Kleidung als Problemfaktor in Sachen Gesundheit und Ethik rückt immer stärker in den Fokus. Bei Billiganbietern, die für schlechte Produktionsbedingungen und unfaire Bezahlung bekannt sind, kauft niemand mit gutem Gewissen ein. Auch ist die Kleidung hier häufig mit Chemikalien belastet, die beispielsweise vor Schädlingen schützen, Motivdrucken ihre Farben verleihen und Knittern vorbeugen sollen.

Die Alternative zu konventioneller Kleidung mit all ihren Nachteilen besteht aus gleich zwei Möglichkeiten. Einerseits ist es möglich, bei Fair Fashion Labels einzukaufen, die transparent über ihre Produktionsstätten informieren, ökologisch produzierte Rohstoffe verwenden und auf eine gute Bezahlung ihrer Mitarbeiter achten. Solche Kleidung ist heute nicht weniger modisch als ihr konventionelles Pendant und trägt zu einer besseren Welt bei.

Andererseits ist auch der Second Hand Kauf weiterhin eine Option, nachhaltiger zu handeln und weniger belastete Kleidung zu erstehen. Manche Chemikalien nämlich sind in Second Hand Kleidung bereits ausreichend verfolgen und ausgewaschen. Auch verlangsamt der Kauf von Second Hand Kleidung die rasant steigende Nachfrage nach neuen Jeans, Pullover und Hemden, die wiederum unter fragwürdigen Bedingungen produziert werden.

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