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Buchtipp: Ben Tomasson „Forsberg und der Tote von Asperö“

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Von: Sven Trautwein

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Cover zum Schweden-Krimi „Forsberg und der Tote von Asperö“ von Ben Tomasson
Ben Tomasson – „Forsberg und der Tote von Asperö“ © Droemer

Der zweite Band um Kommissar Forsberg erklimmt so manche Bestseller-Liste. Literarisch ist er vorne mit dabei. Mein Buchtipp.

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Wenn ich an meinen Schweden-Urlaub zurückdenke, kommen mir die unzähligen Seen und die Schären in den Sinn. Sonnenstrahlen, vom Meer glitzernd reflektiert, warme Sommerluft, Duft nach Zimtschnecken und Sonnencreme. Dazu ein guter Krimi aus Schweden. Würde ich dieses Jahr hinfahren, wäre „Forsberg und der Tote von Asperö“ mein treuer Begleiter. Hier bringt ein brutaler Mord auf der kleinen Schäreninsel die Urlaubsstimmung durcheinander. So hatten sich die Freunde den Urlaub nicht vorgestellt.

Ben Tomasson „Forsberg und der Tote von Asperö“: Das Buch

Ein brutaler Mord erschüttert die idyllische Schären-Insel Asperö: In einem abgelegenen Ferienhaus wird der Hamburger Anwalt Julius Reichenbach mit 18 Messerstichen getötet. Kommissar Forsberg ist sicher, dass der Bluttat ein zutiefst persönliches Motiv zugrunde liegt. Tatsächlich scheinen weder Reichenbachs Frau noch das befreundete Ehepaar Kai und Daniela Schwaiger den Toten sonderlich zu betrauern. Die Ermittlungen fördern schnell eine ganze Reihe von Motiven zutage, von Misshandlung bis zu einem Streit um eine große Summe Geldes. Doch bevor Kommissar Forsberg und seine Kollegin Anna Jordt den Kreis der Verdächtigen einengen können, geschieht ein weiterer Mord. Und was hat es mit dem geheimnisvollen Schattenmann auf sich, der vor dem Mord ums Haus geschlichen sein soll?

Droemer

Schaut man genauer hin, hat Ben Tomasson einen Schweden-Krimi geschrieben, der nicht aus Schweden kommt, aber genau das transportiert, was der Leser erwartet. Das Setting passt und die Figuren sind schön ausgearbeitet. Mit dem Kommissar Frederik Forsberg hat der in Bremerhaven geborene Autor Ben Tomasson einen empathischen Charakter geschaffen, den ich gleich ins Herz geschlossen habe. Stets ein offenes Ohr für seine Teamkollegen, eher schweigsam und nicht der laute „hoppla, hier komm ich“. Eher ein stiller Beobachter der mit viel Empathie ermittelt und sich in die Opfer und Angehörige einfühlen kann.

Sprachlich hat es mich an Tove Alsterdals „Sturmrot“ erinnert, das den schwedischen Krimipreis abräumte. Wo sich in anderen Thrillern blutrauschend Detail an Detail der Tat reihen, nimmt sich Tomasson hier zurück. Es sind die ruhigeren Töne und Gedankengänge, die mich als Leser selbst zurücknehmen lassen. Der Spannungsaufbau ist klassisch: ein abgelegener Ort, einige Tatverdächtige, darunter einer mit Gefängnishintergrund und viele Motive. Ob Gewalt in der Beziehung oder Geld, es bleibt nahezu kein Thema im Dunkeln. Dass der Ort der Tat zudem kein fiktiver ist, macht es für mich umso stimmiger.

Ben Tomasson „Forsberg und der Tote von Asperö“: Mein Fazit

Sprachlich und inhaltlich hat mich der zweite Schweden-Krimi um Kommissar Forsberg gepackt. Keine detailreichen Schilderungen der Tat, sondern die psychologischen Verflechtungen, die Handlungsweisen der Figuren und die Geschichten dahinter, machen den Reiz des Buches aus. Eine gelungene Unterhaltung für den Sommerurlaub und darüber hinaus.

Ben Tomasson „Forsberg und der Tote von Asperö“

2022, Droemer ISBN-13 978-3-426-30750-2

Preis: Taschenbuch 10,99 €, E-Book 9,99 €, 383 Seiten (Abweichend vom Format) – Jetzt bestellen (werblicher Link)

Ben Tomasson

Ben Tomasson, Jahrgang 1969, ist Germanist und Pädagoge und promovierter Diplom-Psychologe. Er war einige Jahre in der Bildungsforschung tätig, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er lebt und arbeitet in Kiel.

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