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So verdienen Sie mit Ihrem Parkplatz Geld

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Parkplatz-Sharing bringt Parkplatzsuchende und -Besitzer zusammen. Per App können freie Stellplätze gesucht und bezahlt werden.
Parkplatz-Sharing bringt Parkplatzsuchende und -Besitzer zusammen. Per App können freie Stellplätze gesucht und bezahlt werden. © dpa-tmn

Immer mehr Unternehmen machen sich die Parkplatznot in den Städten zu eigen und vermitteln private Stellplätze an Autofahrer. Wer einen Parkplatz in zentraler Lage hat, kann damit gutes Geld verdienen.

Für viele Autofahrer ist es ein erlösender Moment: Am Straßenrand tut sich eine Parklücke auf. Jetzt schnell ranfahren, den Rückwärtsgang einlegen, rangieren und durchatmen – es ist geschafft. Parkraum ist in vielen Innenstädten knapp. Doch ebenso wie Autos die meiste Zeit ungenutzt herumstehen, gibt es auch genug brachliegenden Parkraum. Zum Beispiel private Stellplätze, wenn Autofahrer im Urlaub oder bei der Arbeit sind.

Das Problem ist also nicht unbedingt der Mangel an Parkplätzen, sondern die mangelhafte Ausnutzung der verfügbaren Stellflächen.

Unternehmen wie „Ampido?, „Parkinglist?, „Park2gether? oder „ParkU? haben ungenutzte Parklücken als Marktlücke entdeckt. Und davon können Autofahrer profitieren. Das Prinzip dahinter ist immer das gleiche: Die einen bieten gegen eine steuerpflichtige Vermittlungsgebühr ihren Stellplatz an, wenn dieser ungenutzt ist. Die anderen buchen ihn.

Parkplatz suchen und zahlen per App

Bei „Parkinglist“ können sich Autofahrer freie Parkplätze auf einer Karte anzeigen lassen. Über die Website oder eine kostenlose Smartphone-App wird gebucht und auch bezahlt. Als Gegenleistung bekommt der Kunde eine Parkplatzgarantie. Den Preis bestimmen die Parkplatzanbieter. „Wir empfehlen allerdings, dass man konkurrenzfähig zu den umliegenden Stellplätzen bleibt“, sagt Fouad Banit, einer der Gründer.

Die Parkplatz-App „ParkU“ bezieht neben privaten auch Stellflächen von Büros, Hotels oder Veranstaltungshallen mit ins Angebot ein. Auch Parkplätze in Tiefgaragen, Hinterhöfen oder Parkhäusern, die normalerweise verschlossen wären, werden aufgeführt. Dafür installiert der Anbieter an den Zufahrten eine „Box“, der Kunde reserviert einen Stellplatz, fährt vor, scannt mit dem Telefon den QR-Code ein, die Schranke oder das Tor öffnet sich und er kann parken. Bisher gibt es die „ParkU“-App in Deutschland allerdings nur für Berlin.

So vermieten Sie ihren Parkplatz

Wer seinen Parkplatz der Allgemeinheit zur Verfügung stellen will, registriert sich über das Internet bei einem der Anbieter. Per Homepage oder App kann der Parkplatzbesitzer den Ort angeben und die Zeit festlegen, zu denen die Stellfläche frei ist. Die Angaben können nachträglich geändert werden, falls der Vermieter seinen Parkplatz selber braucht.

Alle Suchenden, die sich bei dem Anbieter registriert haben, können den angebotenen Parkplatz per App oder Internet finden und mieten. Es ist auch möglich, den Parkplatz im Voraus zu reservieren.

Was kostet das Angebot?

In der Regel ist die Registrierung bei den Anbietern kostenlos. Die Preise richten sich nach der Parkdauer und sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In Köln werden in der Regel für eine Stunde ein Euro fällig, in Berlin schwanken die Preise je nach Lage zwischen 50 Cent und zwei Euro.

Gezahlt werden kann meist per PayPal, Kreditkarte oder über ein Guthaben auf dem Kundenkonto. Der Portal-Betreiber behält zwischen 15 und 30 Prozent der Gebühr als Provision ein – der Rest geht an den Vermieter.

Parkplatz-Sharing spart Zeit und Geld

Dass sich Parkplatz-Sharing lohnen kann, zeigt eine Umfrage durch den Parkhaus-Betreiber Apcoa Parking: Eine Parkplatzsuche dauert demnach im Durchschnitt zehn Minuten, dabei werden 4,5 Kilometer zurückgelegt, und es entstehen Fahrzeugkosten samt Treibstoff und Verschleiß von 1,35 Euro. Die ließen sich sparen.

Welches Potenzial das neue Teil-Konzept hat, zeigt eine Einschätzung des ADAC: Der Münchener Autoclub mutmaßt, dass in manchen Zentren zu Stoßzeiten umherirrende Stellplatz-Suchende 40 Prozent des gesamten Straßenverkehrs ausmachen. „Wenn durch Parkplatz-Sharing tatsächlich weniger Verkehr zustande kommt, wäre das natürlich begrüßenswert“, sagt Anja Smetanin vom umweltorientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Rechtlich steht dem Parkplatz-Sharing laut VCD nicht viel entgegen: Wer seinen Stellplatz selbst besitzt, kann ihn ohne Umschweife über das Internet anbieten. Wer ihn nur gemietet hat, muss die Nutzung durch Dritte abklären.

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