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Tina Brown „Palace Papers“: Skandalbuch enthüllt Marotten der Royals – Buchtipp

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Von: Sven Trautwein

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Bei den Buchtipps geht es oft um klassische Thriller. Tina Browns Enthüllungsbuch über die Windsors kann hier problemlos mithalten. Ein Pageturner der Extraklasse.

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Kurz vor dem 70-jährigen Thronjubiläum der Queen erscheint Tina Browns „Palace Papers“. Perfektes Timing. Schaut man sich den Titel an, ist gleich die Anlehnung an die „Panama Papers“ zu erkennen. Und ohne zu spoilern: Es ist ein Enthüllungsbuch und eine Liebeserklärung an die Queen zugleich. Kann das funktionieren? Und dann noch auf über 700 Seiten?

Tina Brown „Palace Papers: Die Windsors, die Macht und die Wahrheit“: Das Buch

Enthüllungsbuch „Palace Papers“ von Tina Brown: Die Windsors, die Macht und die Wahrheit
Cover „Palace Papers“ von Tina Brown: Die Windsors, die Macht und die Wahrheit – Enthüllungsbuch © Droemer

„Nie wieder“ lautete der Schwur, darf so etwas passieren, als der traumatische Tod der Prinzessin von Wales die königliche Familie dazu zwang, sich neu zu erfinden. Tina Brown, die brillante Journalistin und Autorin der besten Diana-Biografie, enthüllt in ihrem neuen Buch die wahre Geschichte der Windsors im letzten Vierteljahrhundert. Die Palace Papers nehmen die Leserinnen mit, nicht nur hinter die Mauern des Buckingham Palasts, sondern bieten Innenansichten der königlichen Gesellschaft und ihrer Gewohnheiten. In einer faszinierenden chronique scandaleuse erklärt die Autorin kenntnisreich und bestens informiert die stoische Standhaftigkeit der Queen, etwa wie sie mit dem Tod von Prinz Philip umging, aber auch dem ihrer Schwester Prinzessin Margaret und ihrer Mutter, der Queen Mother, und wie sie trotz aller familiären Dramen ihr 50. Krönungsjahr 2002 triumphal beging.

Klappentext, Droemer

Das Buch liest sich flüssig und schnell. Ich atmete royale Luft und fühlte mich sehr gut und fundiert unterhalten. Es sind zum einen die kleinen Marotten, zum anderen die interessanten Quellen, die Tina Brown in dem Buch versammelt. Die Autorin selbst ist in diesem Bereich auch keine Unbekannte. Als preisgekrönte Autorin und ehemalige Chefredakteurin von „Tatler“, „Vanity Fair“ und „The New Yorker“, hat sie Einblick in viele Bereiche, die sonst verschlossen bleiben. 2007 erschien auf Deutsch ihre Biographie der Prinzessin von Wales „Diana“ (Hier bestellen).

Tina Brown beleuchtet in „Palace Papers“ nahezu alles. Aufgeteilt in 25 Kapitel bleibt keine Marotte der Windsors unerwähnt. Ob es Prinz Charles‘ Vorliebe ist, nur mit seinem eigenen Toilettenpapier zu verreisen, oder das Sorgenkind Prinz Andrew, der laut Insidern von Epstein heimlich als „Idiot“ betitelt wurde. Es sind die kleinen Geschichten, Interviews, unzählige Gespräche mit Bediensteten des königlichen Palastes, die ein großes Gesamtbild ergeben. Nach und nach bekomme ich als Leser einen Einblick in die Welt der Royals, die mir die Yellow Press beim Friseur nicht liefern kann.

Mitglieder der Königsfamilie beim 70-jährigen Thronjubiläum von Queen Elizabeth II.
Mitglieder der Königsfamilie beim 70-jährigen Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. © Stephen Lock / Imago

2002, zum goldenen Thronjubiläum, wurde die Queen das erste Mal so richtig „cool“, wenn man Tina Brown glauben kann. Die Zwischenkapitel „Was der Butler gesehen hat“, ist der Stoff, aus dem die Geschichten sind, die jeder Royal-Fan braucht. Auch die Zwistigkeiten zwischen William und Harry, ein Blick auf Herzogin Kate und Meghan befeuern das Interesse an dem englischen Königshaus. Als Leser war ich gespannt und fasziniert zugleich, wie sich die Queen von einem „Annus Horribilis“ zum nächsten hangelte und versuchte, die Fassung zu wahren und die Familie im Großen und Ganzen zusammenzuhalten.

Ich oute mich als Fan historischer Romane à la Ken Follett. Das, was dort nur reine Fiktion ist, wird in Tina Browns „Palace Papers“ zur Realität. Die Kapitel beginnen nach dem Tod von Prinzessin Diana und lassen kaum etwas aus. Zwingend chronologisch müssen die 25 Kapitel nicht gelesen werden. Das 752 Seiten starke Buch eignet sich durch die geschickten Kapitel auch als Nachschlagewerk für eine umfassende Chronologie der Windsors.

Tina Brown „Palace Papers“: Mein Fazit

Mal ehrlich, was wären wir ohne die Royals? Worüber würden wir uns unterhalten? Das Wetter? Nicht wirklich. Tina Brown legt mit „Palace Papers“ ein Enthüllungsbuch erster Klasse vor. Es gibt einen tiefgründigen Einblick in Welt der Royals und ihre Marotten. Obwohl mehr als 700 Seiten dick, ist es kurzweilige Unterhaltung. Spannend wie ein Thriller.

Tina Brown „Palace Papers – Die Windsors, die Macht und die Wahrheit“

Übersetzt von Nadine Lipp, Stephan Kleiner, Karsten Singelmann, Dr. Ulrike Strerath-Bolz, Henriette Zeltner Shane, Sylvia Bieker, Monika Köpfer, Astrid Becker

2022, Droemer, ISBN-13: 978-3-426-27892-5

Preis: Gebundene Ausgabe 25,00 €, EBook 19,99 €, 752 Seiten (Abweichend von Format) Hier bestellen!

Tina Brown

Tina Brown ist eine preisgekrönte Autorin und die ehemalige Chefredakteurin von „Tatler“, „Vanity Fair“ und „The New Yorker“. Sie gründete „The Daily Beast“ und den „Women of the World“-Gipfel. Im Jahr 2000 wurde sie für ihre Verdienste im Journalismus von Queen Elizabeth II. mit dem Titel „Commander of the British Empire“ ausgezeichnet.
Die Autorin lebt in New York.

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