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SUVs haben viele Nachteile, dennoch verkaufen sie sich sehr gut. Warum eigentlich?
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SUVs haben viele Nachteile, dennoch verkaufen sie sich sehr gut. Warum eigentlich?

Dicke Spritfresser

Was wollen eigentlich alle mit diesen SUVs?

Sie sind riesig, verbrauchen Unmenge an Sprit und finden längst nicht überall einen Parklplatz. Trotzdem wollen immer mehr Deutsche SUV fahren. Die Frage ist nur: Warum eigentlich?

Volkswagen hat seinen neuen Tiguan vorgestellt, die von Chinesen wiederbelebte Traditionsmarke Borgward geht mit dem BX 7 an den Start, sogar der britische Nobelhersteller Bentley baut jetzt mit dem Bentayga eine SUV-Protzkarosse.

Auf der Automesse IAA sind die Stadtgeländewagen oft die Stars auf dem Stand und bei Autokäufern stehen sie ohnehin hoch im Kurs: Das Verkaufsplus bei den sogenannten Sports Utility Vehicles und Geländewagen zusammen war nach Daten des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) im laufenden Jahr höher als in allen anderen Modellklassen. Hier finden Sie vier Gründe, warum sich SUVs so gut verkaufen – und vier Gründe, warum sie eigentlich niemand braucht.

Was für SUVs spricht

Sicherheitsgefühl: „Das Auto wirkt wie ein kleiner Panzer um einen herum“, sagt Autoexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Gerade bei Frauen komme das gut an. In den meisten SUV-Modellen sitzt man höher als in anderen Autos. Aber sind die Stadtgeländewagen wirklich sicherer als andere Autos? „Die höhere Sitzposition hebt einen bei einem Unfall mit einem anderen Auto ein wenig aus der Gefahrenzone“, erklärt ADAC-Sicherheitsexperte Volker Sandner. Außerdem habe man in einem schwereren, größeren Auto Vorteile bei einem Crash mit einem kleineren Wagen. „Letztlich kommt es aber vor allem auf die Sicherheitsausstattung an.“

Seniorenfreundlich: ?Der leichte Einstieg ist natürlich gerade für die ältere Generation ein Kaufargument?, sagt Bratzel. Und Autokäufer werden immer älter: Wer sich dieses Jahr zwischen Anfang Januar und Ende März ein neues Fahrzeug angeschafft hat, war laut einer Auswertung von KBA-Daten durch das CAR-Institut an der Universität Duisburg-Essen im Schnitt 53 Jahre alt.

Dies liegt deutlich über dem Schnitt der Gesamtbevölkerung (43,9 Jahre). 1995 hatte der Altersschnitt der Autokäufer noch bei 46,1 Jahren gelegen, fast die Hälfte aller von Privatkunden gekauften Neuwagen seien damals von unter 45-Jährigen gekauft worden.

Breites Angebot: Es gibt kaum einen Hersteller der noch keinen SUV verkauft. Und das Spektrum wird immer breiter: „Die Autohersteller bieten SUVs zum Beispiel in immer mehr Preisklassen an.“ In China verkaufen sich derzeit vor allem kleinere und mittelgroße SUVs sehr gut, auch wenn der Gesamtmarkt seit drei Monaten schrumpft. „Hier will keiner ins Hintertreffen gegenüber der Konkurrenz geraten“, sagt Bratzel. Und ein größeres Angebot an verschiedenen Modellen lockt in der Regel auch mehr Käufer an.

Statussymbol: Im Großstadt-Dschungel hebt sich mancher Autofahrer gerne vom üblichen Kombi- und Limousinen-Einerlei ab. Darauf deutet zumindest auch eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Puls vor zwei Jahren hin. Damals hatten unter 580 Kaufinteressierten und frischen SUV-Neubesitzern 16 Prozent zugegeben, dass die Stadtgeländewagen auch in ihrer Eigenschaft als Statussymbol für sie interessant seien.

Was gegen SUVs spricht

Hoher Spritverbrauch: Stadtgeländewagen schlucken mehr Sprit als vergleichbare Modelle aus der Ober- und Mittelklasse mit gleicher Motorisierung. SUVs wiegen mehr und müssen wegen ihrer Höhe beim Fahren einen größeren Windwiderstand überwinden. Die Spritpreise sind zuletzt mit dem Ölpreis gesunken - derzeit müssen SUV-Fahrer beim Tanken also nicht so tief in die Tasche greifen wie noch vor drei Jahr. An den Umweltschäden durch den hohen Abgasausstoß ändert das freilich nichts.

Aber auch für Hersteller werden die hohen Verbräuche zum Problem, weil sie CO2-Grenzen in ihren Flotten einhalten müssen. Einige Autobauer haben deshalb bereits SUVs als Hybridfahrzeuge, also mit einer Mischung aus Benzin- und Elektroantrieb, ins Programm genommen.

Parkplatznot: Bei den großen Herstellern sind die großen SUV-Modelle in der Regel länger und breiter als die Oberklasse-Kombi-Flaggschiffe. Damit in eine enge Parklücke zu manövrieren, ist nicht immer einfach. Viele Großparkplätze und Tiefgaragen sind noch für kleinere Autos gebaut worden. Zwar sind immer mehr SUV-Wagen mit Einparkhilfen ausgerüstet, die piepen, wenn es nicht passt - aber ein klotziger SUV passt oft einfach nicht rein.

Hohe Preise: SUVs sind teurer als vergleichbare Oberklasse-Modelle. Der Listenpreis eines SUV lag laut einer Erhebung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut im August mit 34 263 Euro rund 22 Prozent über dem Listenpreise des Durchschnitts-Neuwagens. Da SUV gefragter seien als andere Modelle müssten Händler außerdem keine so hohen Rabatte einräumen - und das spüle den Autoherstellern mehr Geld in die Kassen.

Hohe Versicherungsbeiträge: Auch für die Versicherung müssen SUV-Fahrer in der Regel mehr zahlen als für andere Modelle mit gleicher Motorisierung. Das ergibt eine Auswertung von Daten des Versichererverbandes GDV durch die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Bei der Festlegung der Typklassen für die Haftpflichtversicherung kommen die Stadtgeländewagen meist schlechter weg als vergleichbare Fahrzeuge des jeweiligen Herstellers. An den Typklassen orientieren sich Versicherer bei der Festlegung ihrer Prämien. (dpa)

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